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06.06.2011

16:27 Uhr

Handelsblatt Exklusiv

Wehrbeauftragter kritisiert Einsparungen beim Afghanistan-Einsatz

VonRüdiger Scheidges

Die Bundeswehr spart immer mehr beim Afghanistan-Einsatz und verärgert damit ihren wichtigsten Verbündeten, sagt der Wehrbeauftragte Helmut Königshaus. So könnte nicht nur das Verhältnis zu den USA Risse bekommen.

Die Bundeswehr verlässt sich bei Rettungsflügen in Afghanistan immer stärker auf die USA. Quelle: ap

Die Bundeswehr verlässt sich bei Rettungsflügen in Afghanistan immer stärker auf die USA.

BerlinDer Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags sieht das Verhältnis der in Afghanistan kämpfenden deutschen Soldaten zum Bündnispartner USA schwer belastet: „Die Bundeswehr stellt die Bündnissolidarität mit ihrem wichtigsten Partner auf eine harte Probe. Während die USA mit vielen Kampfhubschraubern und eigenen MEDEVAC-Kapazitäten (Rettungsflieger) in Nord-Afghanistan aktiv sind, hat die Bundeswehr ihre Flugstunden massiv reduziert,“ sagte Königshaus dem Handelsblatt (Dienstag-Ausgabe).

In den USA gäbe es Verstimmung, weil die Bundeswehr die wenigen Hubschrauber, die sie im Einsatz hat, immer weniger einsetzt und sich sowohl beim Einsatz von Luftnahunterstützung, Rettungseinsätzen aber auch simplen Transportflügen zunehmend auf den NATO-Partner verlässt."

Nach Informationen des Handelsblatts weiß das Verteidigungsministerium seit längerem um die Verstimmung der USA über das schwindende Engagement. Aus internen Schreiben des Ministeriums geht auch hervor, dass sich die aus Kostengründen angeordnete Reduzierung der Flugstunden für die Hubschrauber vom Typ CH-53 in den Augen der USA als „sehr kritisch“ darstelle.

Tatsächlich belegen interne Statistiken des Ministeriums, die dem Handelsblatt vorliegen, dass die Flugstunden der Hubschrauber für 2011 aus Kostengründen von 1 600 Stunden um 25 Prozent auf 1 200 Stunden gekürzt wurden.

Die Einsparungen haben die Konsequenz, dass die Bundeswehr- Hubschrauber immer weniger eigene Lufttransporte leisten und das Kontingent stattdessen immer mehr von der Unterstützung der US-Verbündeten und private Dienstleister abhängig ist. Diese Einsparungen widersprechen dem breiten Konsens in Regierung und Parlament, die deutschen Soldaten mit allen verfügbaren Mitteln zu unterstützen.

Kommentare (3)

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Stefan

07.06.2011, 11:45 Uhr

Wer sind denn die privaten Dienstleister, die da Aufträge für die Bundeswehr ausführen?Habe da keine zivilen Rettungsflieger gesehen. Ansonsten meine Meinung: richtig machen oder abziehen und darauf läuft es ja wohl hinaus!

Stefan

07.06.2011, 11:45 Uhr

Wer sind denn die privaten Dienstleister, die da Aufträge für die Bundeswehr ausführen?Habe da keine zivilen Rettungsflieger gesehen. Ansonsten meine Meinung: richtig machen oder abziehen und darauf läuft es ja wohl hinaus!

Stefan

07.06.2011, 11:45 Uhr

Wer sind denn die privaten Dienstleister, die da Aufträge für die Bundeswehr ausführen?Habe da keine zivilen Rettungsflieger gesehen. Ansonsten meine Meinung: richtig machen oder abziehen und darauf läuft es ja wohl hinaus!

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