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16.01.2014

19:44 Uhr

Handelskammer eröffnet

Bundesregierung begrüßt chinesische Investoren

Mehr und mehr chinesische Unternehmen sind in Deutschland aktiv – und bringen Investitionskapital mit. In Berlin wurde nun eine eigene Handelskammer eröffnet. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel warnt vor Ressentiments.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (r, SPD) und der chinesische Botschafter in Deutschland, Shi Mingde (2.v.r), kommen zu der Eröffnung der chinesischen Handelskammer in Deutschland in Berlin. dpa

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (r, SPD) und der chinesische Botschafter in Deutschland, Shi Mingde (2.v.r), kommen zu der Eröffnung der chinesischen Handelskammer in Deutschland in Berlin.

BerlinDie weltgrößte Handelsmacht China will noch enger mit der deutschen Wirtschaft zusammenarbeiten. Dazu eröffnete am Donnerstag in Berlin offiziell die erste chinesische Handelskammer in Europa. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wies Sorgen deutscher Firmen vor Investoren aus dem Reich der Mitte zurück: „Ich bin sicher, sie bestehen zu Unrecht.“

Chinesische Firmen wollten langfristig in Deutschland aktiv sein. Der Vizekanzler kündigte an, Ende Februar nach China zu reisen. Mit einem Handelsvolumen von 145 Milliarden Euro ist die asiatische Supermacht bereits drittwichtigster Wirtschaftspartner Deutschlands, noch vor den USA.

Mit Blick auf den zeitweiligen Streit zwischen der EU-Kommission und Peking im Vorjahr um chinesische Dumping-Preise bei Solartechnik meinte Gabriel, Interessenkonflikte sollten über Gespräche und nicht mit Handelsrestriktionen beseitigt werden. Der Konflikt war auch auf Druck Berlins beigelegt worden, zu angedrohten Strafzöllen kam es nicht.

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Gabriel betonte, die Bundesregierung wolle chinesische Investoren nach Kräften unterstützen: „Nutzen Sie uns, als wären wir ihr Ministerium.“ Potenzial gebe es vor allem in Energie- und Umwelttechnik. Der chinesische Botschafter in Deutschland, Shi Mingde, betonte, der deutsch-chinesische Handel sei wichtiger Motor für die Beziehungen mit Europa. Rund 40 Prozent des Technologietransfers stamme aus Deutschland.

Die Eröffnung der Kammer geht auf eine Initiative des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang bei seinem Antrittsbesuch in Berlin im vergangenen Sommer zurück. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, sprach von einem wichtigen „Brückenkopf“. Die deutsche Wirtschaft brauche dringend ausländisches Kapital, um ihren Wettbewerbsvorsprung und Arbeitsplätze zu sichern.

Experten erwarten bald weitere Übernahmen. Peking kann es sich leisten: Chinas Devisenreserven lagen Ende 2013 auf der Rekordhöhe von 2,79 Billionen Euro. Chinesische Eigentümer oder Co-Investoren haben bereits etwa der Gabelstapler-Hersteller Kion, der Autozulieferer Kiekert, der Betonpumpenspezialisten Putzmeister oder der Elektronik-Händler Medion.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.01.2014, 20:00 Uhr

Ääämh....wo sind denn jetzt die Gutmenschen, die noch rechtzeitig alle Investoren auf die Einhaltung der Menschenrechte hinweisen müssen?

ausgestorben....?!

Account gelöscht!

17.01.2014, 16:11 Uhr

Immer schön weiter unser Land verschachern, kann ich da nur sagen
Uns gehört im eigenen Land doch ohnehin kaum noch was, das ght hin bis zu ehemaligen Sozialwohnungen

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