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20.09.2013

15:58 Uhr

Handelsblatt Prognosebörse

SPD und Union legen im Endspurt zu

VonJan Mallien

Kurz vor der Wahl gibt es noch mal leichte Verschiebungen. Die eurokritische AfD verliert etwas an Boden, schneidet aber deutlich besser ab als in allen Umfragen. Das Ergebnis lässt eigentlich nur eine Koalition zu.

Beide großen Parteien legen zu – zu Lasten der Kleinen.

Beide großen Parteien legen zu – zu Lasten der Kleinen.

Kurz vor der Bundestagswahl konnten auf der Handelsblatt-Prognosebörse beide großen Parteien etwas Boden gut machen. Die Union kommt auf 32,7 Prozent und hält damit ihren deutlichen Abstand vor der SPD (22,6 Prozent). Ewas Federn lassen musste die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD). Nach wie vor schneidet sie mit 14,26 Prozent jedoch deutlich besser ab als in allen Umfragen.

Verluste hinnehmen mussten auch die Grünen (8,6 Prozent), die seit Ende August unter der 10-Prozent-Marke notieren. Sie liegen nur noch ganz knapp vor der Linkspartei, die sich auf 8,5 Prozent verbesserte. Das Ergebnis ließe im Grunde nur eine Regierungsoption zu: eine Große Koalition. Rechnerische wäre zwar auch ein Bündnis zwischen Union und AfD möglich. Doch diese Option hat Kanzlerin Merkel klipp und klar ausgeschlossen.

In der aktuellen Umfrage des ZDF-Politbarometers hat die regierende schwarz-gelbe Koalition eine hauchdünne Mehrheit. Die Union kommt auf 40 Prozent. Gemeinsam mit der FDP, die bei 5,5 Prozent landet, erreicht sie 45,5 Prozent. Für die SPD werden 27 Prozent prognostiziert, für die Grünen 9 Prozent und für die Linkspartei 8,5 Prozent. Die AfD scheitert nach der Prognose mit 4 Prozent knapp am Einzug in den Bundestag.

In einer Allensbach-Umfrage vom Freitag gibt es hingegen ein Patt. Die Union kommt darin auf 39,5 Prozent, während sich die FDP um einen halben Punkt auf 5,5 Prozent verschlechtert. Ebenso wie das bisherige Regierungslager kommen auch die Oppositionsparteien zusammen auf 45 Prozent. Die SPD erreicht 27 Prozent. Die Grünen verlieren im Vergleich zur vergangenen Woche von elf auf neun Prozent. Die Linkspartei bleibt mit neun Prozent konstant. Die AfD gewinnt einen Punkt und erhält 4,5 Prozent.

Die Prognosebörse zeigt aktuelle Veränderungen im Meinungsbild besonders schnell, weil dort ständig gehandelt wird. Bei der Niedersachsen-Wahl war sie vor allem bei der Vorhersage des FDP-Ergebnisses treffsicher. Damals lag die FDP in den Umfragen vor der Wahl unter 5 Prozent – letztendlich schaffte sie fast 10 Prozent. Auf der Prognosebörse hatte sich der Aufwärtstrend der Liberalen bereits angedeutet: Hier kam die FDP 24 Stunden vor der Wahl auf immerhin 7,1 Prozent.

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

Zukunft des Euro

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

Neue Währungen

Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

Europäische Verträge

Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

Austrittsrecht

Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

Lasten für den Steuerzahler

Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

Schuldenschnitte

Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

EZB-Politik

Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Eine Schwäche der Prognosebörse liegt darin, dass auf ihr nur mit Spielgeld gehandelt wird. Die Gewinner bekommen attraktive Preise. Wer jedoch weit daneben liegt, erleidet keinen finanziellen Verlust. Dadurch kann es leichter vorkommen, dass einzelne Teilnehmer versuchen, die Kurse zu beeinflussen. Alle Teilnehmer können, wenn sie die aktuellen Werte für unrealistisch halten, dagegen spekulieren. So kann es zu stärkeren Kursschwankungen kommen.

Kommentare (42)

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time

20.09.2013, 16:10 Uhr

Tengelmann wirbt offensiv für Merkel.

Lutz

20.09.2013, 16:13 Uhr

Prognosen sind Bullsh*t,

Vor allem bei der Quelle Forsa/Stern/RTL !



Radek

20.09.2013, 16:21 Uhr

Die HB- Pognose Börse und Wahl-O-Meter liegen erstaunlich dicht beieinander. Bei Wahl-O-Meter erreichtdie AfD allerdings nur 10,9% bei der Prognose-Börse sind es etwas mehr.
Wahl-O-Meter CDU knapp über 35% HB knapp unter 35%
FDP Wahl-O-Meter knapp draußen, HB knapp drin.

Das zu den für den bürgerlichen Wähler interessanten Parteien.

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