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16.01.2006

09:36 Uhr

Härtetest 2007

Metall-Tarifrunde stellt Aufschwung auf die Probe

VonDietrich Creutzburg und Dorit Hess

Das Institut für Weltwirtschaft warnt die Tarifparteien in der Metall- und Elektroindustrie vor einer doppelten Kostenbelastung durch die erhöhte Mehrwertsteuer und einen hohen Tarifabschluss. IfW-Chef Joachim Scheide warnt: „Der Härtetest kommt 2007.“

BERLIN/FRANKFURT. Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie kann den aufkeimenden Konjunkturaufschwung nach Ansicht von Ökonomen zwar 2006 kaum noch gefährden. Für 2007 droht der Wirtschaft jedoch im Zusammenspiel mit der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer ein „ernster Härtetest“, warnte der Konjunkturchef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Joachim Scheide. Treffe die Unternehmen neben der Steuererhöhung auch noch ein hoher Tarifabschluss, werde es „kritisch“, sagte er dem Handelsblatt. „Das Geld kann nicht zweimal verteilt werden.“

Der IG-Metall-Vorstand legt am Freitag endgültig seine Marschroute in der Tarifrunde für die 3,4 Millionen Metall-Beschäftigten fest. Etliche regionale Tarifkommissionen haben bereits Lohnforderungen von fünf Prozent beschlossen. Die Verhandlungen beginnen im Februar, ein Abschluss wird aller Voraussicht nach weit über den Jahreswechsel 2006/2007 hinausreichen. Zwar halten Tarifexperten einen Zwei-Jahres-Abschluss Jahre wie in den vergangenen Tarifrunden für unwahrscheinlich. Eine Laufzeit von unter einem Jahr wäre aber sehr ungewöhnlich.

Trotz der derzeit günstigen Konjukturaussichten sieht Scheide daher keinen Spielraum für eine gelockerte Lohnpolitik. Klares Indiz dafür sei die anhaltend negative Lohndrift – der Anstieg der tatsächlich gezahlten Löhne bleibt seit Jahren hinter den Tarifsteigerungen zurück, da die Unternehmen übertarifliche Zahlungen kürzen oder streichen. „Diese Entwicklung zeigt deutlich, wie groß der Druck ist“, betonte Scheide.

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