Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.03.2011

09:18 Uhr

Guttenberg-Rücktritt

Vom Wert der Wahrhaftigkeit

VonWolfgang Clement

An Politiker werden besondere Maßstäbe angelegt. Denen muss auch ein Karl-Theodor zu Guttenberg letztlich genügen. Er tat es nicht. Daher ist sein Rücktritt folgerichtig. Ein Gastkommentar von Wolfgang Clement

Es schien wie eine Karriere aus dem politischen Bilderbuch. Dass jemand wie dieser Karl-Theodor zu Guttenberg innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Shootingstar der deutschen Politik werden konnte, das war eigentlich unvorstellbar und hatte es wahrlich noch nicht gegeben in der bundesdeutschen Geschichte: Der unangefochten beliebteste Politiker des Landes, der Hoffnungsträger der Unionsparteien, der jugendlich wirkende Held an der Spitze der Bundeswehr.

Ein junger Mann, mit einer engagierten Frau zur Seite, der viele Wählerinnen und Wähler zu begeistern und die Truppe für sich einzunehmen verstand und dem darob manche schon die Kanzlerschaft in Aussicht stellen wollten. Das passte in dieses von allzu vielen Medien aufbereitete Faszinosum, das zumindest zeitweise die Mechanismen des Berliner politischen Betriebs außer Kraft zu setzen schien.

Und nun dies, der Rücktritt, der „schmerzlichste Schritt“ in einem doch sehr jungen politischen Leben, der abrupte Absturz aus exorbitanter Höhe öffentlichen Ansehens. Innerhalb von etwa zwei Wochen ist das, was man sich angewöhnt hat, die „Plagiatsaffäre“ zu nennen, in einem Drama ohnegleichen geendet.

Für ihn, den Baron zu Guttenberg, kommt dies einer Katastrophe gleich, von der zu erholen ihm sehr, sehr schwerfallen wird. Die Frage einer Wiederkehr in hervorgehobene politische Ämter sollte man ihm deshalb für die nächsten Jahre, die kommen, ersparen. Seiner Partei und deren Vorsitzendem ist darob dringend Zurückhaltung anzuempfehlen.

Die Kanzlerin hat wieder einmal zu spröde, fast wissenschaftlich kühl reagiert. Sie brauche keinen wissenschaftlichen Assistenten, sondern einen fähigen Verteidigungsminister, war sinngemäß ihre beinahe einzige hörbare Einlassung zu einem ihrer wichtigsten Kabinettsmitglieder. Aber so hält man, wie sich zeigt, keinen Politiker im Amt – und wichtiger noch: So gewinnt man keine Menschen!

Für die deutschen Medien, jedenfalls in ihrer Mehrheit, wird aus dem steilen Anstieg und dem tiefen Absturz des Freiherrn von und zu Guttenberg auch kein Ruhmesblatt. Dazu waren das „Hosianna“ und das „Kreuziget ihn“ nur allzu nah beieinander, als dass sie je für sich bedacht hätten wirken können.

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.03.2011, 10:11 Uhr

Wohl wahr!Das verwerfliche Tun des von seinem Ehrgeiz,einen akademischen Titel seinem respektablen Namen hinzufügen zu können,Getriebenen muss man verurteilen.Insofern hat seine späte Einsicht richtigerweise noch zu dem Rücktritt als Minister geführt.-Dass es zu dem Eklat überhaupt kommen konnte,muss sich die Uni Bayreuth ebenso zuschreiben,denn sie hat es sträflich versäumt,die Plausibiltät der Dissertation des Gestrauchelten zu prüfen.Kein Ruhmesblatt für die Universität.

herbert1949

02.03.2011, 10:35 Uhr

!!!Vom Wert der Wahrhaftigkeit!!!
Diese Type hat es nötig so geistige Blähungen zu verbreiten. Der hat uns mit seiner Nachtfluggenehmigung und seinem Einsatz gegen das Nachtflugverbot in Bonn schon genug Mist hinterlassen. Man sollte in all den Fällen mal untersuchen wie diese Typen an solchen Beschlüssen Profitieren. Ich galube so manch einem Tagträumer würden da sehr die Augen auf gehen.

herbert1949

02.03.2011, 10:35 Uhr

!!!Vom Wert der Wahrhaftigkeit!!!
Diese Type hat es nötig so geistige Blähungen zu verbreiten. Der hat uns mit seiner Nachtfluggenehmigung und seinem Einsatz gegen das Nachtflugverbot in Bonn schon genug Mist hinterlassen. Man sollte in all den Fällen mal untersuchen wie diese Typen an solchen Beschlüssen Profitieren. Ich galube so manch einem Tagträumer würden da sehr die Augen auf gehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×