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28.09.2014

21:09 Uhr

Handy-Foto zeigt Opfer

Wachmänner sollen Flüchtlinge misshandelt haben

Schrecklicher Vorfall in einem Asylbewerberheim in Nordrhein-Westfalen: Sicherheitsleute sollen dort Flüchtlinge misshandelt haben. Ein Handyfoto zeigt ein Opfer gefesselt am Boden, den Fuß eines Wachmanns im Nacken.

Das Foto der Polizei zeigt zwei Sicherheitsleute, die in der ehemaligen Siegerland-Kaserne in Burbach (Nordrhein-Westfalen) einen am Boden liegenden Flüchtling misshandeln. dpa

Das Foto der Polizei zeigt zwei Sicherheitsleute, die in der ehemaligen Siegerland-Kaserne in Burbach (Nordrhein-Westfalen) einen am Boden liegenden Flüchtling misshandeln.

DüsseldorfIn einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen sollen Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes Asylbewerber misshandelt haben. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen vier Verdächtige.

Die Ermittler zeigten am Sonntag in Hagen ein Handy-Foto aus der Einrichtung in Burbach im Siegerland, auf dem ein gefesselt am Boden liegender Mann und zwei uniformierte Sicherheitsmänner zu sehen sind. Einer der beiden stellt dem Opfer, einem etwa 20 Jahre alten Algerier, seinen Fuß in den Nacken.

Laut Polizei grinsen die Sicherheitsleute auf dem Foto. „Das sind Bilder, die man sonst nur aus Guantanamo kennt“, sagte der Hagener Polizeipräsident Frank Richter unter Verweis auf das US-Gefangenenlager.

Seit Freitag laufen die Ermittlungen. Inzwischen seien etwa 100 der insgesamt rund 700 Bewohner der Unterkunft befragt worden. Danach gebe es Hinweise auf weitere Körperverletzungsdelikte, an denen zum Teil Mitarbeiter des Wachdienstes beteiligt gewesen sein könnten, sagte Richter weiter.

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Der Chef der Linkspartei, Bernd Riexinger, hat sich über die Misshandlungen empört gezeigt. „Das muss die NRW-Landesregierung vollständig aufklären. Sie führt die Aufsicht“, sagte Riexinger dem Handelsblatt (Online- Ausgabe) und fügte mit Blick auf SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hinzu: „Die politische Gesamtverantwortung für systematische Menschenrechtsverletzungen liegt letztlich bei der politischen Führung des Landes.“ Nichtstun sei unterlassene Hilfeleistung.

Die Vorgänge müssen aus Riexingers Sicht ein „Weckruf“ sein. „Wir müssen weg von der geschlossenen Unterbringung von Flüchtlingen. Das ist inhuman und öffnet Tür und Tor für Machtmissbrauch“, sagte der Linken-Chef. „Die dezentrale Unterbringung muss der Regelfall werden.“

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am Freitag ein Video erhalten, das einen anderen Übergriff auf einen Flüchtling in der Einrichtung zeigt. Die etwa 10- bis 15-sekündige Sequenz zeigt nach Angaben der Polizei einen Mann, der neben Erbrochenem auf einer Matratze sitzt und unter Androhung von Schlägen gezwungen wird, sich hinzulegen.

Bei anschließenden Durchsuchungen fanden die Ermittler auf dem Handy eines der Verdächtigen das Foto. Außer den beiden Männern auf dem Bild stehen zwei weitere Wachleute im Fokus der Ermittler: Bei ihnen seien verbotene Waffen wie Schlagstöcke gefunden worden. Zwei der vier Männer hätten sich zu den Vorwürfen geäußert, sagte der ermittelnde Oberstaatsanwalt Johannes Daheim. Alle vier Beschuldigten sind auf freiem Fuß.

Kommentare (18)

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Herr Leonhard Fischer

29.09.2014, 07:24 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Theo Gantenbein

29.09.2014, 09:10 Uhr

Was hat das mit der AfD zu tun? Nix!

Dumm ist wer dummes denkt.

Krümel Keks

29.09.2014, 09:18 Uhr

@ Gantenbein

Lassen Sie doch diesen Troll. Wenn man keine Argumente hat, beleidigt man halt. Warum fallen Sie auf solche primitiven Menschen herein?

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