Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.03.2011

09:35 Uhr

Guttenberg-Affäre

Biedenkopf weist Merkel zurecht

Merkels Rückendeckung für Plagiator Guttenberg sorgt für Unmut in der CDU. Sachsens Ex-Ministerpräsident Biedenkopf stößt sich an ihrer Aussage, sie habe den Minister nicht als wissenschaftlichen Mitarbeiter eingestellt.

Kurt Biedenkopf: „Der Mensch wird gemessen, nicht das Amt. Und der Mensch ist auch nicht teilbar.“ Quelle: ap

Kurt Biedenkopf: „Der Mensch wird gemessen, nicht das Amt. Und der Mensch ist auch nicht teilbar.“

Der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf kritisiert Kanzlerin Angela Merkels (beide CDU) Umgang mit den Plagiatsvorwürfen gegen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Biedenkopf unterstützt die Wissenschaftler, die sich mit einer Protestnote an Merkel gewandt haben: „Ich teile in vollem Umfang das, was dort gesagt wird“, sagte Biedenkopf am Montag dem ZDF-Hauptstadtstudio. Biedenkopf kritisierte Merkels Aussage, sie habe keinen wissenschaftlichen Assistenten eingestellt, sondern einen Minister: „Der Mensch wird gemessen, nicht das Amt. Und der Mensch ist auch nicht teilbar“, sagte Biedenkopf. „Wenn Guttenberg mich am Anfang gefragt hätte, hätte ich ihm empfohlen ins Glied zurückzutreten.“

Biedenkopf teilt die Einschätzung des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, dass die Plagiatsaffäre weitreichende Folgen habe: „Das ist ein Sargnagel an der Glaubwürdigkeit der politischen Klasse.“ Er glaube zu Guttenberg nicht, dass der bei der Erstellung seiner Dissertation lediglich Fehler gemacht habe: „Ich kann nicht eine Dissertation schreiben mit Zweidrittel plagiierten Stellen, ohne das zu wissen.“ Er sehe nicht, wie Guttenberg den über ihm liegenden „chatten loswerden“ wolle. Er frage sich, wie zu Guttenberg die große Aufgabe der Neuordnung der Bundeswehr „wirklich bestehen will“.

Kanzlerin Angela Merkel hatte sich trotz wachsender Kritik aus den eigenen Reihen am Montag abermals hinter ihren Verteidigungsminister gestellt. Sie zeigte aber zugleich Verständnis für die Empörung des deutschen Wissenschaftsbetriebs über die Plagiatsaffäre. „Das ist ein in der Wissenschaft sehr ernster Vorgang“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Über den Betrugsvorwurf habe jedoch nicht die Kanzlerin, sondern die Universität Bayreuth zu befinden. „Und diese Klärung gilt es abzuwarten.“ In der Union wuchs aber die Kritik an Guttenberg.

Guttenberg selbst wollte sich nicht zu den Plagiatsvorwürfen äußern. „Meine Arbeitskraft, was die Bundeswehr anbelangt, ist vollends gegeben. Ich habe dieses Amt auszuführen und will das auch mit Freuden tun“, sagte er in München. Im Vordergrund stehe nun die Bundeswehrreform, bei der ab kommender Woche wichtige Entscheidungen anstünden.

Kommentare (15)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.03.2011, 09:58 Uhr

@ anoymner Benutzer (unter diversen Synoymen): .......... hier den großen Moralapostel spielen und selbst zu jedem, mittlerweile ohnehin langweilenden HB-Bericht, ein und die selbe koopierte "Sülze" veröffentlichen!

FataMorgana

01.03.2011, 10:00 Uhr

„Das ist ein in der Wissenschaft sehr ernster Vorgang“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Über den Betrugsvorwurf habe jedoch nicht die Kanzlerin, sondern die Universität Bayreuth zu befinden. „Und diese Klärung gilt es abzuwarten.“
---
Typisch Merkel, sie wartet mal wieder ab, anstatt selbst zu handeln und Googleberg zu feuern. Merkels Problem sind die Millionen Googleberg-Fans im BILD=BLÖD-Land und die gleichzeitig bevorstehenden, für schwarzgelb und BK Merkel überlebenswichtigen Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Merkel will nicht diejenige sein, die zum jetzigen Zeitpunkt Googleberg in die Wüste schickt. Damit wäre ihr eigenes Schicksal spätestens am 27. März um 18 Uhr besiegelt.
Es ist die merkelsche kalkulierte Abwegung von Interessen.
Um ein bevorstehendes Wahldesaster zu vermeiden, deckt und hält man einen adeligen Hochstapler und Betrüger in Amt und Würden. Googleberg und Merkel führen für Wählerstimmen die Wissenschaft, die parlamentarische Demokratie mitsamt des Bundestages im Nasenring durch die Politmanage.
Somit heisst es wie zu Kohls Zeiten bei der CDU/CSU, mal wieder aussitzen.
Doch damit kommen sie dieses mal nicht mehr durch Frau Merkel!
So blöd kann der gemeine Wähler einfach nicht sein, das er ihnen das durchgehen lässt.

Grenanke

01.03.2011, 10:22 Uhr

"Volksverarschung HOCH DREI"

warum nicht hoch 2 oder hoch 4? .......

"Es ist die merkelsche kalkulierte Abwegung von Interessen."

Achso, und eine von der Opposition induzierte Rufmord-Kampagne geschieht völlig aus ehrenvollen Gründen.
In der Opposition sind ja alle solche ehrenvolle und ehrliche Politiker, da bleibt einem ja nichts anderes übrigals jemanden durchs Dorf zu jagen, weil er vor
Jahren(!) in einer Arbeit vergessen hat zu zitieren.

Und wer OHNE sünde ist werfe den ersten Stein, aber hier werfen sie alle trotzdem.

In der Opposition wird mit zweierlei Maß gemessen.
Man sollte Fair sein, außer man verfolgt irgendwelche niederen Interessen ;-) , und sollte mal alle Doktorarbeiten der Pöbler und Kritiker die sich dauernd im Plenarsaal auf SPD und Grünen-Seite versammeln nach unstimmigkeiten überprüfen.
Dann verstummen sie alle sofort und die Wissenschaft erlebt ein Waterloo ohnegleichen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×