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18.07.2012

19:27 Uhr

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht Energiewende als Jobmotor. dapd

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht Energiewende als Jobmotor.

BerlinBundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht durch die Energiewende keine Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet: „Mit dem Gelingen der Energiewende sollen zusätzliche Jobs in Deutschland geschaffen werden“, sagte Altmaier dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Der Umbau der Energieversorgung sei eine große Chance, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland für die nächsten 20 bis 30 Jahre zu sichern und zu stärken. Altmaier kündigte an, in der kommenden Woche ein „10-Punkte-Programm“ vorlegen zu wollen.

„Dieser Plan wird die gesetzgeberischen Schritte enthalten, die nach meiner Auffassung noch in dieser Legislaturperiode umsetzbar sind“, sagte der CDU-Politiker. Im Herbst will Altmaier dann versuchen, „die Diskussion über die Energiewende zu einem Konsens zu führen, der strittige Punkte ausräumt und uns Planungssicherheit für die nächsten Jahre garantiert“.

Den Vorwurf, die Ziele der Energiewende in Frage gestellt zu haben, wies Altmaier zurück: „Die Wirtschaft ist bereit, auch ambitionierte Ziele umzusetzen, sofern sie realistisch und seriös berechnet sind. Deshalb habe ich mich in den letzten Tagen zu Wort gemeldet, um allen Beteiligten klar zu machen, welch gewaltiger Anstrengungen es bedarf, bestimmte Ziele noch zu erreichen“, sagte Altmaier.

Es sei ihm darum gegangen, einige Ziele der Energiewende zu benennen, die nach momentanem Stand der Dinge nur schwer erreichbar seien. „Ich will prinzipiell keine falschen Erwartungen wecken“, sagte Altmaier. Als sein größtes Problem bei der Energiewende bezeichnete Altmaier „die Kürze der Zeit“.

Kommentare (6)

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vandale

19.07.2012, 08:25 Uhr

Wenn man die Aussage, dass die "Energiewende" keine Arbeitsplätze kostet, abseits der grünen Politikpropaganda betrachtet stellt sich dies anders dar. Gem. Studien in anderen Ländern Europas kostet jeder Arbeitsplatz im Bereich "Erneuerbarer Energien" 4 Arbeitsplätze in der restlichen Wirtschaft durch teuren Strom.

Die Herstellung der umweltschädlichen Solarzellen und künftig wohl auch der umweltschädlichen Windmühlen erfolgt mehr und mehr in Asien.

Es werden in der Bauphase zig-1000 Handwerker und lokale Unternehmen beschäftigt die Solaranlagen installieren, oder Fundamente für Windmühlen anfertigen.

Auf der anderen Seite beträgt die EEG Subvention für wertlosen Zufallsstrom knapp 20 Mrd. € /Jahr. Diese Kosten verteilen sich auf Gewerbe, Industrie und Privatkunden. Eine Aussage wieviele Arbeitsplätze hierdurch entfallen, oder ob die Zusatzkosten durch geringere Lohnsteigerungen teils kompensiert werden, ist nicht einfach zu treffen.

Mit der "Energiewende" werden die umweltfreundlichen Kernkraftwerke stillgelegt und der preiswerte Grundlaststrom verschwindet vom Markt.

Insgesamt meine ich dürfte sich der Arbeitsplatzverlust durch die "Energiewende" und "Erneuerbare Energien" in Grenzen halten. Der Haupteffekt entsteht dadurch dass man die Produktivität der Gesellschaft vermindert, 1 Kernkraftwerk erzeugt mit 350 Beschäftigten fast soviel Strom wie die Millionen Solaranlagen und den Wohlstand reduziert.

Vandale

Martin

19.07.2012, 09:50 Uhr

Ihre Thesen, Herr Vandale, sind natürlich gar nicht Lobby-getränkt und rein objektiv vorgetragen. Die Bezeichnung als "umweltschädliche" Solarzellen oder "wertloser Zufallsstrom" entlarvt Sie jedoch leicht. Wer mit solch Worten um sich schmeißt, ist an sachlicher Diskussion - wie sie Altmaier derzeit versucht - nicht interessiert. Schade.

Account gelöscht!

19.07.2012, 11:17 Uhr

Glückwunsch:
Herr Altmaier hat wohl das Gutachten gelesen, dass vom Bundesumweltministerium zu Kosten- und Nutzenwirkung erneuerbarer Energien im Strom und Wärmebereich erstellt worden ist. Dabei geht es um ein mehrjährig angelegtes wissenschaftliches Vorhaben an ein vom Fraunhofer ISI geführtes Projektteam mehrerer Institute. Im Ergebnis kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass mehr Umweltschäden durch das EEG vermieden wird, als das EEG selbst kostet. So standen im Jahr 2008 ca. 6 Mrd. € systematischer Kosten für z.B. Strompreissubventionierung und Regelausgleichsenergien allein durch vermiedene Umweltschäden von etwa 8 Mrd. € gegenüber.
Was sich schon auf der Umweltseite mehr als bezahlt macht, hat noch viele weitere Vorteile, wenn man sich der Makroökonomie zuwendet. Das bedeutet sich einem sehr komplexen System zu öffnen und mehr Tatsachen mit in die Betrachtung einzufügen. Leider sind solche Anstrengungen nur sehr wenigen Politikern vergönnt. Die meisten begnügen sich mit dem Darstellen ihrer Leistungsfähigkeit durch Polemik und das Drehen der Lobbyisten-Gebetsmühlen.
Der in den letzten Jahrzehnten erfolgte Ausbau der Erneuerbaren Energien wurde bisher zum überwiegend von Privatleuten und Landwirten getragen. Das deutsche Oligopol aus 4 großen Energiekonzerne hat Deutschland zwar mit 85 % der Energielieferung wirtschaftlich fest im Griff, bei den Erneuerbaren Energien lag das Engagement aber nur einen Anteil von 6,5%.
Wie das statistische Bundesamt belegt, haben der Merit-Order-Effekt insbesondere durch Windkraftanlagen zu einen drastischen Strompreisverfall an der Börse geführt.
Der größte Stromverbraucher die Deutsche Bahn hat von der RWE bis 2020 min 35% günstigen Strom aus erneuerbaren Energien gefordert. Die RWE hat ihrerseits ein Spezialschiff gekauft um ihre Offshore-Windanlagen fertig zu stellen und die Kundschaft zu bedienen.
Hier geht es bestimmt nicht um eine politische Richtung, sondern ums Geschäft und Wirtschaftlichkeit.

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