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23.02.2011

14:55 Uhr

Guttenberg im Bundestag

„Ich bin an der Quadratur des Kreises gescheitert“

VonGeorg Watzlawek

Die Opposition hatte Karl-Theodor zu Guttenberg zur Aufklärung der Affäre um seine Doktorarbeit ins Parlament zitiert. Der Minister kam, räumte Hochmut, Fehler und Überlastung ein. Aber mehr nicht.

Unter Beschuss: Guttenberg. Quelle: dapd

Unter Beschuss: Guttenberg.

Berlin

Die Tatsache, dass seine Doktorarbeit "offensichtlich sehr fehlerhaft" war, habe ein "schlechtes Signal" in die Wissenschaftsgemeinde geschickt, sagte zu Guttenberg in der mit Emotionen aufgeladenen Fragestunde des Bundestages.

Dieses Signal habe nicht aufrecht erhalten werden können, daher habe er seine Universität gebeten, die Doktorarbeit zurückzunehmen, sagt der CSU-Hoffnungsträger. Dafür habe er sich bereits entschuldigt - und diese Entschuldung könne er auch im Bundestag wiederholen.

Er verwahrt sich jedoch gegen den Vorwurf, die Arbeit sei ein Plagiat. Dafür sei Voraussetzung, dass die Arbeit bewusst und vorsätzlich abgekupfert worden sei. Das, so der Minister, sei nicht der Fall. Er habe Fehler gemacht, aber unbewusst und ohne Täuschungsabsicht. Das sei eine "subjektive Einschätzung", die man ihm abnehmen müsse.

In einer sehr persönlichen Erklärung räumt Guttenberg ein, er sei "so hochmütig gewesen zu glauben, mir würde die Quadratur des Kreises gelingen: die hohen Anforderungen der Tätigkeit eines Bundestagsabgeordneten, die Doktorarbeit und die Pflichten eines Familienvaters unter einen Hut zu bringen". Das sei "offensichtlich" eine Überlastung gewesen.

Daher, so Guttenberg, ziehe er die Konsequenzen, und gebe seinen Doktortitel dauerhaft zurück. Es sei allerdings nach wie vor vom wissenschaftlichen Gehalt seiner Arbeit überzeugt.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

23.02.2011, 15:01 Uhr

"Der Minister betont, alle Dienstleistungen und Informationen, die er vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestages erhalten habe, in den Fußnoten "präzise" und ausreichend benannt zu haben."

Schön, also auch bestätigt, dass der Steuerzahler Guttenbergs Dissertaionszeit mitfinazierte.

Ich denke wir werden noch ganz andere Zugeständnisse bekommen

Blauauge

23.02.2011, 15:29 Uhr

Das war alles, was Herr v. G.pexiert und wie damit umgegangen ist ohne Frage indiskutabel. Und auch die damit verbundne Aufforderung, sein Amt zur Verfügung zu stellen, ist keineswegs unsachlich. Unerträglich ist allerdings die deutsche Presse, die
eine abstoßende, menschenverachtende Hetz- und Hexenjagd daraus macht. Herr Jörges,der durchaus auch gute Medienbeiträge zu produzieren weiß, benimmt sich z. B.
so, daß man nur noch an Herrn Schnitzler mit seinem schwarzen Kanal erinnert wird.
Das alles grenzt im Rechtsstaat an Amtsanmaßung, denn zuallererst sind die Uni Bayreuth und äußerstenfalls die Staatsanwaltschaft zuständig und die Presse ist kein
Hilfsorgan dieser zuständigen Institutionen.Man hat hier das Gefühl, man ist im Rußland von Herrn Putin.

Account gelöscht!

23.02.2011, 16:10 Uhr

Guttenberg wird an der Quadratur der Überheblichkeit scheitern, im Kreis dreht er sich jetzt schon.

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