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02.09.2011

15:25 Uhr

Griechenland-Rettung

Bankenbeteiligung belastet deutsches Säckel

Die Beteiligung privater Gläubiger am Rettungspaket für Griechenland wird für die Bundesregierung zum Bumerang. Die Abschreibungen der Banken bedeuten gleichzeitig weniger Gewinn und damit sinkende Steuereinnahmen.

Auch in Regierungskreisen wächst der Unmut über die Bankbeteiligung. dapd

Auch in Regierungskreisen wächst der Unmut über die Bankbeteiligung.

FrankfurtBöses Erwachen in Berlin: In den Fraktionen von Regierung und Opposition wachsen Zweifel, ob die vereinbarte Beteiligung privater Gläubiger am neuen Griechenland-Rettungspaket so substanziell ist, wie sie es gefordert haben. Die Finanzpolitiker Gerhard Schick (Grüne) und Carsten Schneider (SPD) sprechen bereits von einem „Etikettenschwindel“. Einigen ist die vereinbarte Bankenbeteiligung im zweiten Griechenland-Rettungspaket ohnehin nicht groß genug. Nun stellen die Parlamentarier zudem fest, dass die bisherigen Abschreibungen deutscher Banken auf griechische Staatsanleihen über knapp zwei Milliarden Euro auch den Staatshaushalt treffen.

Denn dem Fiskus entgehen durch die Gewinneinbußen der größeren Institute (ohne Bad Banks) bis zu 550 Millionen Euro, legt man einen durchschnittliche Steuersatz von 25 bis 30 Prozent zugrunde. „Ein Teil der Gläubigerbeteiligung wird über die Steuerentlastung sozialisiert“, fasst ein Banker den Effekt der vereinbarten Griechenland-Hilfen zusammen. Hinzu kommt, dass auch staatliche Bad Banks blechen.

Die Finanzbranche beteiligt sich an dem neuen mehr als 100 Milliarden Euro schweren Griechenland-Rettungspaket, indem sie Anleihen des hochverschuldeten Euro-Staates verlängert und auf Forderungen verzichtet. Im Schnitt geht dies mit 21-prozentigen Abschreibungen in den Bankbüchern einher. Diese Wertberichtigungen schmälern den zu versteuernden Gewinn und damit auch den Steueraufwand. „Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen sind wie etwa Lohnkosten als ganz normaler Aufwand zu verbuchen“, sagt Dieter Hein, Bankenexperte beim Analysehaus Fairesearch. Im Unterschied dazu kann etwa die Bankenabgabe nicht steuerlich geltend gemacht werden. Sie reduziert eins zu eins den Gewinn, der den Eigentümern zur Verfügung steht.

Kommentare (3)

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Koboldo

02.09.2011, 18:06 Uhr

Man kann nur staunen, wie wenig unsere Parlamentarier vom deutschen Steuerrecht verstehen! Selbstverständlich werden die Einnahmen sinken, wenn sich Banken am Griechenland-Rettungspaket beteiligen. Das sind aber Peanuts im Vergleich dazu, sollte die BRD für ausfallende Kredite in Haftung genommen werden.
Nach den nun ermittelten Zahlen in Griechenland kann es nur noch heißen: sofortiges Insolvenzverfahren für Griechenland verbunden mit sofortigem Austritt aus dem Euro-Raum. Alles Andere ist Blendwerk!

Pendler

02.09.2011, 18:10 Uhr

Böses Erwachen, bei wem????

Bei Herrn Schäuble?
Der Trickser, der mal so 724 Mrd. Euro am Parlament vorbei transferieren wollte? Der nette Herr mit seine mega Profilneurose mag zwar tief schlecht und hintertrieben sein, aber dumm ist er net.

Dt. geht finanztechnisch nicht mal mehr am Krückstock
es ist schon im Rollstuhl.

Geht es noch deutlicher???

Rainer_J

02.09.2011, 19:01 Uhr

Lächerlicher Beitrag eines Bankenlobbyisten.

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