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02.11.2015

17:25 Uhr

Gutachten zu Dieselgate

VW-Besitzer könnten auf Folgekosten sitzen bleiben

2,4 Millionen Besitzer der von Abgasmanipulationen betroffenen VW-Fahrzeuge in Deutschland könnten laut einem Gutachten auf den Folgekosten sitzen bleiben. Die Verbraucherzentrale fordert die Politik nun zum Handeln auf.

Die Verbraucherzentrale fordert von VW “maximale Kulanz“. dpa

Rückrufaktion VW-Dieselmotoren

Die Verbraucherzentrale fordert von VW “maximale Kulanz“.

BerlinDer Abgas-Skandal droht den betroffenen VW-Kunden nach Einschätzung von Verbraucherschützern direkt ans Portemonnaie zu gehen. So besagt ein Rechtsgutachten im Auftrag des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), dass Volkswagen nach aktueller Rechtslage nicht verpflichtet ist, sämtliche Kosten für die Folgen der bevorstehenden Rückrufe zu tragen. Dazu zählten etwa ein Ersatzwagen während der Reparatur, Verdienstausfall oder Mängel im Anschluss an die Nachbesserungen in den Werkstätten. Die Aktion kann nach Auffassung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) im Januar starten.

Wie der vzbv am Montag in Berlin mitteilte, deutet sich an, dass ein erhöhter Spritverbrauch, Leistungsabfall oder schwindender Wiederverkaufswert infolge der Nachbesserung das Problem der Halter wäre. „Verbraucher dürfen nicht auf dem Schaden sitzen bleiben, den ihnen Volkswagen beschert hat“, forderte der Verband. Kritisch ist es laut dem Gutachten auch, dass bereits nach zwei Jahren Gewährleistungsansprüche gegen Autohändler verjährten. Diese Frist ist für viele betroffene VW-Kunden schon abgelaufen.

Für weiterreichende Schadenersatz-Ansprüche müssten die Verbraucher in Vorleistung gehen und den Nachweis führen, dass VW beispielsweise betrogen oder vorsätzlich Kunden getäuscht hat. „Diesen Nachweis zu erbringen, wird für Verbraucher schwierig, weil sie keinen Einblick in interne Vorgänge des Unternehmens haben“, erklärte der Verband.

Die Rückrufaktion für 2,4 Millionen Diesel in Deutschland beginnt im Januar. Das KBA habe den geforderten Maßnahmen- und Zeitplan nun bewertet und für tragfähig erachtet, sagte ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur. Los gehen könne es mit den Zwei-Liter-Fahrzeugen. VW hatte mit einem Computerprogramm die Abgaswerte bei Dieselwagen manipuliert. Deshalb müssen die betroffenen Fahrzeuge nach und nach in die Werkstätten. Es sei eine große logistische Herausforderung zu bewältigen, hieß es beim KBA.

Die Verbraucherschützer forderten unterdessen die Politik auf, über die Flensburger Behörde anzuordnen, dass VW alle Folgekosten tragen muss. Das KBA überwacht den Rückruf. Die Nachbesserungen sind laut Volkswagen „kostenlos für unsere Kunden“. Details - etwa zum Thema Ersatzfahrzeuge - sind allerdings noch unklar.

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