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22.01.2010

11:19 Uhr

Handelsbeziehungen

Deutsche Wirtschaft kämpft um Iran-Geschäft

VonAndreas Rinke, Mathias Brüggmann

Während die deutsche Regierung über neue Sanktionen gegen den Iran nachdenkt, wirbt die Wirtschaft gleichzeitig wirbt um Aufträge aus Teheran. Wegen des zunehmenden politischen Drucks wickeln viele Firmen ihre Geschäfte mit dem Iran hinter den Kulissen ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwägt neue Sanktionen gegen den Iran. Die deutsche Wirtschaft will das Geschäft mit dem Iran jedoch nicht verloren geben. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwägt neue Sanktionen gegen den Iran. Die deutsche Wirtschaft will das Geschäft mit dem Iran jedoch nicht verloren geben.

BERLIN. Die deutsche Iran-Politik sorgt erneut für Spannungen zwischen Wirtschaft und Regierung. Während Bundeskanzlerin Angela Merkel die Öffentlichkeit auf neue Sanktionen gegen Teheran vorbereitet, kämpfen deutsche Firmen hinter den Kulissen weiter um Großaufträge in Bereichen, die bisher nicht sanktioniert sind. Immer gezielter werden solche Geschäfte aber von dritter Seite öffentlich gemacht, um die Unternehmen wegen des dann entstehenden politischen Drucks zu einem Abbruch ihrer Iran-Kontakte zu bewegen.

So war vor dem Besuch des israelischen Ministerpräsidenten in Berlin bekannt geworden, dass die Hafenentwicklungs-Tochter der mehrheitlich im Hamburger Stadtbesitz befindlichen HHLA einen Auftrag in Iran erhalten sollte. Auf politischen Druck musste die HPC Hamburg Port Consulting den Vorvertrag mit den Iranern wieder abblasen. Israel hatte den Deal mit der iranischen Tidewater zum Ausbau des wichtigsten Hafens Bandar-Abbas massiv kritisiert.

Am Mittwoch sorgten dann Berichte über einen allerdings aus dem Jahr 2007 stammenden Gasturbinen-Auftrag für Siemens für Aufregung. Und die Nichtregierungsorganisation „Stop the bomb“, die sich gegen die vermutete atomare Aufrüstung Irans wendet, prangerte auch noch die Anlagenbau-Aktivitäten der Thyssen-Krupp-Tochter Uhde an.

Dabei geht es zwar jeweils um legale Geschäfte. Aber die deutsche Wirtschaft beklagt sich seit langem, dass die Bundesregierung sie im Stich lässt, wenn aus den USA oder Israel Druck aufgebaut wird: „Es ist falsch, mit Wirtschaftssanktionen die Auflagen erledigen zu wollen, die die Politik nicht schafft“, sagt etwa Daniel Bernbeck, Geschäftsführer der deutsch-iranischen Handelskammer in Teheran. Auch die angedachten Sanktionen gegen den iranischen Gas- und Ölsektor und ein Benzinembargo träfen nur die Zivilbevölkerung und nicht die Führung. Im Übrigen würde jedes Embargo unterlaufen.

Kommentare (2)

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Taghih Hammai

23.01.2010, 20:11 Uhr

Deutschland kämpft für jedes Geschäft im iran mit Korruption auch. Die Firmen aus Deutschland machen es leichter damit. Wie kann es so ein Lieberales Land das zu lassen. beispiel sind genug und nach bedarf kann ich veröffentlichen. Z.b. SAP AG macht es gute business aber nur durch SChmier Gelder. Siemns macht es gleiche.

oderfischer

24.01.2010, 21:54 Uhr

Es ist völliger Unsinn gegen ein Land Wirtschaftssanktionen durchführen zu wollen!Man trifft mit Sanktionen nicht die Verantwortlichen sondern nur die breite Masse! Der Effekt ist aber,daß sich diese hinter ihre Regierung stellt!Wenn man die politische Führung des iran aufweichen will,dann muß man, so paradox das klingen mag,die wirtschaftliche Lage dort verbessern helfen und damit tatsächlich Türen für eine demokratische Entwicklung öffnen! Nur satte Menschen sind auch für Tolleranz zugänglich!Die Merkel sollte eigentlich das aus der Geschichte der DDR wissen,denn ansonsten hätte sie nichts begriffen! Wir brauchen keine bundeskanzlerin,die sich zum Handlanger fremder agressiver Mächte macht und der deutschen Wirtschaft und damit dem deutschen Volk schaden will!

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