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18.05.2011

12:56 Uhr

Handelsblatt Exklusiv

Bundesregierung stärkt Offshore-Windkraft

VonKlaus Stratmann

Was für Solaranlagen jahrelang recht war, ist nun für die Windkraftbranche nur billig: Um deren Ausbau voranzutreiben, sollen die Vergütungen steigen. Kritik daran gibt es reichlich.

Der Offshore-Windpark Baltic 1 von EnBW in der Ostsee. Quelle: dapd

Der Offshore-Windpark Baltic 1 von EnBW in der Ostsee.

BerlinDie Bundesregierung will den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben und hebt deshalb die Vergütungen für einzelne Erzeugungsformen an. Gleichzeitig soll der aus Wind, Sonne, Wasser, Erdwärme oder Biomasse gewonnene Strom besser in den Markt integriert werden. Das geht aus dem Entwurf für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hervor, dem Handelsblatt vorliegt. 

Zu den Gewinnern der geplanten Änderungen zählen Offshore-Windparks. Die Anfangsvergütung, die in den ersten zwölf Jahren ab Inbetriebnahme für Offshore-Windkraftanlagen gezahlt wird, soll von 13 auf 15 Cent je Kilowattstunde steigen. Diese Anfangsvergütung erhöht sich mit dem Abstand der Anlage von der Küstenlinie und ab einer Wassertiefe von mehr als 20 Metern noch einmal schrittweise. Wenn Anlagen vor 2017 in Betrieb gehen, erhalten sie in den ersten acht Jahren ab Inbetriebnahme eine erhöhte Anfangsvergütung von 19 Cent.

Das EEG müsse so weiterentwickelt werden, "dass der Übergang der erneuerbaren Energien aus einem Nischenmarkt hin zu einem erwarteten Marktanteil von 35 bist 40 Prozent innerhalb der laufenden Dekade gewährleistet wird", heißt es in dem Gesetzentwurf. Bis 2030 soll der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung dem Entwurf zufolge auf "mindestens 50 Prozent, bis 2040 auf mindestens 65 Prozent und bis 2050 auf mindestens 80 Prozent steigen".

Die Erreichung dieser Ziele setze voraus, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland konsequent und ambitioniert weiter vorangetrieben werde. Derzeit beträgt der Anteil der Erneuerbaren 17 Prozent.

Die EEG-Novelle wird damit Bestandteil des Gesetzespaketes zur Umsetzung der Energiewende, das vom Bundeskabinett bereits im Juni beschlossen werden soll. Erst Anfang Mai hatte das Bundesumweltministerium den EEG-Erfahrungsbericht vorgelegt, der die Faktenbasis für die Gesetzesnovelle liefert. Noch vor wenigen Tagen hatte es geheißen, es sei noch nicht ganz klar, ob die EEG-Novelle Bestandteil des Gesetzpakets für die Energiewende werde oder ob man sich damit begnüge, im Kabinett lediglich Eckpunkte für die EEG-Novelle zu beschließen.

Das EEG garantiert den Anlagenbetreibern feste Vergütungssätze für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom. Die Vergütungssätze liegen teilweise erheblich über dem Börsenpreis für konventionell erzeugten Strom. Die Vergütungen werden auf die Stromverbraucher umgelegt. Sie beliefen sich 2010 laut EEG-Erfahrungsbericht auf zwölf Milliarden Euro.

Kommentare (5)

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Go-for-cheap-energy

18.05.2011, 13:35 Uhr

Guten TAg,

19 cent Vergütung , absoluter Subventionswahnsinn.
Wir bauen WKA und Solar
WKA an Land bis 2013 an einem mittleren Standort um 7 cent machbar.
Solar 2012 machbar gegen 19 cent
solar 2013 machbar gegen 16 cent
und ab 2015 gegen 10 bis 11 cent

No go, die Vergütungen erhöhen

MfG

tbet

18.05.2011, 16:04 Uhr

das ist wohl etwas unfair - berachtet man die anschubfinazierungen, gerade die solar beim aufbau der industrie erfahren hat - ist diese förderung mehr als im rahmen.

ich frage mich allerdings, ob das handelsblatt hier wirklich richtig liegt und die 19cent/kwh nicht nur für einen verügtungszeitraum von 8 bzw. 9 jahren gilt ...
vielleicht kann der author dies nochmal überprüfen und falls ich falsch liege mich gerne darauf aufmerksam machen.

nebenbei hat mein vorposter offensichtlich völlig übersehen, dass solar tatsächlich eine erhöhte vergütung über 20 jahre garantiert bekommt - dagegen speist offshore windkraft nach 12 jahren (siehe artikel) zu marktpreisen ins netz - ich hoffe, dass solche "feinheiten" durchaus auffallen ...

tbet

18.05.2011, 16:11 Uhr

ah - es ist schon geändert worden. allerdings sieht es nach meinem verständnis so aus - dass der explizite hinweis erfolgen sollte, dass nach den 8 jahren anfangsvergütung nach meinem stand die offshore-wka (im gegensatz zu allen anderen anlagen) eben keine basisvergütung mehr erhalten, die über marktpreisen liegt, sondern im endeffekt zu marktpreisen einspeisen werden.

dies steht in deutlichem gegensatz zu der vorgenannten onshore-windkraft oder gar zu photovoltaik, die über 20 jahre die im fall der photovoltaik sehr hohe vergütung erhält.

dagegen erscheint mir das modell für offshore-windkraft ziemlich marktwirtschaftlich orientiert zu sein - und im vergleich wohl eines der reinsten anreizprogramme zu sein, die es im rahmen des eeg je gab ...

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