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15.09.2016

14:01 Uhr

Gute Noten von der OECD

Ausbildungsrepublik Deutschland

Deutschland ist spitze: In keinem anderen Industrieland ist der OECD zufolge der Anteil junger Arbeitsloser so niedrig wie hier. Die Organisation lobt die berufliche Bildung und sieht einen Trend zu höheren Abschlüssen.

Deutschland gilt als führend bei der beruflichen Bildung. dpa

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Deutschland gilt als führend bei der beruflichen Bildung.

BerlinDie berufliche Bildung bleibt für die OECD eine der Stärken Deutschlands. In kaum einem anderen Industrieland ist der Anteil junger Menschen, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind, so niedrig, wie aus einem von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag in Berlin vorgelegten Bildungsbericht hervorgeht. Zugleich hält der Trend zu höheren Abschlüssen an.

„Die berufliche Bildung ist ein großer Erfolg für den Arbeitsmarkt“, heißt es in dem aktuellen Bericht „Bildung auf einen Blick“, der jährlich veröffentlicht wird. Die Arbeitslosenquote der 25- bis 64-Jährigen Erwachsenen mit einem beruflichen Abschluss zähle zu den niedrigsten in den OECD-Ländern.

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Zugleich erwerben auch in Deutschland immer mehr Menschen einen höheren Abschluss etwa an einer Universität. Der Anteil von jungen Erwachsenen mit einem sogenannten Tertiärabschluss stieg in Deutschland von 22 Prozent im Jahr 2005 auf 30 Prozent im Jahr 2015. Die Quote liegt damit aber noch immer unter dem OECD-Durchschnitt von 42 Prozent.

Bei den Bildungsausgaben liegt Deutschland mit 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts unter dem OECD-Durchschnitt von 4,8 Prozent. Hierzulande gelinge es seit Jahren nicht, den Anteil der Menschen ohne Berufsausbildung oder Abitur zu verringern, sagte der OECD-Experte Andreas Schleicher. „Er liegt bei den heute 25- bis 34-Jährigen bei 13 Prozent und das ist exakt der gleiche Wert wie bei den 55- bis 64-Jährigen.“ In vielen anderen Ländern sei dies dagegen gelungen. Etwa in Österreich, wo die Quote von 23 Prozent auf zehn Prozent gedrückt worden sei, in der Schweiz, wo der Anteil Geringqualifizierter von 16 auf acht Prozent viel.

Nach wie vor ungenügend seien auch die Aufstiegschancen für Jugendliche aus den sogenannten bildungsfernen Familien, sagte Schleicher. Nur jeder zehnte Sohn oder Tochter im Alter zwischen 21 und 44 Jahren von Eltern ohne Schulabschluss könne ein abgeschlossenes Studium vorweisen. „Nur in sechs Staaten ist die Mobilität geringer“, sagte Schleicher.

So viel geben Länder für Bildung aus

Große Spannweite

Die Kosten für Bildung pro Schüler oder Studierender sind von Land zu deutlich unterschiedlich: Die Spannweite reicht von umgerechnet rund 17.500 US-Dollar bis 3.300 US-Dollar jährlich. Die Angaben beziehen sich auf die Primär- bis Tertiärstufe und wurden im Bildungsbericht 2015 der OECD veröffentlicht.

Mexiko

Schlusslicht: Mexiko gibt am wenigsten für seine Schüler und Studierenden aus: 3.354 US-Dollar pro Jahr.

Chile

Die Kosten in Chile belaufen sich auf 5.134 US-Dollar pro Jahr.

Italien

Schlusslicht in Europa: Italien gibt 7.968 US-Dollar pro Schüler oder Studierender aus.

Frankreich

Frankreich hat jährliche Bildungsausgaben in Höhe von umgerechnet 9.529 US-Dollar pro Jahr und Schüler.

Deutschland

Deutschland ist mit 10.062 US-Dollar pro Jahr und Schüler im Mittelfeld bei den Bildungsausgaben.

OECD Durchschnitt

Durchschnittlich geben die OECD Länder 10.220 US-Dollar aus.

Großbritannien

Großbritannien hat jährliche Bildungsausgaben in Höhe von umgerechnet 11.254 US-Dollar pro Jahr und Schüler.

Japan

Japan gibt für Bildung jährlich pro Studierender 11.671 US-Dollar aus.

USA

Die USA lässt sich Bildung mit 14.770 US-Dollar pro Schüler jährlich kosten.

Schweiz

Spitzenreiter: Am meisten gibt die Schweiz für die Bildung seiner Schüler und Studierenden aus: 17.485 US-Dollar pro Jahr. Das ist fast so viel wie Italien und Frankreich zusammen.

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