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04.08.2013

14:09 Uhr

Handwerkspräsident Kentzler

„Wer kann, soll bis 70 arbeiten“

Handwerkspräsident Otto Kenztler plädiert wegen des zunehmenden Fachkräftemangels für eine Rente mit 70. Allerdings stoßen solche Vorschläge nur auf sehr geringe Zustimmung in der Bevölkerung. Im Gegenteil: Eine große Mehrheit der Deutschen liebäugelt mit der Rente vor dem 65. Geburtstag.

Otto Kentzler: Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks glaubt, dass ältere Arbeitnehmer dringend gebraucht werden. dapd

Otto Kentzler: Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks glaubt, dass ältere Arbeitnehmer dringend gebraucht werden.

Berlin"Wer kann, soll bis 70 arbeiten", sagte Kentzler dem Magazin "Focus". Viele Ältere seien fit, sagte er. "Selbst wenn sie nur halbe Tage arbeiten, ihre Erfahrung kann uns helfen." Einer GfK-Umfrage für die "Welt am Sonntag" zufolge wären jedoch gerade einmal 1,6 Prozent der Befragten bereit, über das 69. Lebensalter hinaus erwerbstätig zu sein. Selbst die Rente mit 67 stößt auf geringe Akzeptanz.

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks argumentierte, bereits jetzt müssten Betriebe Aufträge ablehnen, weil ihnen die Fachkräfte fehlten. Einige Unternehmen hätten auch das Tempo der demografischen Entwicklung unterschätzt, sagte Kentzler. Um den Fachkräftemangel zu entschärfen, müsse man sich auch verstärkt um diejenigen bemühen, die keinen Schulabschluss hätten. Zuwanderung sei nur ein kleiner Teil der Lösung, denn zum einen kämen zu wenige Ausländer, zum anderen müssten sie erst sprachlich und fachlich auf eine Ausbildung vorbereitet werden.

Ein Mangel herrscht nicht nur bei den Hochqualifizierten. "Fachkräfteengpässe zeigen sich mehr und mehr auch bei beruflich Qualifizierten", sagte Achim Dercks, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der "Welt am Sonntag". "Vier von zehn Unternehmen, die Stellenbesetzungsprobleme haben, suchen derzeit ohne Erfolg dual ausgebildete Fachkräfte." Vor allem in technischen Berufen und im Gesundheitswesen hätten bereits heute viele Unternehmen Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen.

Nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) für die Zeitung gibt es 119 Berufe, bei denen die Zahl der Stellenangebote die der im Juni gemeldeten Arbeitslosen übersteigt. Mehr als drei Viertel dieser Berufe werde von Fachkräften ohne Studium ausgeübt. So ist der Engpass bei Kellnern, Klempnern und Pflegekräften größer als bei studierten Vermessungstechnikern und Ärzten.

Kommentare (46)

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Querdenker

04.08.2013, 14:35 Uhr

Zuerst haben sie einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung keine Arbeit gegeben und nun wollen sie keine Rente geben. Das ist ziemlich perfide! Apropos Mangel an Pflegekräften: Es gibt nicht viele, die diese schwere und gering bezahlte Tätigkeit lange durchhalten. Vielleicht sollte man Maschinen doch mal für die Menschen einsetzen und nicht immer nur um Löhne zu sparen.

Account gelöscht!

04.08.2013, 14:49 Uhr

Das ist ja wirklich lachhaft. Angesichts von rund 7 Mio, die Geld aus dem Agenturtopf bekommen (auch wenn weniger als die Hälfte davon "arbeitslos" ist) müssen die, die Arbeit haben, unbedingt bis ins Grab schuften. Wegen "Facharbeiter-Mangel" auch noch! Absurder gehts nicht mehr.

Die Logik ist offenbar: warum sollte ein 17jähriger einen Arbeitsplatz bekommen, wenn diese Arbeit von seinem 70jährigen Opas (ohne Einarbeitungs-/Lehrzeit) genauso erledigt werden kann?

Wer braucht diese Apparatschik-Verbände und ähnliche staatlich geschützte Schutzgeld-Erpressungsorganisationen eigentlich überhaupt? Die Handwerker sicherlich nicht - jedenfalls sind die allermeisten dort keinesfalls freiwillig dabei.

Account gelöscht!

04.08.2013, 15:08 Uhr

Hier sollen die Menschen bis 70 arbeiten das die Südländer in der Sonne liegen können. Was ein Irrsinn.

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