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04.03.2011

07:06 Uhr

Guttenberg

Merkel hofft auf Comeback ihres Polit-Stars

Ohne ihren Lieblingspolitiker will die Union offenbar nicht mehr sein. Kanzlerin Merkel wirbt bereits diskret für seine Rückkehr. Die CSU fährt nach Guttenbergs Rücktritt neue Attacken gegen die Schwesterpartei.

Karl-Theodor zu Guttenberg und Kanzlerin Angela Merkel. Quelle: dapd

Karl-Theodor zu Guttenberg und Kanzlerin Angela Merkel.

Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält ein Comeback des in der Plagiats-Affäre um seine Doktorarbeit zurückgetretenen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) für möglich. "Die Türen zur Politik sind ihm aus meiner Sicht nicht verschlossen", sagte die Kanzlerin den "Stuttgarter Nachrichten" (Freitag). Sie bleibe auch bei der Auffassung, "dass er weiter ein guter Minister hätte sein können." Zugleich wies Merkel Vorwürfe zurück, in der Affäre selbst Fehler gemacht zu haben. Aus Reihen der CSU hält unterdessen die Kritik an der Schwesterpartei wegen mangelnder Solidarität mit Guttenberg an.

"Ich habe abgewogen zwischen Fehlern und Leistungen, und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass Karl-Theodor zu Guttenberg, der ein hochbegabter Politiker ist, sich als Verteidigungsminister bewährt hatte", sagte die Kanzlerin. "Mir ging es um die zentrale Frage, ob seine unbestreitbaren Fehler, derentwegen ihm der Doktortitel aberkannt wurde, seine weitere Amtsausübung negativ beeinflussen oder sie gar unmöglich machen würde." Guttenbergs Dissertation sei "Teil eines früheren, von seiner Ministertätigkeit völlig getrennten
Lebensabschnitts", so die Kanzlerin.

Die Aberkennung des Doktortitels sei in der akademischen Welt eine große Belastung. "Dem gegenüber steht für mich als Bundeskanzlerin seine wertvolle Arbeit für die Bundeswehr, die begonnene Bundeswehr-Reform, sein Engagement für die Soldaten, seine klaren Worte zum Afghanistan-Einsatz", sagte Merkel. Guttenberg habe sich um Deutschland verdient gemacht.

CSU-Parteivize und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer kritisiert die Forderungen nach einer schnellen Rückkehr Karl-Theodor zu Guttenbergs (CSU) auf die politische Bühne. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe) forderte Ramsauer laut Vorabbericht dazu auf, den zurückgetretenen Verteidigungsminister jetzt erst einmal in Ruhe zu lassen. Durch Rückkehr-Spekulationen werde Guttenberg in den nächsten Hexenkessel getrieben. Allerdings würde es ihn freuen, Guttenberg wieder auf der politischen Bühne zu erleben.

Kommentare (16)

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Bananenrepublikaner

04.03.2011, 08:02 Uhr

Wie kann man nur auf die Rückkehr Guttenbergs in die Politik hoffen.

Dann hätte er ja nie zurück treten müssen.

Wenn ich mit jemandem ein Geschäft mache und ich merke er hat mich beschissen, dann hat dieser Jemand, sein letztes Geschäft mit mir gemacht.

Man tut jetzt so, als gäbe es keinen anderen Menschen in diesem Land mit seinen 82 000 000 Einwohnern als nur Guttenberg und nur er kann dieses Land retten.

Was für ein einfacher Denkstiel.?

Ich hoffe innig, dass dieser Blender nicht mehr in die Politik zurück kommt.
Mir wäre nicht wohl dabei, denn in der Politik erwarte ich,
dass die Leute ehrlich sind.
Es hat schon viel zu viele die dort sind und ihre zweite Chance wahr nehmen.
Aber vielleicht ist es ja gerade dies, was die Kanzlerin damit meint, nähmlich dass er dort wieder bei Seinesgleichen ist, er könnte dort weiter machen und uns weitere Märchen erzählen.
Er wäre dann wieder im Verein der uns dauernd beschwatzenden und veraa....

Das aber wiederum brauchen wir nicht.
Es ist höchste Zeit, dass etwas mehr Ehrlichkeit in die Politik kommt.
Blender und Volksverdummer gibt es bereits zu hauft.
Da brauchen wir wirklich keinen Guttenberg.

Kanzlerrecht

04.03.2011, 08:19 Uhr

Gauner, Betrüger, Verbrecher werden hoffiert!
Steuerbetrüger >annonymes Abkommen mit der Schweiz!
Verbrecher: Banker die Milliarden verzockt haben
Betrüger und Täuscher des Parlaments >Guttenberg
und das alles unter Koordination der Frau Bundeskanzlerein.
Ist das noch eine rechtsstaatliche Regierung?
Ich hoffe nur daß die Staatsanwaltschaft Guttenberg bloslegt und seine Unterstützer in der Uni

Wissensgesellschafter

04.03.2011, 08:31 Uhr

Ich verstehe nicht, was an diesem Mann so toll sein soll. Man möge sich doch einmal klar machen, was es menschlich heißt, wie zu Guttenberg das - nach Aussagen seines Doktorvaters - jahrelange Vertrauensverhältnis derartig skrupellos ausgenutzt hat, wie er einem - auch international - hoch geachteten Wissenschaftler eine zusammenkopierte Arbeit freundlich lächelnd als eigenes Werk überreicht hat. Wie kann eine Frau Merkel, wie kann ein Herr Seehofer so einen Menschen noch hoch achten? Jeder, der mit ihm zusammenarbeitet, muss doch erwarten, genauso hintergangen zu werden. In der freundlichsten Art selbstverständlich. Warum hat er Merkel und Seehofer nicht schon vor dem offiziellen Rücktritt von seiner Absicht informiert? Guttenberg kann offensichtlich jedem nur ein falscher Freund sein.

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