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12.11.2012

12:38 Uhr

Grüne

Roth gibt sich kämpferisch

Claudia Roth meldet sich nach der Urwahl-Pleite zurück. Es gehe nicht um ihre Enttäuschung, sondern um Wichtigeres: die Ablösung von Schwarz-Gelb. Daran will sie weiter arbeiten – und zwar als Parteichefin.

Claudia Roth will die Grünen weiter als Vorsitzende anführen. dapd

Claudia Roth will die Grünen weiter als Vorsitzende anführen.

BerlinDie Niederlage bei der Urwahl der Grünen fiel für langjährige Parteivorsitzende Claudia Roth herb aus. Trotzdem will sie im Amt bleiben. Sie werde bei dem Parteitag Ende der Woche in Hannover erneut als Vorsitzende kandidieren, teilte Roth am Montag in Berlin mit. Mit Roths Entscheidung vermeiden die Grünen, mit einem womöglich heftigen Personalstreit in den Wahlkampf zu ziehen.

Roth gilt zwar als geschwächt, kann in Hannover aber auf ein gutes Ergebnis hoffen. Die frisch gekürten Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin, sowie Parteichef Cem Özdemir begrüßten den Schritt.

Kommentar: Der bunte Vogel wird noch gebraucht

Kommentar

Der bunte Vogel wird noch gebraucht

Alle Solidaritätsadressen können nicht darüber hinwegtäuschen: Claudia Roth ist nur noch Parteichefin auf Abruf. Doch die Grünen brauchen sie weiterhin - als schrägen, bunten Vogel, der linke Stammwähler hält.

So zeigte sich Trittin erfreut: Die Grünen hätten nun ein Spitzenpersonal mit klarer Arbeitsaufteilung. Das Spitzenduo führe die Partei in den Wahlkampf und die Regierung. „Der Bundesvorstand hält die Partei zusammen.“ Und die Fraktion sei der inhaltliche „Thinktank“.

Und Göring-Eckardt sagte: „Wir brauchen Claudia Roth in der Partei, in dem Wahlkampf.“ Sie kenne die Partei und könne diese zusammenhalten. Özdemir, der bei der Urwahl nicht angetreten war und in Hannover ebenfalls in seinem Amt bestätigt werden will, sagte: „Ich bin sehr sicher, dass sie ein tolles Ergebnis bekommt.“

„Claudia steht für eine starke Partei, grüne Vielfalt und lebendige Debatten. Das werden wir ihr diese Woche mit einem tollen Ergebnis danken“, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, Handelsblatt Online mit Blick auf den Grünen-Bundesparteitag am Samstag in Hannover. Beck lobte Roth dafür, dass sie den Grünen ein Gesicht gegeben habe, wie kaum eine andere zuvor. „Sie vertritt Grüne glaubwürdig auf dem CSD wie im Fußballstadion, bei Kulturschaffenden wie auf der Anti-Nazi-Demos“, unterstrich er.

Am Sonntag war noch über einen Rückzug Roths spekuliert worden, sie selbst begab sich auf Tauchstation. Einen Tag später gibt sich die 57-Jährige wieder kämpferisch: „Es geht jetzt in erster Linie nicht um mich und um meine Enttäuschung, sondern es geht um etwas Wichtigeres“, sagte Roth. Es gehe um die Ablösung von Schwarz-Gelb. So viel Zuspruch wie am Wochenende nach ihrer Niederlage habe sie noch nie bekommen. Viele namhafte Parteivertreter hätten ihr glaubhaft versichert, bei der Urwahl der Spitzenkandidaten sei es nicht um den Parteivorsitz gegangen. Sie habe einen regelrechten „Candystorm“ erlebt, also eine große Unterstützung aus der Partei.


Kommentare (13)

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Account gelöscht!

12.11.2012, 12:54 Uhr

Ja, wo ist denn der Artikel "Das war nicht die Abwahl der Parteivorsitzenden" geblieben mit seinen 90% Kommentarlöschungen.
Der war aber schon sehr unangenehm, liebes HB-Team, was ?

Account gelöscht!

12.11.2012, 13:07 Uhr

Frau Roth schwebt mit beiden Beinen fest über den Tatsachen. lol

ischliebemambazumfressengern

12.11.2012, 13:14 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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