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16.08.2015

22:14 Uhr

Griechenland

Pasok lehnt Unterstützung von Tsipras ab

Alexis Tsipras kann nicht auf die volle Unterstützung seiner Syriza-Partei zählen. Deshalb stellt Griechenlands Ministerpräsident eine Vertrauensabstimmung in Aussicht. Vorgezogene Wahlen werden immer wahrscheinlicher.

Die Pasok erklärte, sie habe Tsipras bei seinem Reformprogramm nur unterstützt, um einen Ruin Griechenlands zu verhindern. Diese Unterstützung gelte aber nicht für eine Vertrauensabstimmung. Reuters

Alexis Tsipras

Die Pasok erklärte, sie habe Tsipras bei seinem Reformprogramm nur unterstützt, um einen Ruin Griechenlands zu verhindern. Diese Unterstützung gelte aber nicht für eine Vertrauensabstimmung.

AthenNach der konservativen Partei Neue Demokratie in Griechenland hat am Sonntag auch die sozialistische Pasok erklärt, sie werde Ministerpräsident Alexis Tsipras bei einer Vertrauensabstimmung nicht unterstützen. Tsipras war bei der Abstimmung über die von den Geberländern geforderten Reformen auf die Oppositionsparteien angewiesen, weil ihm zahlreiche Abgeordnete seiner Syriza-Partei von der Fahne gegangen waren. Das Reformpaket wurde vom Parlament angenommen. Durch die Syriza geht seitdem aber ein tiefer Riss. Tsipras stellte deshalb eine Vertrauensabstimmung Ende August in Aussicht. Verliert er sie, stehen dem Land vorgezogene Wahlen ins Haus.

Die Pasok erklärte am Sonntag, sie habe Tsipras bei seinem Reformprogramm nur unterstützt, um einen Ruin Griechenlands zu verhindern. Diese Unterstützung gelte aber nicht für eine Vertrauensabstimmung.

Das schreibt die griechische Presse

Kathimerini

Das Qualitätsblatt „Kathimerini“ berichtet von „hitzigen Debatten und Wortgefechten“ im Parlament. Das Ergebnis sei „richtungsweisend, aber unsicher“. In der Vergangenheit hatte sich die Zeitung klar für die Reformmaßnahmen ausgesprochen.

H Avgi

Überraschend defensiv äußerte sich „H Avgi“, das Sprachrohr der regierenden Syriza-Partei. „Es wird am 20. August ein Vertrauensvotum geben.“ Die Zeitung berichtet offen von den Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Partei und zitiert Panagiotis Lafazanis mit den Worten: „Ich weiß nicht, ob mir die Regierung leid tun soll oder ob ich mich schämen muss.“

Ethnos

Die Boulevardzeitung „Ethnos“ wartet auf ihrem Online-Auftritt mit einem Großporträt von Wolfgang Schäuble auf. „Ich glaube, dass wir eine gemeinsame Lösung finden werden“, wird der Finanzminister zitiert.

Efimerida ton Syntakton

Die linksgerichtete Zeitung „Efimerida ton Syntakton“ spricht offen von einer „Spaltung“ der regierenden Partei Syriza und erläutert mögliche Szenarien für die Zukunft.

Ta Nea

„Syriza gegen Syriza“ titelt die Zeitung „Ta Nea“ auf ihrer Online-Seite. Die Diskussionen im Parlament seien eine „Late-Night-Show“ gewesen – eine Anspielung auf die ungewöhnliche Uhrzeit mitten in der Nacht.

Die Pasok war einst die dominierende Kraft der griechischen Linken. Heute hat sie nur noch 13 der 300 Mandate im Parlament. Die Wähler hatten sie für den wirtschaftlichen Niedergang des Landes mitverantwortlich gemacht.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

17.08.2015, 11:46 Uhr

Tsipras allein zuhaus
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Jetzt will er, nachdem die erste Tranche von 26 Milliarden in Athen angekommen sind, eventuell, vielleicht, unter Umständen, die Vertrauensfrage stellen.
Die böse ND und die böse Pasok wollen ihm aber ihre Stimme verweigern. In der Syriza hat er auch die Mehrheit verloren.
Somit werden Neuwahlen immer wahrscheinlicher. Dann ist Griechenland wieder für Monate gelähmt. Alle bisherigen Absprachen sind dann null und nichtig.

Aber das stört die Eurokraten nicht. Sie drängen Griechenland regelrecht die 86 Milliarden auf.
Und siw sind sogar froh, dass der IWF nicht mit an Bord ist. Der IWF war zu hart!
Ohne den IWF können wir Griechenland noch mehr Geld schenken, und zwar ohne Bedingungen!

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