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18.01.2017

11:31 Uhr

Grüne Spitzenkandidaten

Özdemir – Botschafter einer Koalition mit Merkel

VonSilke Kersting

Die Grünen ziehen mit Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt an der Spitze in den Bundestagswahlkampf. Damit bleibt der linke Flügel außen vor. Gerade das ist für die Partei eine große Chance. Ein Kommentar.

Cem Özdemir hat sich bei der Urwahl knapp gegen Robert Habeck und Anton Hofreiter durchgesetzt. dpa

Grüne

Cem Özdemir hat sich bei der Urwahl knapp gegen Robert Habeck und Anton Hofreiter durchgesetzt.

BerlinCem Özdemir hat sich gegen seine Mitbewerber Robert Habeck und Anton Hofreiter durchgesetzt – denkbar knapp. Nur 75 Stimmen trennten den Grünen-Parteichef von Schleswig-Holsteins Umweltminister Habeck. Das ist alles andere als ein fulminanter Sieg. Und doch eine Entscheidung, die den Grünen jetzt im Wahljahr das notwendige Rüstzeug gibt, sich endlich inhaltlich zu sortieren und aufzustellen.

Mit Özdemir und Katrin Göring-Eckardt, die als einzige Bewerberin ohnehin gesetzt war, bilden nun zwei Realos vom eher bürgerlichen Flügel das Spitzenduo für die Bundestagswahl. Für die Grünen ist es eher ungewöhnlich, dass der linke Parteiflügel außen vor bleibt – mit Blick auf die Wahl im September ist es jedoch zweifellos gut, wenn das Duo aus demselben Lager stammt, quasi als erste Voraussetzung dafür, nicht von vornherein als zerstrittener Haufen dazustehen. Dennoch werden Göring-Eckardt und Özdemir nicht drum herumkommen, das linke Lager einzubinden, um unnötiges Störfeuer zu vermeiden. Was die Grünen in erster Linie brauchen, das ist Zusammenhalt.

Erklärungen der Grünen, die Entscheidung ihrer Mitglieder habe keine Bedeutung für die anstehende Bundestagswahl kann man getrost ignorieren. Selbstverständlich geht von der Wahl Özdemirs ein Signal mehr zu einer schwarz-grünen Koalition aus als zu einem rot-rot-grünen Bündnis aus. Özdemir gilt als Botschafter einer Koalition mit der Union – auch wenn diese mit Blick auf unterschiedliche Positionen vor allem mit der CSU derzeit vollkommen unrealistisch sein mag.

Özdemir gilt auch im schwarzen Lager als ein durchaus ernst zu nehmender Kandidat. Im Vergleich zu Habeck mag er als Langweiler daherkommen, aber Özdemir hätte das Zeug dazu, die Blockade zu durchbrechen und die Grünen fit für eine schwarz-grüne Koalition zu machen.

Kommentare (13)

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18.01.2017, 12:07 Uhr

Nur wird es für Schwar-Grün im Bund nicht reichen. Wenn, dann so gerade noch Schwarz-Rot-Grün.
Die Union fällt unter die 30% Marke, die SPD unter die 20% und die Grünen unter die 9%.
Zweier Bündnisse wird es im Bund nach der BT Wahl 2017 nicht mehr geben. Minimal mit 3 Parteien wird es dann nur noch zur Regierung reichen. Es wird auch interessant sein, zu sehen, ob die AfD die zweitstärkste Kraft (Partei) im Bund werden wird.
Momentan spricht alles für die AfD. Die Konservativen verlassen die CDU-Merkel Titanic, die Grünen Realos werden sich in Zukunft mit dem kommunistisch-linken Flügel in der Grünen Partei fetzen und gegenseitig schwächen. Somit werden noch einige Grüne Wähler ihr Kreuz gleich bei der Grün-Sozialistischen Merkel Union machen.
Es bleibt auf jeden Fall spannend diesen Parteienaustausch/Umschwung zuzuschauen.

Herr Hans Mayer

18.01.2017, 12:17 Uhr

Na ja, träumen dürfen die Damen und Herren der Blockflötenparteien ja noch, aber es gibt Dinge, sosehr man sich die auch wünscht, sie passieren nicht.
Aber in einem gebe ich den Altparteien gerne Recht und auch dem Handelsblatt,
viele Märchen beginnen: In einer längst vergangen Zeit, als das wünschen noch geholfen hat.

Herr Josef Hirsepp

18.01.2017, 12:31 Uhr

und so geschah es, dass eine zweite Partei neben der FDP nach allen Seiten offen und somit nicht ganz dicht ist!
Nur der Macht willen und spielt somit der Kontinuitaet der Merkelschen quasi-totalitaeren Staatsrats-Politik (SED *) direkt in die Haende!
* = Sozialistischer Einheits-Brei-Deutschland, wobei Brei noch mit P besser passen wuerde..

Ich hoffe nur, dass die CSU nun bundesweit antritt!
Sonst wird die AFD zur maechtigsten Oppositions-Partei!

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