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06.08.2013

15:31 Uhr

Handelsblatt-Prognosebörse

AfD-Höhenflug (vorerst) gestoppt

VonJan Mallien

Lange stand die Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) auf der Handelsblatt-Prognosebörse ganz hoch im Kurs. In den vergangenen Wochen musste sie jedoch Federn lassen. Davon profitiert vor allem eine Partei.

Die Alternative für Deutschland (AfD) und ihr Sprecher Bernd Lucke. Die Werte der AfD auf der Prognosebörse schwanken sehr stark. Noch immer liegen sie aber deutlich über den aktuellen Umfragewerten.

Die Alternative für Deutschland (AfD) und ihr Sprecher Bernd Lucke. Die Werte der AfD auf der Prognosebörse schwanken sehr stark. Noch immer liegen sie aber deutlich über den aktuellen Umfragewerten.

DüsseldorfDer Höhenflug der Anti-Euro-Partei auf der Handelsblatt-Prognosebörse ist zumindest vorerst gestoppt. Am Montag lag die Partei bei etwa 12,5 Prozent. Das ist einerseits klar unter ihrem Bestwert von 29 Prozent am 1. Mai – andererseits liegt der Wert immer noch deutlich über dem Niveau, das die Partei sonst in Umfragen erreicht.

Im ARD-Deutschlandtrend und im ZDF-Politbarometer liegt die Alternative für Deutschland meist zwischen zwei und drei Prozent. Die Handelsblatt-Prognosebörse funktioniert jedoch anders als Umfragen: Auf der Plattform werden die Parteien als virtuelle Aktien gehandelt. So fließen die unterschiedlichen Erwartungen der Teilnehmer über das Abschneiden der Parteien in den Aktienkurs ein.

Am Montag entsprach der Aktienkurs der AfD einer Prognose von 12,5 Prozent. Wer damit rechnet, dass die Partei schlechter abschneidet als dieser Wert, kann die Aktien der Partei verkaufen. Wer andersrum mit einem besseren Ergebnis rechnet, kann zum aktuellen Kurs Aktien kaufen.

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

Zukunft des Euro

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

Neue Währungen

Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

Europäische Verträge

Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

Austrittsrecht

Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

Lasten für den Steuerzahler

Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

Schuldenschnitte

Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

EZB-Politik

Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Von den Verlusten der AfD in den vergangenen Wochen konnte vor allem die Union profitieren, die am Montag bei 35 Prozent lag. Ihr bisheriger Koalitionspartner FDP kam auf 6,2 Prozent. Damit liegt schwarz-gelb mit zusammen 41,2 Prozent deutlich vor SPD (21,8 Prozent) und Grünen (11,5 Prozent) mit zusammen 33,2 Prozent.

Für eine Regierungsmehrheit würde es dennoch nicht reichen, da sowohl die Linkspartei als auch die AfD mit 6,5 und 12,5 Prozent den Einzug in den Bundestag schaffen. Auch andere Optionen wie eine schwarz-grüne Koalition hätten keine Mehrheit. Rein rechnerisch möglich wäre eine Koalition der CDU mit der AfD. Doch die einzig realistische Option wäre bei diesem Ergebnis eine Große Koalition aus CDU und SPD.

Kommentare (61)

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Optimist

06.08.2013, 15:57 Uhr

Es gibt mehrere Möglichkeiten die Bürger für dumm zu verkaufen. Ein wichtiges Instrument ist Gleichschaltung der Medien. Allerdings muss der Staatsdiener ganz klar davon ausgehen,daß er nur langfristig sein Geld auf das Konto ausgezahlt wird, wenn es eine nachhaltige Wertigkeit bzw. Wertschöpfung gibt. Sollten die Staatsdiener dies vergessen haben, würden Diese in Zukunft erheblich am selbstverschuldeteten Downgrade partizipieren. Ignoranz und Verschleierung hilft den Staatsdienern nicht. Die AFD ist nur der Anfang.....

tuffel

06.08.2013, 16:01 Uhr

Rechnet alle schön weiter! Die Realität kommt am 22. September. Die politischen Themen wie Spionageaffäre, Drohnenaffäre, Rechtsbrüche bei Rettungsschirmen, Beraubung der Sparerrücklagen, der Renten und Lebensversicherungen, Dauerrettung einer kranken und überholten Währung etc: Alles spielt in diesen letzten Wochen vor der Wahl der AfD in die Hände. Besser konnte es nicht kommen für eine neue Partei, die erst vor Kurzem gegründet wurde. Das zeigt doch, wie die betrogenen Bürger auf eine Alternative warten, weil alle Blockparteien den gleichen Murks ohne Opposition abliefern. Um Deutschland vor dem Ausverkauf und der massiven Verarmung zu retten, muss die AfD her. Das Grundübel "Einheitseuro" muss beseitigt werden. Und Deutschland muss seine Prioritäten wieder bürgernah und selbst festlegen dürfen. Alles das ist durch die AfD am besten vertreten.

Eddie

06.08.2013, 16:12 Uhr

[...] Falls die AfD (...) sich doch noch in den BT einschleichen sollte, so wuerde der EUR fallen und die Zinsen steigen => Wohlstandsverlust, Mehrausgaben fuer Staat und Wirtschaft, die durch Sparmassnahmen/Entlassungen kompensiert werden muessten. Falls die AfD jedoch ernst machen sollte und EUR-Staaten in die Pleite treibt (halte ich allerdings fuer Wahlkampf-Luege, wie auch die Anti-EUR-Haltung), wuerde auch das Verluste fuer den Staat/die Wirtschaft und hohe Arbeitslosigkeit bedeuten. Hinzu kommt, dass [...] Lucke/Henkel/(Un)Sinn eine Ausweitung des Niedriglohnsektors (Hungerloehne, laengere Arbeitszeiten ,weniger Urlaub, Sozialabbau, keine Mindestloehne) fordern - wieder Wohlstandsverlust und riesige Einnahmeausfaelle. Die Entlastung der Gutverdiener/Reiche (einheitlicher Steuersatz 25%) wuerde den Staat ca.
40 - 50 Milliarden kosten, dazu kommt noch die Abschaffung der EEG-Umlage zugunsten einer steuer-finanzierten Foerderung der regen. Energie. Summa summarum: Deckungsluecke/Einnahmeausfaelle min. 100 Milliarden EUR p.a., ein Konzept zur Deckung fehlt. Die AfD hat eben weder konkrete, nachvollziehbare Konzepte noch ein Partei-Programm [...]

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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