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10.07.2012

06:51 Uhr

Handelsblatt Business-Monitor

Führungskräfte sind für den Erhalt der Euro-Zone

VonDorit Marschall

ExklusivEs ist ein eindeutiges Votum: Mehr als drei Viertel der befragten Topmanager in Deutschland sind laut dem Handelsblatt Business-Monitor für die Euro-Rettung. Von der Krise spüren ihre Unternehmen derzeit wenig.

Die deutsche Wirtschaft steht dem Handelsblatt Business-Monitor zufolge hinter dem Euro. dpa

Die deutsche Wirtschaft steht dem Handelsblatt Business-Monitor zufolge hinter dem Euro.

FrankfurtDie Führungskräfte in Deutschland haben ein klares Plädoyer für den Euro abgelegt: Drei von vier Topmanagern sind der Ansicht, dass „auf jeden Fall versucht werden sollte, die Euro-Zone in ihrer jetzigen Form zu erhalten“. Dies ist das zentrale Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage, für die das Marktforschungsinstitut Forsa 641 Führungskräfte der ersten Leitungsebene für das Handelsblatt interviewt hat (Dienstagsausgabe). Damit gibt die Wirtschaftselite Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Rückendeckung, der am Dienstag mit der klaren Position, den Euro stabil zu halten, in die Anhörung vor dem Bundesverfassungsgericht geht.

Der Handelsblatt Business-Monitor unterstreiche, dass für die Wirtschaftselite von Europas größter Volkswirtschaft ein Zerfall der Euro-Zone keine Option ist, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. „Viele Unternehmer haben sich vom nationalstaatlichen Denken gelöst und denken heute globaler.“ So erklärten vier von zehn Spitzenmanagern, sie fühlten sich persönlich eher als Europäer denn als Deutsche. In Großunternehmen sind es sogar 54 Prozent.

In den Führungsetagen gibt es große Unterstützung für die Position der Regierung: 85 Prozent der Topmanager beurteilen das Krisenmanagement der Bundesregierung als „alles in allem richtig“. Und obwohl 55 Prozent der Führungskräfte prinzipiell dafür sind, weitere nationale Kompetenzen an Brüssel abzugeben, zieht mehr als die Hälfte der Manager doch die gleichen roten Linien wie Regierungschefin Angela Merkel: 58 Prozent lehnen eine europäische Bankenunion mit gemeinsamer Einlagensicherung strikt ab. Zwei von drei Führungskräften plädieren auch dafür, mehr Banken zu schließen, wenn sie in Schieflage geraten.

Zudem zeigt der Handelsblatt Business-Monitor, dass die Mehrzahl der Unternehmen in Deutschland bislang nach eigenen Angaben keine Auswirkungen der Euro-Krise spürt: Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der befragten Unternehmen geben das an. Bei dem verbleibenden Drittel macht sich die Krise vor allem durch ein schwächeres Auslandsgeschäft und Umsatzeinbußen bemerkbar.

Die Krise schlägt sich außerdem bislang kaum auf die Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen durch. 44 Prozent der Top-Manager wollen ihre Investitionen in den kommenden zwölf Monaten erhöhen – das sind nur drei Prozentpunkte weniger als in der Januar-Umfrage. Mit 14 Prozent hat sich der Anteil der Firmen, die weniger investieren wollen, nicht verändert. Auch die Beschäftigungspläne werden bisher durch die Krise kaum beeinflusst, wie der Handelsblatt Business-Monitor zeigt: 44 Prozent der von Forsa Befragten wollen die Zahl ihrer Arbeitsplätze konstant halten. Und 37 Prozent planen sogar, in den kommenden zwölf Monaten die Belegschaft zu vergrößern – deutlich mehr als jene 19 Prozent, die Jobs streichen wollen.

Gleichwohl steigt die Verunsicherung der Unternehmen angesichts der Zuspitzung der Euro-Krise: Der Anteil der Befragten, denen die Krise „große“ oder gar „sehr große“ Sorgen bereitet, ist seit dem letzten Handelsblatt Business-Monitor zu diesem Thema im Januar von 31 Prozent auf fast 40 Prozent gewachsen. Die größte Befürchtung ist, dass die Euro-Schuldenkrise und der strikte Sparkurs in vielen Ländern den gesamten Kontinent in eine Rezession stürzen könnte.

Kommentare (53)

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Demokrat

10.07.2012, 07:04 Uhr

Also R A N an EURE PRIVAT und FIRMEN VERMÖGEN HAUT REIN

aber LASST ENDLICH die STEUERZAHLER aus dem SPIEL

karlaugust

10.07.2012, 07:07 Uhr

Das Konzept einer gemeinsamen Währung in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum ist theoretisch sicherlich richtig und wünschenswert, aber leider nur in der Theorie.

Die Realität sieht ja nun leider anders aus.
Davor die Augen zu verschließen grenzt an Realitätsverweigerung, die unverständlich und nicht nachvollziehbar ist.

Hermann.12

10.07.2012, 07:19 Uhr

Es wundert wenig, das sich diese klientel für den EURO ausspricht, gehört sie doch zur Kernklinetel derjenigen, die besonders davon profitieren.

Es gibt gute Gründe für den EURO. Aber aktuell ausschlaggebend ist weniger, was diesen Unternehmen nützt oder theoretisch wünschenswert ist.

ausschlaggebend sind die Bedingungen und der Preis, den dieser Vorteil für das gesamte Gemeinwesen hat.
Zur Zeit wird für und gegen den EURO gekämpft mit Argumenten und Massnahmen die sehr fragwürdig sind und zwar auf beiden Seiten.
Die einen wollen auf gar keinen Fall eine weitere Vergemeinschaftung, die anderen wollen ihn um dne Preis des Verfassungsbruchs.
Beide argumentieren mit der notlage, keiner scheint mir aber gewillt zu sein, mehr als den Vorteil der eigenen Interressen im Blick zu haben.

H.

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