Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.10.2014

18:55 Uhr

Grünen-Politiker

Spitz fordert strengere Datenschutzregeln

ExklusivGrünen-Politiker Malte Spitz fordert strengere Regeln für den Datenschutz. Unternehmen müssten für Daten-Lecks haftbar gemacht werden, Kunden müssten pauschal entschädigt werden, sagte er dem Handelsblatt.

Grünen-Politiker Malte Spitz veröffentlichte das Buch „Was macht Ihr mit meinen Daten?“ dpa/picture alliance

Grünen-Politiker Malte Spitz veröffentlichte das Buch „Was macht Ihr mit meinen Daten?“

DüsseldorfDas Grünen-Parteiratsmitglied und Netz-Politiker Malte Spitz fordert strengere Datenschutzregeln. „Der zuletzt bekannt gewordene Hacker-Angriff auf die US-Bank JP Morgan, bei dem Diebe 80 Millionen Kontodaten erbeuteten, zeigt erneut, dass die Wirtschaft zu wenig tut, um die Daten ihrer Kunden konsequent zu schützen“, sagte Spitz dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

„Ich fordere eine pauschale Entschädigung für Kunden, wenn Unternehmen durch Diebstahl, Fahrlässigkeit oder Missbrauch Kundendaten verlieren, eine Versicherungspflicht könnte diese Risiken absichern.“ Spitz äußerte sich anlässlich der Veröffentlichung seines Buches „Was macht Ihr mit meinen Daten?“

Meine Daten und ich

Die Internetgiganten und die NSA-Affäre

Aus jüngst veröffentlichten Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden geht hervor, dass US-Internetfirmen wie Google, Facebook, Yahoo und Microsoft für die Weitergabe von Daten an den amerikanischen Geheimdienst NSA offenbar Zahlungen in Millionenhöhe erhalten haben. Um an Nutzerdaten zu kommen, muss die NSA nicht auf die Server zugreifen: Datenpakete mit Bezug zu Facebook oder Google können auch an anderer Stelle abgefangen werden.

Datenschutzrichtlinien

Gmail-Nutzer dürften keine „vernünftigen Erwartungen an die Privatsphäre auf dem Server“ stellen, teilte Google vor Kurzem einer US-Verbraucherschutzorganisation mit. Was bedrohlich klingt, ist in den Datenschutzbestimmungen geregelt, die jeder Nutzer bei Kontoeröffnung bestätigt. "Wir erfassen (...) Informationen über die von Ihnen genutzten Dienste und die Art und Weise, wie Sie diese nutzen". Die Daten werden mit dem Gmail-Account verknüpft, lassen sich also auf eine Person beziehen.  

Meine Persönlichkeit ist Gold wert

Laut den Marktanalysten von eMarketer liegt Googles weltweiter Anteil an Online-Werbung im Jahr 2012 bereits bei über 50 Prozent – Tendenz steigend. Google scannt den Inhalt von E-Mails, verfolgt und identifiziert die Nutzer seines Suchmaschinenangebots über Cookies und personalisiert  die Ergebnislisten von Suchanfragen. Zwei Personen können so bei gleichem Suchbegriff völlig unterschiedliche Ergebnisse erhalten – mit individuell auf sie abgestimmten Werbeanzeigen.

Big Data: Auch ich bin vorhersagbar

Laut IT-Branchenverband Bitkom geht es bei der Technik Big Data darum, große unstrukturierte Datenmengen, wie Tweets, Blogs, Texte und Fotos in eine „sinnvolle“ Form zu bringen. Echtzeit und die Berücksichtigung vieler verschiedener Formate ermöglichen das „Erkennen von Zusammenhängen, Bedeutungen, Mustern, Vorhersagen“. Wie genau die Internetkonzerne damit arbeiten, bleibt unklar. „Apple oder Google nutzen diese Möglichkeiten virtuos“, steht in einer Bitkom-Publikation.

In dem Buch, aus dem das Handelsblatt Auszüge exklusiv vorab veröffentlicht, schildert Spitz, wie er versuchte, über ihn im Netz verfügbare Daten wieder aus der Welt zu schaffen. Sein Fazit: „Jeder Mensch sollte selbst entscheiden können, ob und wie seine Daten gespeichert, verarbeitet und weitergegeben werden. Wir brauchen die geplante EU-Datenschutzgrundverordnung, damit jeder Bürger sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung auch zukünftig wahrnehmen kann.“

Von

dne

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Wolfgang Trantow

10.10.2014, 14:00 Uhr

Und wo bleibt der Schutz der Bürger vor der Ausplünderung der Bürger durch Politiker????

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×