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25.07.2012

04:13 Uhr

Grünen-Fraktionschef

„Die Banken stehen nicht zur Wahl“

SPD-Chef Gabriel hat angekündigt, die Finanzmarktregulierung zum Wahlkampfthema zu machen. Davon hält Grünen-Chef Trittin ebensowenig wie von Gabriels Wortwahl. Zudem räumt er mit Gerüchten um die Grünen-Kandidaten auf.

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Jürgen Trittin, im Bundestag. dapd

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Jürgen Trittin, im Bundestag.

HamburgGrünen-Fraktionschef Jürgen Trittin lehnt die Pläne des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel ab, die Bändigung des Finanzsektors zu einem Kernthema des Wahlkampfs zu machen. "Die Banken stehen nicht zur Wahl, um es mal deutlich sagen", erklärte Trittin dem "Hamburger Abendblatt".

Er forderte, das Primat der Politik gegenüber den Banken und Finanzmärkten wieder durchzusetzen. Dafür brauche es aber keinen Wahlkampf gegen Banken, "sondern gegen die, die wie Frau Merkel von einer marktkonformen Demokratie schwätzen".

Gleichzeitig distanzierte sich der Grünen-Politiker von Gabriels Wortwahl: "Man sollte den eigenen fehlenden Mut gegenüber Banken nicht immer gleich mit Erpressung von Seiten der Banken gleichsetzen", sagte Trittin. Gabriel hatte angekündigt, die Bundestagswahl 2013 zu einer Entscheidung über die Bändigung des Banken- und Finanzsektors zu machen. In einem Thesenpapier wirft der SPD-Vorsitzende den Banken vor, Staaten zu erpressen und die Politik zu diktieren.

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Den Streit innerhalb seiner eigenen Partei um die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl bezeichnete Trittin in dem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" als "absolut kontraproduktiv". Spekulationen um eine Troika erteilte er eine deutliche Absage. Es sei vorgesehen, dass die Partei mit einer Doppelspitze in die Wahl gehe.

"Ob diese beiden durch einen Parteitagsbeschluss oder durch eine Urwahl der Mitglieder bestimmt werden, hängt von der Anzahl der Bewerbungen ab", erläuterte der Fraktionsvorsitzende. Über die Aufstellung würden die Grünen am 2. September bei einem Länderrat entscheiden.

Von

afp

Kommentare (18)

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RalfB

25.07.2012, 04:52 Uhr

Wirklich ausserordentlich wie sich Herr Trittin nach seiner Einladung zur illustren Bilderbergerkonferenz der Weltphilantrophen und Gutmenschen zu einem Fachmann gegen das Bankenbashing entwickelt. Der Mann hat wahrlich Format. Räusper! Es scheint ein grünes Phänomen zu sein, sprich der "Joschka Effekt - Turnschuh zu Rolex - von kantig zu aalglatt". Ich kann es nach vollziehen, wenn man nicht jedes Thema populistisch angeht - was wohl Standard aller Parteien geworden ist - so gewinnt man (leider) Wahlen. Hat immer funktioniert, wird weiter funktionieren (leider). So, so, Herr Trittin fordert wieder das Primat der Politik gegenüber den Banken durchsetzen, man solle nicht immer von Erpressung der Banken fabulieren... seltsam Herr Trittin, wer schreibt denn nun seit Jahren die Gesetzestexte mit - Bundesweit und auch in Brüssel - welche auch von Ihnen klaglos durch die Parlamente gewunken werden... wer hatte jahrelang einen direkten Logenplatz neben Kanzlern und Kanzlerin Namens Ackermann in so vielen Sitzungen, Tagungen und Übertragungen von Gipfel zu Gipfel?! Es ist der unterstützte Lobbyismus welchen dieses Land und die Länder global erstickt. Herr Trittin ist hier mehr und mehr von linker Szene abgewandert und willfähiger Helfer. Der Joschka Effekt. Man beobachte ihn allerorts.

Account gelöscht!

25.07.2012, 06:38 Uhr

Ja, auch das Hamburger Abendblatt muss seine Zeitung irgendwie voll bekommen , als Lückenfüller reicht dieser Trittin allemal !

Ludwig500

25.07.2012, 07:21 Uhr

Stimmt, die Banken stehen nicht zur Wahl. Die regieren automatisch mit, wenn eine beliebige Kombination aus Schwarz/Rot/Gelb/Grün die Regierung bildet. Genau wie die Pharmariesen, Versicherungen, Autokonzerne.
(...)
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