Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.12.2011

04:20 Uhr

Guttenberg

Scharfe Kritik vor Auftritt in Brüssel

CDU, CSU und FDP sind sich einig: Für Ex-Minister Guttenberg gibt es keinen Platz. Jetzt erkennt aber auch die EU-Kommission die Brisanz des Auftritts am heutigen Montag, bei dem es um Internetfreiheit gehen wird.

Der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) könnte ein Comeback auf EU-Ebene versuchen. dapd

Der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) könnte ein Comeback auf EU-Ebene versuchen.

BerlinAllmählich dämmert es auch der EU-Kommission, dass die Wahl von Guttenberg für eine Zusammenarbeit keine allzu glückliche sein dürfte. Der Vorsitzende der Europaabgeordneten von CDU und CSU, Werner Langen, hat den für diesen Montag geplanten gemeinsamen Auftritt von EU-Kommissarin Neelie Kroes für digitale Fragen mit dem ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in Brüssel nun scharf kritisiert.

„Es ist ein merkwürdiger Vorgang, dass die Kommission mit einem ausgeschiedenen Politiker Pressekonferenzen veranstaltet“, sagte er der „Mitteldeutschen Zeitung“ und kritisierte dabei auch Guttenberg persönlich: „Das ist ein bisschen widersprüchlich.“

„Zuerst wehrt er sich mit Gewalt gegen die Untersuchung seiner Arbeit. Und dann macht er sich selbst zum Vertreter für ein freies Internet. Guttenberg versucht mit Gewalt in die Medien zu kommen.“ Kroes und Guttenberg geben am heutigen Montag eine gemeinsame Pressekonferenz zur Freiheit des Internet in autoritären Staaten.

Bereits am Wochenende mehrte sich die Kritik an Guttenbergs Auftritt zum Wochenbeginn in Brüssel: „Er hatte einige große politische Erfolge. Aber mit Sicherheit kommen wir auch ohne ihn gut klar.“ Die Abfuhr von Familienministerin Kristina Schröder (CDU) an die Adresse von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor Guttenberg (CSU) konnte deutlicher nicht sein.

Die Union brauche Guttenberg nicht, machte sie im „Tagesspiegel am Sonntag“ unmissverständlich deutlich. Schröders Worte zeigen, welche Ablehnung dem einstigen Superstar im Kabinett von Angela Merkel (CDU) in seiner politischen Heimat, der Union, inzwischen entgegenschlägt. Nun versucht Guttenberg an diesem Montag in Brüssel mit einem Auftritt bei der EU-Kommission wieder Fuß zu fassen.

Kommentare (41)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

svebes

11.12.2011, 19:30 Uhr

Koch-Merin hat nur unter Androhung gröbsten Drucks hier und da was abgegeben. Die Pfründe Brüssels im Kern aber behalten. Guttenberg hatte, im Gegensatz zu dieser Absahnerin, wenigsten so viel Benimm komplett abzudanken. Man sollte auch mal das Positive sehen. Mehr Lichtblicke sehe ich aber auch nicht. Wäre schon imteressant die genauen Mechanismen dieses Selbstbedienungsladens für Etablierte zu kennen.

Visitor

11.12.2011, 19:55 Uhr

Koch-Mehrin als "ein weiteres prominentes Opfer anonymer Plagiatsjäger" zu bezeichnen ist ja wohl sehr leichtfertig formuliert! Womöglich hat sie sich noch eine Art Opferentschädigung verdient?

pepess

11.12.2011, 20:19 Uhr

Koch-Merin und "Schummelei"? Betrug wäre wohl der korrektere Ausdruck.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×