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09.11.2012

09:58 Uhr

Grünen-Urwahl

Auf der Suche nach dem Spitzenduo

Knapp zwei Drittel der Grünen haben sich an der ersten Urwahl einer deutschen Partei beteiligt. Für viele Mitglieder gilt Jürgen Trittin in dem Spitzenduo für die Wahl 2013 als gesetzt. Doch sicher ist sein Platz nicht.

Wahlhelfer zählen in Berlin die Stimmzettel der Grünen-Urwahl aus. Am Samstag wird das Ergebnis verkündet. dpa

Wahlhelfer zählen in Berlin die Stimmzettel der Grünen-Urwahl aus. Am Samstag wird das Ergebnis verkündet.

BerlinNur zwei können gewinnen. Bei der Grünen-Urwahl traut sich niemand eine sichere Prognose zu. Die Inszenierung soll stimmen bei der Bekanntgabe des Bundestagswahl-Spitzenduos und seines ersten Auftritts. Das Ergebnis verspricht Aufschluss zu interessanten Personalfragen.

Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke gibt die Namen der Sieger an diesem Samstag in einer hipp-rustikalen Location in Berlin-Wedding bekannt. Dort stellt sich das Spitzenkandidaten-Duo zwei Stunden später auch der Öffentlichkeit.

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Die Grünen konnten sich nicht auf die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl einigen.

Doch wie steht es um die 13 Verlierer, die es rein rechnerisch auch geben wird? Cem Özdemir, der sich selbst nicht beworben hat, baut schon einmal vor. Die Grünen könnten sich ramponierte Spitzenpolitiker kaum leisten, sagt der Parteichef. „Wir werden alle brauchen. Denn der Wahlkampf wird hart werden.“

Knapp 62 Prozent schickten die Stimmzettel zurück – 36 533 der knapp 60 000 Mitglieder. Die Parteiführung sieht das als hohe Wahlbeteiligung. Knapp eine Woche lang saßen nun rund 50 Helfer für ein wenig Honorar in einer schmucklosen Halle der Uferstudios in Berlin an weißen Tischen. Sie absolvierten ein ausgeklügeltes Auszählungsverfahren, das in der Nacht zu Samstag enden sollte.

Zuerst überprüften sie die eidesstattlichen Erklärungen der Wähler, dass sie auch Parteimitglied sind. Dann ging es an die Auszählung der blauen Stimmzettel – die Stimmen wurden auf einzelnen Strichlisten notiert. Gezählt wurde doppelt, bei Unstimmigkeiten auf Listen notfalls dreifach.

Wäre Jürgen Trittin eine Frau, hätte es die Urwahl wohl gar nicht gebraucht, heißt es in der Partei. Denn der starke Mann des linken Flügels, Pragmatiker auf Regierungskurs, gilt selbst bei vielen Partei-Realos als unangefochten. Im März sah es kurzzeitig so aus, als würde Trittin in grünen Hinterzimmern als Alleinkandidat ausgeklüngelt – bis Parteichefin Claudia Roth unter Verweis auf die Frauenquote dazwischen grätschte: „Mit mir als Bundesvorsitzende gibt's das nicht.“

Kommentare (2)

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GuenterCGN

09.11.2012, 10:35 Uhr

"Knapp 62 Prozent schickten die Stimmzettel zurück – 36 533 der knapp 60 000 Mitglieder. Die Parteiführung sieht das als hohe Wahlbeteiligung. Knapp eine Woche lang saßen nun rund 50 Helfer für ein wenig Honorar in einer schmucklosen Halle der Uferstudios in Berlin an weißen Tischen."

Das sagt ja vieles aus...62% von 60Tsd Mitglieder...die abgestimmt hatten. Das zeugt ja von Überzeugung aus den eigenen Reihen!
Na ja, irgendwie muss man es sich ja schön reden.

Was ich vermisse bei dieser Partei, ist, dass sie zwar darüber reden, wer sich als Kandidat aufstellt, bzw. wer Kandidat sein könnte, doch viel wichtiger wäre, wer überhaupt als "Kandidat oder Kandidatin" geeignet wäre!

Realistisch betrachtet, wäre das der wichtigste Aspekt in Zusammenhang mit den politischen Zielen, die man als Partei gemeinsam mit seinen Mitgliedern verfolgen sollte.

So gesehen, geht es hier in diesem Fall, mal wieder nur um persönliche Belange...leider!

Und, was ich noch sagen möchte:

Warum "Liebes Handelsblatt", berichtet ihr nicht auch darüber, dass gestern der Bundestag einstimmig gegen die "Offenlegung der Nebeneinkünfte unserer Abgeordneten" gestimmt hat?

Interessant, wie es immer abläuft nach so einem Thema. Im Fall Steinbrück haben alle Abgeordneten von CDU/CSU und FDP aufgeheult und jetzt stimmen sie dagegen, dass ihre Nebeneinkünfte auf Heller Und Cent veröffentlicht werden.

Das ist ein Skandal!

So etwas sollte mal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken!

WernerWinkler

09.11.2012, 13:59 Uhr

Der Wahrheit halber möchte ich ergänzen, dass ich bereits im März meine Bewerbung abgegeben habe - als zweiter nach Claudia Roth. Jürgen Trittin, Katrin Göhring-Eckart und Renate Künast kamen erst im Sommer dazu, ebenso die anderen zehn Bewerber aus der Basis.
Gruß, Werner Winkler

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