Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2011

17:48 Uhr

Griechenland-Krise

„Wer die Spielregeln nicht einhält, fliegt raus aus dem Euro“

Die Griechen-Pleite ist kein Tabu mehr: CSU und FDP reden einem Bankrott offen das Wort. Den Christdemokraten geht das noch nicht weit genug: Sie denken laut über die radikale Lösung der Schuldenkrise nach.

CSU schließt Kurswechsel bei Griechenland-Hilfen nicht aus

Video: CSU schließt Kurswechsel bei Griechenland-Hilfen nicht aus

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Berlin/MünchenCSU und FDP stehen nicht im Verdacht, sich sonderlich zu mögen. Doch in der Euro-Krise entdecken die beiden Parteien immer mehr ein gemeinsames Thema: Kritik an den Euro-Schuldensündern. Die CSU setzt nun in der Debatte um die Zukunft der Gemeinschaftswährung einen neuen Punkt: Sie will chronische Schuldensünder aus der Euro-Zone ausschließen. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Parteivorstand am Montag in München.

„Euro-Staaten, die sich nicht an die gemeinsamen Regeln der Haushaltsdisziplin halten und dadurch sich und die Währungsunion in Schwierigkeiten bringen, müssen damit rechnen, die Währungsunion verlassen zu müssen“, heißt es in einem Leitantrag für den CSU-Parteitag Anfang Oktober, den der Vorstand einstimmig billigte. Die betreffenden Länder „sollen allerdings als EU-Staaten Hilfe bei der finanziellen Restrukturierung erhalten“.

Allerdings stellten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und die Berliner CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt klar, dass sie die Forderung nach einem Zwangsausschluss eines Landes aus der Euro-Zone im Falle fehlenden Sparwillens für unrealistisch halten.

Die CSU stellt sich damit im Richtungsstreit in der Koalition an die Seite der FDP - und gegen ihre eigene Schwesterpartei. Denn CDU-Kanzlerin Merkel will die Griechen um jeden Preis in der Eurozone halten. Vizekanzler Rösler hingegen hatte am Wochenende in einem Gastbeitrag für „Die Welt“ vor Denkverboten bei der Euro-Stabilisierung gewarnt und eine Insolvenz des Landes ins Gespräch gebracht. Die FDP-Spitze hat sich nach Worten von Generalsekretär Christian Lindner „einmütig“ hinter diesen Kurs gestellt. Und auch Seehofer hatte Rösler den Rücken gestärkt: „Ich bin froh, dass jetzt in den letzten Tagen diese Gedanken auch ausgesprochen wurden“, sagte Seehofer.

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

nobum

12.09.2011, 18:04 Uhr

Seehofer, Dobrindt, Rösler, Schäffler etc. und viele Forumschreiber schwadronieren eine Lehman-Krise herbei. Da kann man nur Frau Merkel loben. Nachdem sie u.a. Opel gerettet hat (gegen Gutti etc.), rettet sie auch jetzt den Euro.
"Nach dem Euro fällt die EU" und Deutschland fällt hinterher.
Nach der IFA in Berlin folgt jetzt die Autoshow in Frankfurt. Ich wünsche den Firmen viel Erfolg. Firmen, Angestellte und Aktionäre sollte sich in angemessener Weise bei CSU und FDP bedanken.

marc

12.09.2011, 18:14 Uhr

Wieso ist ein Ausschluß nicht machbar? Es ist doch bewiesen, dass von Griechenland von Anfang an mit gefälschten Zahlen gearbeitet hatte, um sich den Zugang zur Eurozone zu erschleichen. Ohne die massive Unterstützung der SPD-Koryphäen Schröder und Eichel wären sie nicht aufgenommen worden (klar, dass ihre Nachfolger Gabriel und Nahles noch immer ins gleiche Horn blasen).
Ein klarer Schnitt und Ausschluß wegen Betruges von Anfang an, das würde auch den anderen Wackelkandidaten den notwendigen Ansporn geben.
Daher - seit langem mal eine CDU-Forderung, die man unterstützen kann.

marc

12.09.2011, 18:20 Uhr

Sie verkennen ökonomische Fakten. Griechenland ist für die dt. Wirtschaft vollkommen irrelevant und muß endlich die Konsequenzen aus dem erschlichenen Beitritt ziehen. Was Opel und andere Firmen an den Lebenserhaltungssubventionen angeht äußere ich mich besser erst garnicht. Produkte, die man nicht braucht kauft kein Verbraucher und folglich gehen die Firmen unter wenn sie sich nicht neu aufstellen. Das gilt für Firmen, Staaten und Länder - für letzteres haben wir ja im Osten genügend Beispiele...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×