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16.04.2012

16:12 Uhr

Grüne Ängste

Claudia Roth nimmt Reißaus vor den Piraten

Die grüne Bundesvorsitzende sagt eine Live-Diskussion des Handelsblatts mit dem NRW-Spitzenkandidaten der Piratenpartei ab. Roth will die Aufmerksamkeit für den politischen Gegner nicht erhöhen - und kneift.

Claudia Roth, Bundesvorsitzende der Grünen. dpa

Claudia Roth, Bundesvorsitzende der Grünen.

DüsseldorfEs sollte das Wahlkampf-Duell werden: Der Spitzenkandidat der Piratenpartei Nordrhein-Westfalen, Joachim Paul, diskutiert mit der grünen Bundesvorsitzenden Claudia Roth. Die Räume im traditionsreichen Düsseldorfer Malkasten waren angemietet, die Duellanten hatten zugesagt und sich auf die Themen des Abends geeinigt: Urheberrecht, Netzpolitik, Bildung, Umweltschutz, Energiewende. Die mit 200 Gästen ausgebuchte Veranstaltung versprach ein Höhepunkt im Reigen der Wahlkampf-Ereignisse in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland zu werden. Der TV-Sender Phoenix hatte sich angesagt.

Dann aber begann der Höhenflug der Piratenpartei. Aus anfänglichen fünf Prozent sind inzwischen nach den Erkenntnissen des Meinungsforschungsinstituts Info in Nordrhein-Westfalen elf Prozent geworden. Die Piratenpartei liegt damit vor den Grünen, die in derselben Umfrage bei zehn Prozent landen. Sie sind hinter SPD und CDU drittstärkste Kraft. Bundesweit liegen Grüne und Piraten derzeit nach jüngsten Umfragen gleichauf bei zwölf Prozent. Tendenz bei den Piraten steigend, bei den Grünen fallend.

Zuviel Hype, sagte Claudia Roth darauf ihrer Büroleiterin, und ließ das Duell im Malkasten absagen. "Die Rahmenbedingungen haben sich durch den Höhenflug der Piraten verändert", erklärte anschließend ihr Pressesprecher Jens Althoff die endgültige Umentscheidung der Bundespolitikerin gegenüber dem Handelsblatt. Man wolle die Aufmerksamkeit für die Piraten nicht noch erhöhen.

Zudem sei Frau Roth nun der Meinung, dass sie als Bundesvorstand nicht gegen einen Landespolitiker antreten solle. Da stimme die Ebene nicht, gab Pressesprecher Althoff seine Chefin wieder. Als Ersatz für Roth bot der Bundesvorstand Steffi Lemke an - doch die weitgehend unbekannte Bundesgeschäftsführerin lehnte das Handelsblatt ab. Althoff versicherte, er habe bei Frau Roth um ihre Teilnahme gekämpft - und verloren: "Das geht auch an die Pressesprecherehre", sagte er gestern Abend gegenüber dem Handelsblatt.

Die streitbare grüne Spitzenpolitikerin ist - zumindest wenn es um andere Politiker geht - für harte Kante. „Wir brauchen echte Transparenz – und keinen laxen Umgang mit Wahrheit", sagte sie noch vor ein paar Wochen, als sie sich in einem Interview zum Umgang mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff äußerte.

Vor Roth hatte auch die Spitzenkandidatin der Grünen in Nordrhein-Westfalen Sylvia Löhrmann nach wochenlangem Zögern abgesagt. Berührungsängste? Nein, hier gaben "Terminschwierigkeiten" den Ausschlag, versicherte eine Sprecherin.

Die Veranstaltung des Handelsblatts am Mittwoch in Düsseldorf wird dennoch stattfinden. Der Kandidat der Piratenpartei Joachim Paul steht zu seinem Wort. "Wir haben uns sehr auf ein öffentliches, konstruktives Streitgespräch mit den Grünen gefreut. Dass nun nacheinander gleich mehrere kneifen, erstaunt uns doch sehr. Die Menschen in Nordrhein-Westfalen haben weniger Berührungsängste", sagte sein Sprecher Achim Müller.

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Die NRW-Piraten treten mit einem Biophysiker als Spitzenkandidaten zur NRW-Landtagswahl an - der die Grundwerte Respekt und Solidarität in den Vordergrund stellt. Im Interview verrät er, was er darunter versteht.

Paul selbst hat einen Parteitag hinter sich, bei dem es die Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen immerhin geschafft hat, aus knapp 300 Anträgen ein Parteiprogramm für die Wahl zusammenzugießen. Der promovierte Biophysiker und Medienpädagoge war vor drei Wochen überraschend zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gewählt worden.

Das Live-Interview wird Oliver Stock führen, der Chefredakteur von Handelsblatt Online. Der sagte zu der Roth-Absage: "Wahlkampf kommt von Kämpfen, nicht von Kneifen."

HB

Kommentare (82)

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AndiegruenenFeiglinge

16.04.2012, 16:18 Uhr

..und wir machen gegen v.a. Sie Herr "Lobbyist" Dr. Westerwelle mobil!

Guter Link um einen wahren Einblick in die Nebengeschäfte einiger Politiker zu erlangen: "http://www.handelsvertreter-blog.de/2009/09/28/die-nebenjobs-des-dr-guido-westerwelle/".

Und genau deswegen kann man nur noch die Piraten wählen und niemals mehr die etablierten von CDU/CSU/FDP/SPD und leider nun auch die Grünen.

Wir bilden ein Bündnis Bürgerwille de und eu, davon könnt Ihr da oben noch die nächsten 100 Jahre träumen! Wenn erst mal die Nichtwähler kommen, seid Ihr endlich ganz unten...

Warze

16.04.2012, 16:20 Uhr

Die Roth hätte auch schlechte Karten. Sie würde als das entlarvt, was sie ist... kann ich hier nicht schreiben. Klänge einfach nur vulgär.
Die Grünen sind so out, outer geht's nicht!

DenETATBudgetiereICH

16.04.2012, 16:31 Uhr

die von der OHL genehmigten nebenjobs - mach ueberstunden und staendig wchselnde schichten, zivi damit die belegschaft sich eine gehaltserhöhung erlauben kann.

http://unverbaubar.dynip.name/vuecimetiere/retirement-buenavista-bellevue-schoenaussicht-1.jpg

http://unverbaubar.dynip.name/vuecimetiere/retirement-buenavista-bellevue-schoenaussicht-2.jpg

So und jetzt geh ich für einen hinduistsichen und einen budhistischen Pflegedienst protestieren, streng getrennt nach Geschlechtern. Das SCHAFFT Planstellen/Arbeitsplätze und was die krakenkassenKOSTEN FÜR ALLE ERHÖHT die sich nicht wehren können - Beitagsbemessungsgrenze - ist sozial.

Ist wie mit den anonymen Vaterschaften die von Vater Staat (der bin ich auch noch) per Umlage auf das Sozialsystem finanziert werden.

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http://ritter-eiserne-hand.dynip.name/care-fee.jpg

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