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15.05.2013

11:19 Uhr

Handelsblatt schlägt Kandidaten vor

Ein Kabinett für Peer

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat die ersten Kandidaten für sein Schattenkabinett präsentiert. Großen Mut hat er dabei nicht bewiesen. Handelsblatt Online hat eine Empfehlungsliste für Steinbrück aufgestellt. 

Steinbrücks bisheriges Schattenkabinett ist noch klein. Handelsblatt Online hat ein paar Vorschläge für den SPD-Kanzlerkandidaten. dpa

Steinbrücks bisheriges Schattenkabinett ist noch klein. Handelsblatt Online hat ein paar Vorschläge für den SPD-Kanzlerkandidaten.

DüsseldorfEs ist einer der wenigen Trümpfe, die SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück noch in der Hand hält. Gerhard Schröder hat einst vorgemacht, wie sich ein Kandidat mit der Kür seines Schattenkabinetts inszenieren kann. Ganz bewusst holte der Niedersachse vor der Bundestagswahl 1998 einige Quereinsteiger und Querdenker in sein Schattenkabinett. Dazu gehörten so illustre Personen wie Jost Stollmann. Der Unternehmer, der mit der Gründung des IT-Unternehmens Compunet Millionen machte, sollte Wirtschaftsminister werden. Der Publizist Michael Naumann war Schröders Mann für Kultur.

Auch Steinbrück hat mit Geesche Joost eine Quereinsteigerin in sein Team berufen. Die 38-Jährige soll sich um Netzpolitik kümmern. Steinbrücks weitere Kandidaten sind jedoch eher klassisch: SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann und der frühere IG-Bau Chef Klaus Wiesehügel – zwei verdiente Funktionäre. Mit weiteren Kandidaten hält sich Steinbrück zurück. „Ich blicke ihren Spekulationen mit Amüsement entgegen“, sagte er am Dienstag auf einer Diskussionsveranstaltung mit Journalisten.

Steinbrücks Hintermannschaft

Kleines Team von Vertrauten

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat ein kleines Team von Vertrauten um sich geschart, die ihn beraten sollen – und die Krisenmanagement betreiben müssen, wenn der Kandidat mit seinen lockeren Sprüchen für Wirbel sorgt. Zum Teil gehörten Steinbrücks Berater bereits zum engen Kreis um Altkanzler Gerhard Schröder und Ex-Parteichef Franz Müntefering.

Andrea Nahles

Nach Kompetenzgerangel übernimmt Generalsekretärin Andrea Nahles die Hauptverantwortung für die gesamte Wahlkampagne. Enge Vertraute Steinbrücks verlieren bisherige Zuständigkeiten. Steinbrücks Kampagnenleiter Heiko Geue wird von einigen im Willy-Brandt-Haus kritisch beäugt.

Rolf Kleine

Rolf Kleine ist ein alter Hase des Berliner Politikbetriebs. Der gelernte Redakteur arbeitete lange in verschiedenen Positionen für die „Bild“-Zeitung. Ende 2011 verließ er den Springer-Konzern, um als Head of Public Affairs die politische Kommunikation des Immobilienkonzerns Deutsche Annington zu verantworten. Rolf Kleine ist 52 und gilt als meinungsstark, erfahren und gut vernetzt.

Kleine arbeitete unter anderem bei den „Westfälischen Nachrichten“, der Nachrichtenagentur ddp und der „Berliner Zeitung“. Insgesamt 17 Jahre schrieb er für Springer, zuletzt mehrere Jahre vor seinem Ausscheiden als Co-Leiter des Hauptstadtbüros. „Bild“ hatte damals mitgeteilt, Kleine gehe auf eigenen Wunsch.

Kleine war regelmäßig Gast in Talkshows und Fernsehmagazinen, so auch bei N24 im „Politischen Quartett“. Titel einer Jubiläumssendung vor fast genau 10 Jahren, im April 2003: „Lust am Untergang - Stürzt die SPD ihren Kanzler?“ Die Deutsche Annington, die Kleine nun wieder verlässt, gehört nach eigenen Angaben mit rund 180 000 eigenen Wohnungen und etwa 2400 Mitarbeitern zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen.

Hans-Roland Fäßler

Der Medienprofi gilt als sehr gut vernetzt. Anders als Donnermeyer ist er nicht in der Parteizentrale angesiedelt, sondern soll von außen Steinbrück den Weg zu führenden Medienvertretern ebnen. Fäßler war erst für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dann für die Medienkonzerne Gruner & Jahr und Bertelsmann tätig. Zu seinen Freunden zählt der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, der inzwischen nicht mehr der SPD angehört. Fäßler soll hinter dem verunglückten Internetportal „PeerBlog" gestanden haben.

