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19.10.2011

18:06 Uhr

Gütesiegel

EU setzt „Made in Germany“ zu

VonThomas Ludwig

ExklusivGeplante Änderungen am Warenursprungsrecht alarmieren Politik und Verbände. Sie befürchten, dass aus dem Qualitätslabel „Made in Germany“ schnell „Made in Taiwan“ werden könnte.

„Made in Germany“ ist wie ein Markenzeichen. Hier steht es auf der Unterseite eines Kochtopfs. dpa

„Made in Germany“ ist wie ein Markenzeichen. Hier steht es auf der Unterseite eines Kochtopfs.

BrüsselWeil die EU-Kommission Änderungen am Ursprungsrecht für Waren plant, könnte es bald weniger Produkte geben, die mit dem Qualitätslabel „Made in Germany“ werben. Bislang liegt der Ursprung einer Ware in jenem Land, in dem die „letzte wesentliche, wirtschaftlich gerechtfertigte Verarbeitung“ vorgenommen wurde. Egal, aus welchen Ländern die Einzelteile kommen.

Der für das Zollwesen zuständige EU-Kommissar Algirdas Semeta will Informationen des Handelsblatts zufolge dieses Prinzip aufweichen und stattdessen den Wert der aus dem Ausland stammenden Zulieferteile für eine Ware als Maßstab nehmen. Übersteigt er die Grenze von 45 Prozent beim Endprodukt, kann aus dem „Made in Germany“ in der Folge schnell ein „Made in Taiwan“ werden. Verbände und Politiker schlagen Alarm. Der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) erwartet „schwerwiegende Auswirkungen für den Export“. Und Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil fordert: „In Deutschland gefertigte Produkte müssen ihren Ursprung in Deutschland behalten.“

Kommentare (5)

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Vorbei

19.10.2011, 22:42 Uhr

Ja, so ist das nunmal in der zentralistischen EUdssr. Warum sich noch darüber aufregen, angefangen hat der Wahnsinn beim deutschen Arbeitnehmer. Diesr musste durch Produktionsverlagerungen ins südeuropäische Ausland mit Hartz IV alimentiert werden. Zur Angleichung der Lebensverhältnisse kam es in Deutschland über Zeitarbeit zu Lohndumping. Jetzt hat die Politclique es geschafft uns so weit in diesen Eurowahsinn zu verstricken, das es keinen Ausweg mehr gibt. Weder für die Wirtschaft, noch für die Banken und die Arbeitnehmer. Als letztes werden die politischen Grabenkämpfe um die Plätze im Zentralkomitee der EU in Brüssel ausgetragen!

Account gelöscht!

20.10.2011, 09:42 Uhr

Die Problematik ist sehr klar dargestellt. Es wird an der Zeit, dass derart wichtige Zoll-und Aussenhandelsthemen, auch wenn sie keine leichte Kost und nicht besonders "sexy" sind, nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in übergeordneten politischen Kreisen beachtet und diskutiert werden.
Es fehlt allerdings ein wichtiger Aspekt: beginnt die EU mit derartigen Listenregeln, ist die Wahrscheinlich extrem hoch, dass andere Länder -unsere Exportmärkte- dies aufgreifen und ebenfalls eigene, abweichende Regeln einführen werden. Ein deutscher Exporteur müsste dann seine Ware ggf nach USA mit Ursprung A, nach Indien mit Ursprung B und nach Argentinien mit Ursprung C liefern, was praktisch nahezu unmöglich ist.
Die Generaldirektion Steuern und Zölle muss sich im klaren sein, dass sie ein neues, gigantisches Handelshemmnis erfindet, dass viele Länder in der momentanen Situation dankend annehmen werden. Hier schliesst sich der Kreis zum gestrigen Bericht "EU Kommissar wirft G20 Behinderung des Handels vor.

Account gelöscht!

20.10.2011, 09:44 Uhr

Die Problematik ist sehr klar dargestellt. Es wird an der Zeit, dass derart wichtige Zoll-und Aussenhandelsthemen, auch wenn sie keine leichte Kost und nicht besonders "sexy" sind, nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in übergeordneten politischen Kreisen beachtet und diskutiert werden.
Es fehlt allerdings ein wichtiger Aspekt: beginnt die EU mit derartigen Listenregeln, ist die Wahrscheinlich extrem hoch, dass andere Länder -unsere Exportmärkte- dies aufgreifen und ebenfalls eigene, abweichende Regeln einführen werden. Ein deutscher Exporteur müsste dann seine Ware ggf nach USA mit Ursprung A, nach Indien mit Ursprung B und nach Argentinien mit Ursprung C liefern, was praktisch nahezu unmöglich ist.
Die Generaldirektion Steuern und Zölle muss sich im klaren sein, dass sie ein neues, gigantisches Handelshemmnis erfindet, dass viele Länder in der momentanen Situation dankend annehmen werden. Hier schliesst sich der Kreis zum gestrigen Bericht "EU Kommissar wirft G20 Behinderung des Handels vor.

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