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12.10.2011

04:04 Uhr

Griechenland-Rettung

Bankenverband sperrt sich gegen höhere Beteiligung

In der deutschen Bankenbranche wächst der Widerstand gegen eine staatlich aufgezwungene Rekapitalisierung. Auch in punkto Schuldenerlass für Griechenland ziehen die deutschen Privatbanken nun eine Grenze.

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken, Andreas Schmitz. dpa

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken, Andreas Schmitz.

BerlinDie deutschen Privatbanken wollen Griechenland nicht mehr als die bisher vereinbarten 21 Prozent seiner Schulden erlassen. „Das von den europäischen Regierungschefs verabschiedete Paket sieht eine substanzielle Beteiligung privater Gläubiger vor, die nicht leicht zu schultern ist“, sagte Bankenpräsident Andreas Schmitz der „Rheinischen Post“. Nun „sollte nicht an neuen Stellschrauben gedreht werden“.

Die Gläubiger Griechenlands haben sich zuletzt zu einem Beitrag zur Rettung des angeschlagenen Euro-Landes bereit erklärt und dafür einen Schuldennachlass von gut einem Fünftel vereinbart. Schmitz kritisierte auch eine Rekapitalisierung von Banken unter Zwang, wie derzeit zur Stützung der Branche bei einer Verschärfung der Krise gefordert wird.

„Die aktuelle Krise ist keine Bankenkrise, sondern eine politische Vertrauenskrise“, sagte Schmitz. Die Banken dürften nicht für eine Krise zur Verantwortung gezogen werden, für die sie nicht die Ursache seien. Vielmehr müssten die Staaten ihre Schuldenberge abbauen und die internationalen Investoren von ihrer Entschlossenheit dabei überzeugen.

In dasselbe Horn hatte am Montag bereits der französische Bankenverband (EBF) gestoßen. Nach dessen Einschätzung bewältige eine Rekapitalisierung der europäischen Banken nicht die Schuldenkrise im Euroraum. Vielmehr müssten einzelne Länder das Vertrauen der Investoren in ihre Haushaltspolitik wieder herstellen, teilte der Verband mit. Zudem müsse schnell eine langfristige Lösung für das angeschlagene Euromitglied Griechenland gefunden werden, um die Krise in der Eurozone zu meistern.

Von

rtr

Kommentare (16)

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Stephan

12.10.2011, 05:25 Uhr

Herr Schmitz

ihre Mitglieder verdienen am griechischen Schuldenschnitt von 21% wahrscheinlich nicht schlecht. Wenn ihre Bankmanager wirklich glauben, dass damit gekocht und gegessen sei, dann fehlt denen schlicht und einfach die Kompetenz eine Bank zu führen:
Es gab seit Beginn der GR-Krise genug warnende Stimmen, welche ein totalen Zahlungsausfall von Griechenland vorhergesagt haben! Wenn die Bankster dies nicht als ein mögliches Szenario durchgespielt haben, so tun sie mir leid.

Ich bin der Meinung, man sollte den griechischen Default durchspielen und dazu nutzen, in der Bankenlandschaft rigoros aufzuräumen. Es sind die Banken, welche mit ihrer Zokkerei und Gier (gänzlich abgekoppelt von der Realwirtschaft) die Staaten in die Schuldenkrise geführt haben.

Das Bankenspiel
Bank: ich bräuchte da mal Geld ...
Zentralbank: kannste für 1% haben ...
Bank: ich nehm mal 2 Milliarden.
...
Bank: Papa Staat, brauchst du nicht etwas Geld? Ich hätte da 10 (zehn) MRD, für nur 2%. (Der Faktor 5 kommt von der Giralgeld-Schöpfung der Bank).
Eine einfache Rechnung ergibt 9% Gewinn fuer die Bank, OHNE jegliche Leistung.

lowabras

12.10.2011, 05:37 Uhr

Was die Leistung betrifft, da gibt es doch etwas an Kosten zu verbuchen. Nämlich die ganzen Gehälter der 700 Lobbyisten alleine in Brüssel und natürlich die Zeit die sie aufwenden, um der Regierung die Vorlagen zu formulieren und zu schreiben, die diese dann vorlesen und durchs Parlament winken können. Ahnung hat von diesen Stimmtrotteln eh keiner!
Nicht zu vergessen, die ganzen Spesen, die aufgewendet werden müssen um die ganzen Arbeitsessen zu bezahlen, die diese Lobbyisten aufwenden müssen.

N_K

12.10.2011, 07:26 Uhr

Mord ist bekanntlich strafbar. Warum nicht auch (staatlicher) Selbstmord - speziell für den EURO-Dreck?
Da sich alles irgendwie wiederholt, sollten sich die Spezialisten mal die Geschichtsbücher anschauen, besonders Kapitel "Franz. Revolution". Etliche der "Großkopferten" waren nach dieser um denselben "gekürzt". Soll sich das auch wiederholen?

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