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20.02.2013

16:35 Uhr

Großdemonstration

Proteste gegen Stuttgart 21 gehen weiter

Die Gegner des Bauprojekts lassen nicht locker. Am Samstag wollen sie trotz Volksentscheid für einen sofortigen Baustopp demonstrieren. Zuletzt wurde bekannt, dass die Finanzierung des Projekts auf wackligen Füßen steht.

Die Veranstalter der Protestaktion rechnen mit bis zu 10.000 Teilnehmern. dpa

Die Veranstalter der Protestaktion rechnen mit bis zu 10.000 Teilnehmern.

StuttgartDie Gegner des Bahnprojekts „Stuttgart 21“ wollen bei einer Großdemonstration am Samstag auf einen sofortigen Baustopp dringen. Zudem solle von der Veranstaltung in der Stuttgarter Innenstadt ein „klarer Appell“ an den Bahn-Aufsichtrat ausgehen, sich in seiner Sitzung Anfang März für den Ausstieg aus dem umstrittenen Tiefbahnhof-Projekt zu entschließen, sagte am Mittwoch Gerhard Pfeifer vom Aktionsbündnis gegen "Stuttgart 21" der Nachrichtenagentur AFP. Die Veranstalter der Protestaktion rechnen mit bis zu 10.000 Teilnehmern.

Das Projekt ist nicht mehr rettbar, nur keiner will es laut sagen“, sagte Pfeifer. Es sei jetzt klar geworden, dass die Finanzierung nicht mehr gesichert sei. Bahn-Infrastrukturvorstand Volker Kefer hatte am Montag die vertraglich vereinbarte Sprechklausel aktiviert. Diese besagt, dass im Falle von Kostensteigerungen, die den Rahmen von 4,5 Milliarden Euro überschreiten, Bahn und Land "Gespräche" aufnehmen. Im Dezember trat diese Situation quasi ein, nachdem die Bahn für die kommenden Jahre Mehrkosten von bis zu 2,3 Milliarden Euro verkündet hatte. Bisher lehnen es Bund, Land und die Stadt Stuttgart ab, sich an den Mehrkosten zu beteiligen.

Der ehemalige Schlichter im Streit um „Stuttgart 21“, Heiner Geißler (CDU), rief den Staatskonzern und den Bund erneut dazu auf, auch für Alternativen zum geplanten Tiefbahnhof offen zu sein. Der „Alternativradikalismus“ der Bahn, wonach „Stuttgart 21“ entweder gebaut werde oder gar nichts passiere, sei überholt, sagte Geißler der neuen Ausgabe der „Zeit“. „Die Zeit der Basta-Beschlüsse ist vorbei“, betonte er.

Die Projektpartner sollten erst dann endgültig über „Stuttgart 21“ entscheiden, wenn Alternativen wie der von ihm vorgeschlagene Kombi-Bahnhof durchgerechnet worden seien, forderte Geißler. "Dafür sollte man sich etwa ein halbes Jahr Zeit lassen." Wenn die Prüfung zu dem Ergebnis komme, dass ein anderer Bahnhof günstiger und leistungsfähiger sei, müsse der bessere gebaut werden.

Von

afp

Kommentare (3)

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PeterPan

20.02.2013, 17:57 Uhr

Sehr geehrte überregionale Presse, da sie das nicht wissen können sag ich es ihnen: In Stuttgart wird seit über drei Jahren AM STÜCK demonstriert ! - Sicher gingen die Teilnehmerzahlen rauf und runter. Aber um die 3000 kann man als den harten kern bezeichnen, der jedem Wetter und jedem Wechselbad der Gefühle trotzt. Warum ?
Weil es eben um SEHR VIEL MEHR ALS UM EINEN BAHNHOF geht ! Und wenn die Journaille ihren beruf richtig ausüben würde, dann stünde das auch längst in jeder deutschen Zeitung.

Storm

20.02.2013, 18:04 Uhr

Wenn wir schon "durchgerechnet" lesen. Was wurde nicht alles durchgerechnet. Dabei wurden die Querschnitte der Tunnels reduziert, so dass bei ca. 60 Kilometer Tunnelstrecken mit hohen Gefällen keine aktive Entrauchungsanlage in die Tunnels passt. Die Löschwasserversorgung als Trockenleitung angelegt ist. Beim Notfall muss die Feuerwehr diese Leitungen erst befüllen. Leider, leider hat die Presse die Warnungen und Erkenntnisse der Öffentlichkeit die das Projekt kritisch begleitet nicht ernst genommen um nicht zu sagen jahrelang diffamiert. Bist zum heutigen Tag gibt es für den Tiefbahnhof, dessen Bahnsteige ein nicht erlaubtes Gefälle aufweisen, kein Rettungskonzept. Ob wohl die Stuttgarter Feuerwehr nach ihren Aussagen seit Jahren mit der DB im Gespräch ist, liegen bis heute kein funktionierendes Konzept vor. Will die DB und Frau Merkel einen Bahnhof ohne Brand- und Rettungskonzept bauen lassen? In Berlin sieht gerade wohin das führen wird. Keine Betriebserlaubnis.

Account gelöscht!

20.02.2013, 19:50 Uhr

Neckar aufstauen, Talkessel unter Wasser setzen bis der Bahnhofsturm als Ankerplatz für die Binnenschifffahrt tauglich wird.

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