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08.07.2013

10:25 Uhr

Größtes Minus seit vier Jahren

Deutsche Exporteure schwächeln

Dämpfer für Deutschlands Exporteure: Nach einem starken Start ins zweite Quartal 2013 sanken die Ausfuhren im Mai wieder. Besonders schwach war das Geschäft mit der Euro-Zone. Die Importe legten hingegen zu.

Das Ausland hat im Mai weniger Waren aus Deutschland abgenommen. dpa

Das Ausland hat im Mai weniger Waren aus Deutschland abgenommen.

BerlinDie deutschen Exporte sind im Mai so kräftig gesunken wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Sie fielen um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Dies ist der größte Rückgang seit Dezember 2009. Experten hatten nur ein Minus von 0,4 Prozent erwartet. Grund dafür ist neben der Rezession bei vielen Handelspartnern in der Euro-Zone die Konjunkturabkühlung auf wichtigen Absatzmärkten wie China. „Das ist aber kein Grund zur Panik. Es sieht eher nach einer Schwächeperiode aus und nicht nach einem Einbruch“, sagte Analyst Christian Schulz von der Berenberg Bank. Ab Jahresmitte dürfte sich die Lage für die heimischen Exporteure wieder bessern.

Bisher ist die Bilanz für die Unternehmen jedoch recht mau: Von Januar bis Mai führten sie Waren im Wert von gut 454 Milliarden Euro aus. Dies ist im Vergleich zum vorigen Jahr ein Minus von 0,3 Prozent. Der Branchenverband BGA hat für 2013 ein Plus von drei Prozent angepeilt. Nach fünf Monaten summierte sich das Minus im Geschäft mit den Euro-Staaten auf 3,6 Prozent. Für viele Fachleute ist das keine Überraschung, da wichtige Handelspartner wie Frankreich, Italien und Spanien schwächeln. Dazu kommt nun eine Konjunkturdelle in vielen Schwellenländern. „Auch außerhalb der Euro-Zone läuft es nicht so rund“, sagte Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf. „Der Welthandel kommt nicht in Schwung.“

Während die Bundesbank dem deutschen Export 2013 ein Minus von 0,8 Prozent vorhersagt, setzen andere Ökonomen auf Besserung ab Jahresmitte. „Denn es gibt Anzeichen, dass sich die Nachfrage aus den Industrieländern in der zweiten Jahreshälfte wieder belebt“, sagte Rondorf. Auch Schulz betonte: „Wenn sich die Euro-Zone in der zweiten Jahreshälfte aus der Rezession herausarbeitet und die USA weiter stark bleiben, dann sieht die Lage für deutschen Exporteure wieder wesentlich rosiger aus.“
Im Mai lieferten die Firmen zwar Waren im Wert von 88,2 Milliarden Euro ins Ausland. Sie mussten aber ein Minus von 4,8 Prozent zum Mai 2012 wegstecken. Besonders schwach war das Geschäft mit der Euro-Zone: Hier gab es ein Minus von 9,6 Prozent.
Etwas besser lief es für die Importeure. Ihre Einfuhren stiegen im Mai um 1,7 Prozent zum Vormonat, sanken jedoch um 2,6 Prozent binnen Jahresfrist. Die Handelsbilanz - die Differenz zwischen Ein- und Ausfuhren - wies einen bereinigten Überschuss von 14,1 Milliarden Euro auf.

Von

rtr

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

08.07.2013, 09:23 Uhr

Jobboom ! Konsumboom ! Starke Lohnzuwächse ! ZEW Index steigt ! Starkes Wachstum in H2 usw. war alles zu lesen im HB in den letzten Wochen. Und nun das.... Mal ein kritische Frage: ist das HB mittlerweile einfach überfordert ?

Martin

08.07.2013, 09:45 Uhr

Aha, besonders in die Eurozone sinken also die Exporte? Holt die Euro-Krise jetzt auch Deutschland ein? Wer sagte nochmal das wir auf einem guten Weg sind?

Account gelöscht!

08.07.2013, 09:56 Uhr

Das ist doch klar. Mit dem zunehmendem Ausfall von China als einem der letzten wenigen wirklich "zahlenden" Kunden und dem Rückgang der von Deutschland selbst bezahlten Exporte in die Eurokrisenländer - wo bitte soll da die "Export"-Dynamik herkommen? Sollen wir den Krisenländern noch mehr sogenannte Kredite nachwerfen, damit sie auf unsere Kosten unsere Waren ordern? Also, quasi die Waren liefern und so tun, als ob sie bezahlt würden, nur um dieses Schneeballsystem noch ein bishen weiter zu treiben? Mit permanenten "Vendor"-Finanzierung wird kein Verkäufer reich!

Die einzige Möglichkeit wäre direkt an die Rohstoff-Lieferanten - wie insbesondere Rußland - zu liefern, quasi Waren gegen Rohstoffe. Aber da darf man davon ausgehen, daß eine vertiefte Handelsbeziehung zu Rußland, eine (im Gegensatz zur erzwungenen "Freihandelszone" mit der Kolonialmacht) wirklich sinnvolle "Freihandelszone" von Gesamteuropa mit Rußland, weder unsere anglo-amerikansichen Besatzungsmächte noch unsere Nachbarn im Osten so gerne sehen (letztere aus historischen, erstere aus machtpolitischen Gründen).

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