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07.01.2010

12:17 Uhr

Grippeimpfstoff

Länder wollen halbe Bestellung stornieren

Die Gesundheitsminister der Bundesländer ringen um eine Lösung im Impfstoff-Streit. Im Gespräch mit Vertretern des Serum-Herstellers GlaxoSmithKline wollen die Politiker heute eine Lösung erarbeiten. Eine erste Forderung liegt bereits auf dem Tisch: Die halbe Bestellung soll storniert werden.

Grippeimpfstoff: Bundesländer wollen 50 Prozent der bestellten Menge stornieren. dpa

Grippeimpfstoff: Bundesländer wollen 50 Prozent der bestellten Menge stornieren.

HB HANNOVER. Die Gesundheitsministerien der Länder und des Bundes verhandeln am heutigen Donnerstag mit Vertretern des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline über Lieferverträge für den Impfstoff gegen die Schweinegrippe. Ziel des Treffens in Berlin sei es, die Lieferungen zur Hälfte zu stornieren, sagte die niedersächsische Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann. "Wir vertrauen auf Kulanz des Herstellers", betonte die derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Nach Angaben des Sozialministeriums in Hannover werden an dem Treffen Staatssekretäre oder Abteilungsleiter aus Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und des Bundes teilnehmen. Es handele sich um ein erstes Gespräch über eine Vertragsänderung, dem möglicherweise weitere Verhandlungen auch auf Ministerebene mit dem Impfstoffhersteller folgen müssten, sagte ein Ministeriumssprecher.

Ross-Luttmann zeigte sich zuversichtlich, in den Verhandlungen "eine für alle Beteiligten annehmbare Lösung zu finden". Man müsse in der Bevölkerung auch Akzeptanz für künftige Vorsorgemaßnahmen gegen mögliche weitere Pandemien schaffen, erklärte sie.

Mit der Hälfte des bestellten Impfstoffs habe man nach den neuesten Empfehlungen genug Impfstoff, um 30 Prozent der Bevölkerung vor der Schweinegrippe zu schützen, sagte Ross-Luttmann weiter. Es gebe andere Staaten, die Impfstoff aus Deutschland haben wollten. "Der Bund hat die Aufgabe, den möglichen Verkauf von Impfstoff ins Ausland zu koordinieren", verlangte sie. Dies könnten die Länder nicht übernehmen.

Dabei seien neben dem Bundesgesundheitsministerium auch das Entwicklungshilfeministerium und das Auswärtige Amt in der Pflicht. Der Bund sei beim Kauf des Impfstoffs Vertragspartner gewesen, betonte die Ministerin. Die bisherigen Bemühungen des Bundes, in Deutschland nicht mehr notwendigen Impfstoff zu verkaufen, seien jedoch nicht ausreichend.

Bund und Länder bestellten im vergangenen Jahr 50 Millionen Dosen gegen die Schweinegrippe. Damals gingen Experten aber davon aus, dass zwei Impfungen für eine Immunisierung notwendig sind. Inzwischen hat sich gezeigt, dass bei einer einmaligen Impfung in der Regel ausreichender Schutz besteht.

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