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23.03.2006

17:45 Uhr

Handelsblatt-Reportage

Merkels Mann fürs Feine

VonMaximilian Steinbeis

Früher war der CDU-Generalsekretär für die grobe Arbeit zuständig. Lesen Sie hier, warum Ronald Pofalla nun im Namen der Kanzlerin einen anderen Weg geht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterhält sich mit dem Generalsekretär der Union, Ronald Pofalla. Foto: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterhält sich mit dem Generalsekretär der Union, Ronald Pofalla. Foto: dpa

BERLIN. Ronald Pofalla druckst ein wenig herum: „Ich will dem Mann nicht zu nahe treten“, sagt der CDU-Generalsekretär, aber er sei schon einer, „zu dessen zentralen Eigenschaften nicht die grundsätzliche Überlegung zu zählen scheint.“ Der so Beschriebene ist Kurt Beck, der SPD-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, den die CDU am Sonntag stürzen will.

Viel mehr als das hat Pofalla an Beck aber nicht auszusetzen. Stattdessen erzählt er über die Erfolge der großen Koalition, während sich im evangelischen Gemeindesaal im pfälzischen Lauterecken Gemütlichkeit breit macht. 30 grauhaarige Damen und Herren sitzen an langen Tischen, löffeln Sahnetorte und schenken sich aus beige Thermoskannen Kaffee nach. Gut schmeckt er, der Kuchen. Selber gebacken, sagt die örtliche Direktkandidatin stolz.

So sieht es aus, wenn die CDU Wahlkampf macht in diesen Tagen: Kleine Spitzen sind erlaubt, mehr nicht. Ansonsten ist Harmonie oberste Pflicht. Und bricht doch einmal Krawall aus, wie beim ewigen Reizthema Kündigungsschutz, dann ist Pofalla der Mann, der das Ende der Kampfhandlungen ausruft. Der Generalsekretär.

Es gab einmal Zeiten, da war der General der Mann fürs Grobe. Der Chefpolarisierer. Laurenz Meyer konnte das gut, Angela Merkels Oppositionsgeneral. Auch Helmut Kohls wackerer Pastor Peter Hintze. Von der Legende Heiner Geißler ganz zu schweigen. Das waren aber auch andere Zeiten.

Jetzt ist große Koalition. Die CDU regiert, die SPD ebenfalls, und beide sind nahezu gleich stark. Viele Warnungen hatte es vor dem Wahlkampf gegeben: Die Partei werde ihr Profil verlieren, vor lauter Kompromiss werde der Wähler das Gefühl dafür verlieren, was die CDU von der SPD unterscheidet.

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