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13.09.2011

11:00 Uhr

Griechenland

Merkels Basta kommt zu leise - und zu spät

VonGeorg Watzlawek

Angela Merkel versucht, die Debatte über eine Griechenlandpleite an sich zu ziehen. Doch die Mahnung der Bundeskanzlerin wird verpuffen. In der Politik und an den Märkten. Ein Kommentar.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag.

Die Kanzlerin neigt nicht zu Schnellschüssen. In einer Koalition der Schnellredner ist das eigentlich auch gut so – in der Griechenland-Debatte jedoch fatal.

Seit Sonntag laufen Gerüchte durch Berlin, die Regierung sei so weit, eine geordnete Insolvenz Griechenlands in Kauf zu nehmen. Mehr noch, sie bereite sich aktiv darauf vor. Von Angela Merkel ist dazu nichts zu hören.

Dafür überbieten sich die kleinen Koalitionspartner mit Schnellfeuer-Aussagen: na klar, ein Bankrott des Schuldenstaats dürfe kein Tabu sein, nichts sei ausgeschlossen, lieber ein Ende mit Schrecken, tönt es aus der FDP und CSU. Und es sind nicht die Hinterbänkler, sondern die Parteichefs Seehofer und Rösler, die sich mit diesem Geplapper am Montag hervortun.

Die Kanzlerin schweigt. Die Märkte reagieren. Der Deutsche Aktienindex fällt kurzeitig unter die Marke von 5000 Punkten. Der Euro sackt auf 1,36 Dollar. Bankwerte stürzen europaweit. Merkel schweigt.

Erst heute morgen, inzwischen haben US-Präsident Barack Obama und Japans Premier Noda ihre Sorgen zu Protokoll gegeben, meldet sich die Kanzlerin – mit einem wohlformulierten, aber deutlichem „Basta“.

Ja, die Gefahr eines Übergreifens des griechischen Virus auf andere Länder sei groß, stellt sie klar. Und weiter:

„Deshalb sollte jeder seine Worte sehr vorsichtig wägen. Was wir nicht brauchen können ist Unruhe auf den Finanzmärkten. Die Unsicherheiten sind schon groß genug.“

Selbst das Klischee, dass Märkte vor allem Psychologie seien, fehlt nicht.

Wie wahr. Genau aus diesem Grund hätte die Kanzlerin längst dafür sorgen müssen, dass ihre Koalitionspartner und erst recht ihre Minister mit einer (besser noch: keiner) Stimme reden. Merkels Kritik richtet sich gegen den Vizekanzler, Wirtschaftsminister und FDP-Parteichef Philipp Rösler – doch trifft sie in erster Linie die Kanzlerin. Die Geschwätzigkeit der Kollegen war ein Fehler, ihr eigenes Schweigen auch.

Denn die Kanzlerin gibt die Richtung an. Und in der Sache liegt sie gar nicht soweit von den Dampfplauderern entfernt.

Kommentare (22)

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Watchdog

13.09.2011, 11:15 Uhr

Und dieser Kommentar ist voellig inhaltslos. Armes HB, was ist aus diesem ehemals renomierten Wirtschaftsblatt geworden.

Account gelöscht!

13.09.2011, 11:21 Uhr

Griechenland muss endlich fallen gelassen werden. Es kann nicht sein das dieses Drama immer weiter und weiter nach vorne geschoben wird anstatt das Land jetzt abzuwickeln und die Eurozone richtig zu sanieren. Und wenn andere folgen dann ist das eben so. das muss man ganz nüchtern und vor allem rational betrachetne und ensprechend agieren. Jede Gefühlsduselei, insbesondere in der Politik ist hier fehl am Platze. Wenn ich ein Geschwür an den Gliedmaßen habe was mich u. U. töten kann lass ich es doch auch vom Doc. abschneiden, bzw. entfernen. Lösungen können diesbezüglich so einfach sein !

VIELSPASSmitEUROBONDS

13.09.2011, 11:23 Uhr

es muss Klarheit geschaffen werden in der EURO-Zone!
entweder ein soforter, geeordneter Ausschluss Griechenlands(die Geschichte wird die Politik überrollen, wie einst beim Mauerfall die DDR-Regierung so auch die EURO-Regierungen) oder
ein klares Bekenntnis zur Transferunion (auch gegen den Willen der Bürger) und damit uneingeschränkte zeitlich unbefristete Transfers nach Griechenland, das somit nicht zahlungsunfähig werden kann.Das gilt dann natürlich auch für andere Staaten u.a. Italien, Portugal, Spanien, Irland,
Rot/Grün hat sich für Lösung B schon ausgesprochen, und Merkel? wer zu spät kommt, dem bestraft das Leben (Gorbatschow)
Wir haben in unserem Land genug fähige Leute, (Stark)
neue Partei gründen ... RESET und Neustart
ist nicht umsonst aber immer mehr Milliarden deutscher Steuergelder in immer neue EURO-Rettungsschirme, fonds oder was auch immer zu verheizen kann nicht die Lösung sein.

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