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21.02.2011

15:16 Uhr

Hamburg-Wahl

Die SPD träumt, die CDU leckt ihre Wunden

Die SPD schwebt auf Wolke sieben: Haushoher Sieg in Hamburg, Hartz-Einigung, ein angeschlagener Guttenberg - besser kann es für die Sozialdemokraten derzeit kaum laufen. Doch der Jubel dürfte nicht von Dauer sein.

Blumen für Wahlsieger Olaf Scholz in der Berliner SPD-Zentrale. Links: SPD-Chef Sigmar Gabriel. Quelle: dpa

Blumen für Wahlsieger Olaf Scholz in der Berliner SPD-Zentrale. Links: SPD-Chef Sigmar Gabriel.

Berlin/HamburgFür einen Moment schien es so, als habe man bereits die Bundestagswahl gewonnen. Schon am frühen Morgen belagerte ein Großaufgebot von Kamerateams, Fotografen und schreibenden Journalisten die SPD-Zentrale in Berlin - längst keine Selbstverständlichkeit mehr für eine Partei, die in der Opposition meist für bescheidenes mediales Interesse sorgt. Doch mit dem fulminanten Sieg von Olaf Scholz in Hamburg hat sich das Blatt zumindest vorübergehend geändert. Spitzensozialdemokraten war beim Hereingehen anzumerken, dass sie ihr plötzliches Glück kaum fassen konnten.

Etwa Nils Schmid, der als SPD-Bewerber bei der Landtagswahl im Südwesten in gut einem Monat eigentlich auf verlorenem Posten steht. „50 Prozent werden wir wohl nicht schaffen“, analysierte der 37-Jährige. Doch man werde am 27. März auch die CDU in Baden-Württemberg in die Opposition schicken. Die sei schließlich „genauso verbraucht wie die CDU in Hamburg“. Im Foyer des Willy-Brandt-Hauses versammelte sich die SPD-Spitze, um den ersten Wahlsieger des Jahres zu feiern. Sigmar Gabriel, umringt von übermüdeten Mitstreitern nach dem erfolgreichen Hartz-Abschluss, überreichte Scholz einen rot-grünen Strauß aus Anemonen und Ranunkeln. Mit langen Elogen hielt sich der Parteichef zurück. Spekuliert wird, dass Gabriel aus längerfristigem Kalkül ein rot-grüner Senat an der Elbe ohnehin lieber gewesen wäre als die SPD-Alleinregierung.

Nach dem Erfolg in Nordrhein-Westfalen ist der Kantersieg in Hamburg aber für die SPD der erhoffte Stimmungsauftakt für das lange Wahljahr 2011. Die Partei könne jetzt in den nächsten Wahlkämpfen selbstbewusster und schlagkräftiger auftreten, ist man zuversichtlich. Doch auch Skepsis ist zu hören, ob sich das Erfolgserlebnis vom Sonntag noch oft wiederholen wird. Schon bald könnte der Hamburg-Effekt wieder verpufft sein. Am 20. März, wenn in Sachsen-Anhalt gewählt wird, muss die SPD froh sein, Juniorpartner der CDU in der Regierung zu bleiben.

Eine Woche später wird Kurt Beck wohl seine absolute SPD-Mehrheit in Rheinland-Pfalz verlieren. Recht hoffnungsfroh gibt man sich bei den Sozialdemokraten allerdings, dass ihnen die Plagiatsaffäre des Verteidigungsministers noch etwas erhalten bleibt. Nicht wenige Spitzen-Sozialdemokraten sind inzwischen fest überzeugt, dass Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) das Ganze politisch nicht überstehen wird. Gabriel selbst, der in den eigenen Reihen in letzter Zeit unter einigem Erfolgsdruck stand, darf nach Hamburg erst einmal aufatmen. Er kann darauf verwiesen, dass in seiner Amtszeit bislang zwei Länder für die SPD zurückerobert wurden.

Kommentare (2)

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Rentner

21.02.2011, 16:08 Uhr

Mit dieser CDU Regierung und den falschen Versprechungen der FDP
war nichts anderes zu erwarten,hoffentlich setzt sich dieser Trend
Bundesweit fort.

Account gelöscht!

22.02.2011, 08:04 Uhr

http://www.politik.de/forum/parteien/18433-spd.html

Einfach mal lesen und sich dann fragen, wie kann man nur die SPD wählen ?? dasselbe gilt für alle anderen parteien.

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