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08.01.2004

18:15 Uhr

Hamburger Terrorprozesse

15 Jahre Haft für Mzoudi gefordert

Der Marokkaner Abdelghani Mzoudi soll für seine Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und der Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen im Gefängnis büßen. Die Ankläger scheinen jedoch selbst nicht so recht an eine Verurteilung zu glauben.

HB HAMBURG. Der mutmaßliche Terrorhelfer Abdelghani Mzoudi steht im zweiten Hamburger Terrorprozess zwischen Höchststrafe und Freispruch. Bundesanwalt Walter Hemberger hat am Donnerstag in seinem Plädoyer für den „Mann mit den zwei Gesichtern“ die für Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung die mögliche Höchststrafe von 15 Jahren Haft gefordert. Allerdings scheint der Anklagevertreter selbst nicht mehr an eine Verurteilung des 31-jährigen Marokkaners zu glauben: er begann seinen von 9.00 bis 16.00 Uhr dauernden Schlussvortrag mit einer zweistündigen Richterschelte.

Hemberger erklärte, die Indizienkette sei durch die Beweisaufnahme bestätigt. „Bis vor kurzem konnten wir sicher sein, dass auch der Senat diese Auffassung teilt“, sagte der Bundesanwalt. Dann kam am 11. Dezember allerdings das „Fax in die Freiheit“ (so Nebenklageanwalt Andreas Schulz) und brachte die Wende in dem Prozess. Das Bundeskriminalamt (BKA) ließ das Hanseatische Oberlandesgericht wissen, der Terrordrahtzieher Ramzi Binalshibh habe US-Behörden erklärt, Mzoudi sei nicht in die Vorbereitung der Anschläge eingebunden gewesen. Der Vorsitzende Richter Klaus Rühle hob daraufhin den Untersuchungshaftbefehl gegen Mzoudi auf.

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