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19.01.2004

21:00 Uhr

Gudera geht auf eigenen Wunsch

Heereschef nimmt seinen Hut

Der Inspekteur der Heeres, Generalleutnant Gerd Gudera, wird auf eigenen Wunsch in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Seine Nachfolge tritt der bisherige Chef des Heeresführungsstabs der Bundeswehr, Hans-Otto Budde, an.

HB BERLIN. Gudera habe am Montagabend den Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) gebeten, beim Bundespräsidenten die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand zu beantragen, teilte das Ministerium in Berlin mit. Struck werde der Bitte nachkommen. Struck habe die Entscheidung des Generals bedauert und ihm für seine Arbeit in der Bundeswehr gedankt.

Die Zeitung „Die Welt“ hatte berichtet, Hintergrund des Rücktrittsgesuchs seien die Einsparungen, die die von Struck geplante Reform dem Heer zumute. Von Spannungen zwischen Struck und Gudera war auch in der Vergangenheit berichtet worden. Das Heer beklagt, dass es zwar den größten Anteil der Auslandseinsätze der Bundeswehr trage, aber auch den größten Teil der Einsparungen zu schultern habe.

Struck wies dagegen Spekulationen, nach denen "politische Unterschiede oder dergleichen" der Grund für Guderas Rücktritt waren, ausdrücklich zurück. Er habe mit dem Generalleutnant verabredet, dass sich beide zu Motiven seiner Entscheidung nicht öffentlich äußern, sagte Struck am Dienstag bei einem Besuch des Bundeswehr-Standorts Koblenz. Nachfolger Guderas solle der bisherige Chef des Führungsstabs des Heeres, Hans-Otto Budde, werden, kündigte der Verteidigungsminister an.

Die Inspekteure stehen an der Spitze der Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine und gehören damit zur militärischen Führung der Bundeswehr. Im Verteilungskampf um die knappen Finanzmittel der Bundeswehr vertreten sie traditionell die Interessen ihrer Teilstreitkraft. Der 60-jährige Gudera ist seit April 2001 Heeresinspekteur. Er trat 1966 in die Bundeswehr ein. Dem „Welt“-Bericht zufolge soll der bisherige Chef des Führungsstabs des Heeres, Hans-Otto Budde, sein Nachfolger werden.

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