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28.08.2011

16:44 Uhr

Guido Westerwelle

Außenminister auf Abruf

Nach Gerüchten um seine bevorstehende Ablösung hat Bundesaußenminister Westerwelle nun doch seinen Respekt für den Libyen-Einsatz der Nato geäußert. Die FDP-Spitze will nun an ihm festhalten - vorerst.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) wartet auf den Beginn einer FDP-Präsidiumssitzung in Berlin: Die FDP will an ihrem umstrittenen Außenminister Guido Westerwelle festhalten. Darauf verständigten sich am Sonntag die Spitzen der Partei. dpa

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) wartet auf den Beginn einer FDP-Präsidiumssitzung in Berlin: Die FDP will an ihrem umstrittenen Außenminister Guido Westerwelle festhalten. Darauf verständigten sich am Sonntag die Spitzen der Partei.

BerlinDie FDP will an Außenminister Guido Westerwelle festhalten, nachdem er der Nato für ihren Einsatz in Libyen nun doch Respekt gezollt hat. Darauf verständigten sich am Sonntag die Spitzen der Partei. Für FDP-Chef Philipp Rösler komme eine Ablösung Westerwelles nicht infrage, hieß es. Der Außenminister habe mit seinem Lob für den erfolgreichen Nato-Einsatz gegen Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi spät, aber nicht zu spät eingelenkt.

Westerwelle war wegen seiner Haltung in der Libyen-Frage in seiner eigenen Partei massiv in die Kritik geraten. Er hatte den Erfolg der Rebellen in Tripolis zunächst auch mit der von Deutschland unterstützten Sanktionspolitik begründet - nicht aber mit dem Nato-Einsatz, an dem sich Deutschland nach einer Enthaltung um UN-Sicherheitsrat nicht beteiligt hatte. Daraufhin hatte sich Rösler in einem Interview distanziert: „Unser tiefer Respekt und unsere Dankbarkeit gelten auch unseren Verbündeten, die Gaddafis Mordeinheiten entscheidend in den Arm gefallen sind.“

Am Wochenende hatte auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der „Bild am Sonntag“ den Nato-Einsatz gelobt: „Wir stehen fest zu unseren Verbündeten und zur Nato, für deren Einsatz ich tiefen Respekt habe.“ Westerwelle sah sich angesichts des zunehmenden Drucks zur Kehrtwende gezwungen. In der „Welt am Sonntag“ sprach auch er von „Respekt“ für die Nato. „Wir sind froh, dass es den Libyern auch mit Hilfe des internationalen Militäreinsatzes gelungen ist, das Gaddafi-Regime zu stürzen“, schrieb Westerwelle in dem Gastbeitrag.

Kommentare (24)

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Geheimrat

28.08.2011, 12:00 Uhr

Der Punkt ist,
wir können keinen Außenminister gebrauchen, der
solche Fehlentscheidungen trifft, es mangelt ihm an Intelligenz.

Fortunio

28.08.2011, 12:28 Uhr

Westerwelle ist eine durchschnittliche Intelligenz, wie auch sein "Aufsatz" in der Welt am Sonntag beweist. Eine durchschnittliche Intelligenz dürfte für einen Außenminister unter Umständen sogar hinreichend sein. Was ihm fehlt ist politischer Instinkt und der ist in der Politik und vor allem in der Außenpolitik notwendiger als überragender Intellekt.

azaziel

28.08.2011, 12:31 Uhr

Warum muss Westerwelle das eigentlich alleine ausbaden? Hat seine Partei nicht hinter ihm gestanden? Hat er ohne Wissen der Kanzlerin gehandelt? Ganz schoen schaebig! Natuerlich ist es ein aussenpolitisches Desaster, dass Deutschland sich nicht mit seinen Partnern abgestimmt hat. Fuer mich ist das aber nicht allein in der Verantwortung von Westerwelle, sondern in der Verantwortung der Regierung Merkel. Alles, alles was die Regierung Merkel anpackt, ob Atompolitik, Wirtschaftspolitk, Waehrungspolitik, und, und und, .... verwandelt sich wundersam, nur ein klein wenig anders wie bei Koenig Midas in ..... Scheisse!

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