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16.05.2011

17:41 Uhr

Handelsblatt exklusiv

Manager sagen Nein zur Atomkraft

VonDorit Marschall, Klaus Stratmann

Eine Umfrage ergibt: 59 Prozent der Führungskräfte halten den Ausstieg aus der Atomkraft für den richtigen Weg. 1999 waren noch 70 Prozent der Führungskräfte gegen einen Ausstieg.

Löwenzahn vor einem französischen Atomkrafwerk (AKW). Quelle: dapd

Löwenzahn vor einem französischen Atomkrafwerk (AKW).

Frankfurt/BerlinAuf den Chefetagen der deutschen Wirtschaft findet ein Umdenken statt: Die Mehrzahl der Führungskräfte (59 Prozent) vertreten die Auffassung, dass ein kompletter Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft in Deutschland „der richtige Weg“ sei.

Das ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage unter knapp 800 Führungskräften in Deutschland, die das Psephos-Institut im Auftrag des Handelsblattes vom 26. April bis 11. Mai befragt hat.

1999 waren die Führungskräfte für den Handelsblatt Business-Monitor schon einmal gefragt worden, ob sie für oder gegen einen Ausstieg Deutschlands aus der Nutzung der Kernenergie seien: Damals waren noch 70 Prozent dagegen. 

„Die Führungskräfte gehen offenbar davon aus, dass ein Lobbykampf für Atomenergie angesichts der Ereignisse in Japan und des Kurses der Bundesregierung aussichtslos ist“, sagt Psephos-Chef Hans-Jürgen Hoffmann. Sei seien allerdings „sehr enttäuscht“, wie unstrukturiert die Regierung den Ausstieg plane.

70 Prozent betrachten aktuell das nach der Katastrophe von Fukushima ausgesprochene Moratorium für die ältesten Meiler als „blinden Aktionismus“, 73 Prozent halten eine „europaweit abgestimmte Energiepolitik“ für notwendig.

Dabei schreckt selbst ein enger Zeitplan für den Atomausstieg die Mehrzahl aller Manager nicht. 61 Prozent sind der Überzeugung, dass eine „sichere und ausreichende Stromversorgung“ in Deutschland selbst dann gewährleistet ist, wenn die Bundesregierung den Ausstieg bis 2022 umsetzt. Nur 28 Prozent verneinen diese Aussage. Allerdings sind selbst unter den Befürwortern des kompletten Ausstiegs 22 Prozent der Manager der Ansicht, vor 2030 sei der Ausstieg „nicht machbar“.

Eine deutliche Mehrheit der befragten Führungskräfte sieht in der Energiewende mehr Chancen als Risiken. Rund zwei Drittel sind davon überzeugt, dass die deutsche Wirtschaft vom Einsatz erneuerbarer Energien profitieren wird, weil zusätzliche Arbeitsplätze entstünden. 

Etwa zwei Drittel stimmen auch der Aussage zu, die Energiewende werde anderen Staaten mittelfristig als Vorbild dienen. 56 Prozent halten auch die Angst vor steigenden Strompreisen nicht für gerechtfertigt, die mit der Energiewende verbundenen Kostensteigerungen könnten kompensiert werden. 

Kommentare (10)

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17.05.2011, 06:42 Uhr

"Profitieren vom Einsatz erneuerbarer Energien"? Wie bitte? "Erneuerbare Energien" gibt es nicht. Es gibt Wasserkraftwerke, deren Potential in Deutschland ausgeschöpft ist, sowie Wind und Solar, die für den Betrieb von Stromnetzen ungeeignet sind - potemkinsche Dörfer für die Gläubigen eines Öko-Kults. Aus rein technischen Gründen gibt es ja auch keine Energiewende hin zur Windmühle, sondern es findet faktisch der Aufbau einer Gasstromversorgung statt, unter der Nebenbedingung, daß nebenher ein Bereicherungssystem zugunsten der Windmüller bezahlt werden soll, die auch noch mit ihren Zufallseinspeisungen die Netze verschmutzen dürfen. Falls man aus irgendwelchen Gründen auf Kernkraftwerke verzichten will, dann kann man Gaskraftwerke bauen, OHNE das Bereicherungsparadies für die EEG-Branchen aufrechtzuerhalten.

daniel

17.05.2011, 07:20 Uhr

...Wind und Solar seien für den Betrieb von Stromnetzten ungeeignet?Und warum "funktioniert" Wind und Solar jetzt schon,sprich warum kann man jetzt schon Wind- und Solarenergie ins öffentliche Netzt "einspeißen"?

Alfred_H

17.05.2011, 08:15 Uhr

Was klaus ermecke meinte, ist dass die sogenannten Erneuerbaren Energien "Zufallsenergien" sind. Mal gibts Wind und mal nicht. Mal scheint die Sonne und mal nicht. Jeder der überhaupt "Erneuerbare Energien" sagt, muss ein ganz dummer Mensch sein. Da man in der Schule gelernt haben sollte, dass man Energie nicht erneuern, ja noch nicht mal erzeugen kann. Man kann sie nur umwandeln. Es gibt einen Energieerhaltungssatz. Ich wünschte, dass die Energiekonzerne mal ernst machten und alle Kraftwerke sofort abschalten. Sollen doch mal der Wind und die Sonne zeigen, was sie drauf haben. Am besten dann morgens aus dem Fenster schauen und überlegen, ob man zur Arbeit fahren muss oder nicht. Wenn in der Fabrikhalle sich kein Rad mehr dreht, kann der Geschäftsführer noch von seinen Millionen zehren. Während dann der Arbeitnehmer wahrscheinlich nur noch ein Drittel seiner ehemaligen Arbeitszeit in die Firma kommen muss und nur noch ein Drittel seine Lohns verdient. Hat natürlich auch seine Vorteile. Er hat viel Zeit zuhause mit seinen Kindern zu spielen. Wer an 100% Energieversorgung durch die sogenannten "Erneuerbaren Energien" glaubt, der glaubt auch daran dass Politiker ehrliche Menschen sind.

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