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04.03.2013

16:29 Uhr

Grüne lösen Debatte aus

Kampf um den deutschen Doktortitel

VonDietmar Neuerer

Die Grünen wollen den Doktortitel aus den Personalausweisen tilgen. In der Wirtschaft kommt der Vorstoß überhaupt nicht gut an. Immerhin wären von einer entsprechenden Regelung Zehntausende Akademiker betroffen.

Studierende mit Talar und Doktorhut. dpa

Studierende mit Talar und Doktorhut.

BerlinÜberlegungen der Grünen, angesichts der jüngsten Plagiatsfälle bei Union und FDP den Doktortitel künftig aus Pässen und Personalausweisen zu verbannen, stößt auf Kritik. Sagers Vorstoß gehe am Kern des Problems der Plagiate vorbei. „Akademische Titel können unabhängig von Pass oder Personalausweis auf Visitenkarten oder Türschildern für Eigenmarketing in Beruf und Gesellschaft verwendet werden“, sagte Axel Plünnecke vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Handelsblatt Online. „Damit würde sich die Nachfrage nach Promotionen aus diesem Motiv heraus nicht wesentlich ändern.“ Wichtiger sei es daher, dass auf der Angebotsseite die Hochschulen entsprechende Qualitätssicherung betrieben.

Axel Metzger, Managing Director bei Baker & McKenzie, eine der größten Anwaltskanzleien in Deutschland, betonte, dass der „Dr.“ in der Anwaltsbranche nach wie vor einen „sehr hohen Stellenwert“ habe. „Für uns ist er bei der Suche nach Nachwuchs eine Variante einer möglichen Zusatzqualifikation“, sagte er Handelsblatt Online.

So zitieren Sie richtig!

Direktes Zitat

Ein direktes Zitat ist wortwörtlich. Es muss in Anführungszeichen gesetzt werden. Man sollte direkte Zitate nicht zu häufig verwenden, sondern nur, wenn sie griffig und gut formuliert sind. Danach zum eigenen, akademischen Schreibstil zurückkehren.

(Quelle: Esther Breuer, Leiterin des Kompetenzzentrums Schreiben an der Kölner Universität im www.ksta.de)

Indirektes Zitat

Bei einem indirekten Zitat gibt man die Gedanken eines Anderen wieder. Unbedingt die Quelle nennen. Man sollte versuchen, eigene Formulierungen zu verwenden.

Gegenstimmen

Es sollten immer auch Gegenstimmen mit einbezogen werden.

Kritischer Blick

Mit den wissenschaftlichen Texten sollte man kritisch umgehen: Nur durch die aktive Auseinandersetzung mit den Positionen Anderer kann sich die Wissenschaft weiterentwickeln.

Eigene Gedanken abgrenzen

Es ist wichtig, die eigenen Gedanken von denen der anderen klar abzugrenzen, damit sich Eigen- und Fremdleistung für den Leser nachvollziehen lassen.

Die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Krista Sager, hatte zuvor einen Neuanlauf für eine Gesetzesinitiative angekündigt. “Es wäre an der Zeit, den Doktorgrad von gesellschaftlichen Überhöhungen zu entlasten. Zum Teil wird er wie eine Art bürgerlicher Adelstitel oder Namensbestandteil behandelt”, begründete Sager ihren Vorstoß bei Handelsblatt-Online. “Es würde Diskussionen rund um Plagiatsfälle sicherlich versachlichen, wenn Promotionen also auf ihre eigentliche Bedeutung –als Nachweis der besonderen wissenschaftlichen Qualifikation – zurückgeführt würden.” Wenn der Doktorgrad künftig nicht mehr in Pässe und Personalausweise eingetragen werde, wäre dies auch ein Beitrag zum Bürokratieabbau und zur Anpassung an international übliche Standards.

Zehn Grundregeln zum wissenschaftlichen Schreiben

Thema

Wählen Sie ein Thema, das Sie interessiert. Finden Sie Fragen, die Sie gern beantworten möchten und auch können. Tauschen Sie sich von Anfang an mit Bekannten darüber aus, egal ob diese Experten sind oder nicht.

(Quelle: Kompetenzzentrum Schreiben der Universität Köln)

Fragen? Fragen!

Sprechen Sie Ihr Thema mit Ihrer Dozentin/Ihrem Dozenten in einer Sprechstunde ab. Machen Sie sich vorher einen Notizzettel, auf dem steht, was Sie erfahren möchten. Verlassen Sie die Sprechstunde erst, wenn Sie alle Fragen geklärt haben.

Keine Panik!