Matthias Machnig

Thüringens Wirtschaftsminister gilt als einer der wichtigsten politischen Berater Steinbrücks. Machnig leitete 1998 und 2002 erfolgreich die Wahlkämpfe Gerhard Schröders. Auch mit Müntefering arbeitete er eng zusammen, als dieser erst Generalsekretär und später dann Parteichef war. Nach 2002 war Machnig zeitweise für die Consulting-Firma BBDO tätig, die zahlreiche deutsche Konzerne berät, später für das Beratungsunternehmen Booz Allen Hamilton. Auch Machnig arbeitet als externer Ratgeber für Steinbrück, weswegen er sein Regierungsamt in Erfurt weiter ausübt.

Heiko Geue

Heiko Geue ist Steinbrücks Kampagnenleiter. Wegen dieser Funktion ließ er sich von seinem bisherigen Posten als Finanzstaatssekretär in Sachsen-Anhalt beurlauben. Ein Rückkehrrecht ist jedoch rechtlich umstritten. Auf Veranlassung von Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) verlor Geue daher seinen Job. In der Ära Schröder war Geue einer der Architekten der Agenda 2010 gewesen. Damals war er unter anderem als persönlicher Referent von Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier tätig. In der Zeit der großen Koalition koordinierte Geue den Leitungsstab des Bundesfinanzministeriums für den damaligen Ressortchef Steinbrück. Geue ist mit Steinbrücks Büroleiterin Sonja Stötzel liiert.

Timo Noetzel

Der Politikwissenschaftler gehört seit Anfang Februar zu Steinbrücks Mannschaft. Noetzel soll für den Kandidaten kampagnenfähige Themen identifizieren. Er war bisher Leiter des Politik- und Analysestabs der Münchner Sicherheitskonferenz sowie Vorstandsmitglied der Berliner Denkfabrik „Stiftung neue Verantwortung".

Torsten Schäfer-Gümbel

Steinbrück selbst nennt den hessischen SPD-Chef als Berater in Finanzmarktfragen. Der eher dem linken Parteiflügel zugerechnete „TSG" gehört aber wohl nicht zum engeren Umfeld des Kandidaten.

Jarmila Schneider

Mit ihr gehört neuerdings auch eine Frau zu Steinbrücks Beraterstab. Jarmila Schneider unterstützt seit Mitte Februar als zweite Pressesprecherin den Hauptsprecher Donnermeyer. Sie war bisher Sprecherin der bayerischen SPD.

Nicht immer haben die Quereinsteiger in der Politik eine gute Figur abgegeben. Vor allem im Wahlkampf können sie leicht zur Hypothek werden. Kaum jemand weiß dies so gut wie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Nominierung des Steuerexperten Paul Kirchhof als Finanzminister für ihr Schattenkabinett kostete sie um ein Haar den Wahlsieg bei der Bundestagswahl 2005.

Doch wenn bei der Zusammenstellung des Kabinetts die Wahlkampftauglichkeit mehr zählt als die Fachkompetenz, wäre das eine schlechte Lösung. Um neue Ideen einzubringen braucht es Leute, die nicht ihr ganzes Leben in der Politik verbracht haben. Unternehmer, Ökonomen und Wissenschaftler sind gefragt. Wenn Handelsblatt Online entscheiden könnte, hätten diese Frauen und Männer einen festen Platz im Bundeskabinett des SPD-Kandidaten. Wir haben eine Empfehlungsliste für Peer Steinbrück verfasst.

Kommentare (14)

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Nein

15.05.2013, 11:27 Uhr

Liebe Politiker, ihr könnt die Steuern so oft und so viel erhöhen wie ihr wollt, ich gleiche es über Konsumverzicht aus. Ich bin nicht eure Melkkuh! ES REICHT!!!!!

Account gelöscht!

15.05.2013, 11:38 Uhr

Heute, Mittwoch, 15. Mai 2013, Interview mit Peer Steinbrück, zur EURO-Krise, veröffentlicht in der Hessisch-Niedersächsichen-Allgemeinen HNA:


"WIR WERDEN MEHR BEZAHLEN MÜSSEN - DAS IST UNSERE PFLICHT"


Man weiß also, wohin die Reise gehen wird, mit diesen Leuten.

Account gelöscht!

15.05.2013, 11:40 Uhr

und was hat das jetzt mit dem Thema zu tun?

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