Machen Sie sich einen Zeitplan mit Start- und Enddatum. Planen Sie dabei auch Erholungsphasen ein und belohnen Sie sich nach den getanen Arbeitsschritten.

Lesen, lesen, lesen

Überlegen Sie vor der Bibliographie, welche Aspekte für Ihre Aufgabe wichtig sind und suchen Sie danach die Literatur. Die bibliographische Liste sollten Sie mit Ihrer Dozentin/Ihrem Dozenten absprechen, da sie/er Sie auf weitere, wichtige Texte aufmerksam machen kann.

Der rote Faden

Entwickeln Sie einen roten Faden für die Arbeit (z.B. anhand von Leitfragen), bevor Sie anfangen zu schreiben. Malen Sie diesen auf und hängen Sie ihn vor Ihren Schreibtisch, damit Sie ihn nie aus den Augen verlieren.

Struktur vor Inhalt

Stellen Sie anhand dieses roten Fadens eine Gliederung auf und besprechen Sie diese mit Ihrer Dozentin/Ihrem Dozenten.

Zeit sparen

Arbeiten Sie von Anfang an organisiert. Halten Sie neue Ideen, Fragen und relevante Auszüge aus der vorhandenen Literatur schriftlich fest. Sie sparen sich so viel Zeit.

Start mit dem Hauptteil

Beginnen Sie mit dem Hauptteil. Schreiben Sie einen zusammenhängenden Text. Die Inhalte müssen aufeinander aufbauen. Einleitung und Schluss ergeben sich hieraus.

Die Korrigierer

Schreiben Sie klar und präzise. Nur so können Sie Erkenntnisse vermitteln. Schreiben Sie grammatikalisch und orthographisch korrekt und lesen Sie mehrmals Korrektur. Fragen Sie auch Freunde, ob die Sie bei dieser Arbeit unterstützen können.

Dagegen sollten Sie niemals verstoßen!

Halten Sie die von Ihrem Institut vorgegebenen Richtlinien ein. Viele Institute haben Leitfäden, die Sie in den Sekretariaten erhalten oder im Internet downloaden können.

Der Hinweis auf den akademischen Grad war 1988 im Passgesetz aufgenommen worden, eine Amtsbezeichnung wie Professor hingegen nicht, ebenso wenig Abschlüsse wie Magister oder Bachelor. Wäre dann also ein Änderung gar nicht so dramatisch? Könnte man annehmen.

Selbst Richard Oetker, Chef von Dr. Oetker, hat keinen Doktor. Doch der Titel ist deshalb bei dem traditionsreichen Unternehmen noch lange nicht überflüssig. Kollegen und Vorgesetzte werden in Bielefeld traditionell mit Titel angesprochen. Auch auf Visitenkarten und Türschildern prangt der Titel. 

Kommentare (38)

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Samweis

04.03.2013, 16:54 Uhr

"In der überwiegenden Mehrzahl verbirgt sich dahinter jahrelanger Fleiß."

Hm, wirklich?
Es wäre ja sehr schade, wenn der Titel inzwischen zu einer reinen Fleißaufgabe verkommen wäre...
Dann verstehe ich aber die ganze Diskussion um Plagiate nicht - das Plagiieren ist doch nun wirklich ein Beweis fleißigen Wirkens.

Oder traut sich in Deutschland inzwischen niemand mehr, das Wort "Leistung" in den Mund zu nehmen, es sei denn im Zusammenhang mit "Leistungsempfang"?

IsaakGaertner

04.03.2013, 16:59 Uhr

Der Durst nach Bildung ist aristokratisch und verdächtig. Ein bischen Familie und Liebe, und schon ist auch der Wunsch nach Eigentum vorhanden. Wir werden diesen Wunsch zu Tode quälen, wir werden die Trunksucht, die Klatscherei, die Anzeige fördern. Wir werden jedes Genie schon im Säuglingsalter unterdrücken und alles auf einen Nenner bringen. „Vollständige Gleichheit „ „

Dr.Zylka

04.03.2013, 17:05 Uhr

Das ist die abgekupferte Ideologie der Grünen !
"" Der Durst nach Bildung ist aristokratisch und verdächtig"". Ein bischen Familie und L iebe, und schon ist auch der Wunsch nach Eigentum vorhanden. Wir werden diesen Wunsch zu Tode quälen, wir werden die Trunksucht, die Klatscherei, die Anzeige fördern. Wir werden jedes Genie schon im Säuglingsalter unterdrücken und alles auf einen Nenner bringen. „Vollständige Gleichheit „ „

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