Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.01.2007

15:31 Uhr

Hannelore Kraft

Das neue Gesicht der NRW-SPD

Nach dem kurzfristigen Rücktritt von NRW-SPD-Chef Jochen Dieckmann hat die Partei am Samstag auf einem Sonderparteitag eine neue Landesvorsitzende gekürt. Die gab sich gleich kampfbetont: Die Regierung von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers werde nur eine Episode bleiben.

Hannelore Kraft gibt sich angriffslustig. Foto: dpa dpa

Hannelore Kraft gibt sich angriffslustig. Foto: dpa

HB BOCHUM. Erstmals in der Geschichte der nordrhein-westfälischen SPD steht eine Frau an der Spitze der Partei. Ein Sonderparteitag wählte die 45-jährige Hannelore Kraft am Samstag in Bochum mit 95,6 Prozent zur neuen Landesvorsitzenden. Die frühere Wissenschaftsministerin ist auch Oppositionsführerin im Düsseldorfer Landtag. Sie soll die Partei fit für die Landtagswahl in drei Jahren machen und dann als Herausforderin von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) antreten. Kraft hatte bei ihrer Wahl keinen Gegenkandidaten.

Mit der Wahl von Kraft tauschen die Sozialdemokraten keine zwei Jahre nach der historischen Niederlage bei der Landtagswahl erneut ihre Spitze aus. Der Neuanfang war notwendig geworden, nachdem Jochen Dieckmann vor einem Monat überraschend seinen vorzeitigen Rückzug von Vorsitz bekannt gegeben hatte. Er war rund 18 Monate im Amt und hatte gemeinsam mit Kraft als Fraktionschefin die Neuaufstellung der SPD in der Opposition eingeleitet.

Kraft kündigte in einer gut einstündigen kämpferischen Rede auf dem Parteitag ihren Führungsanspruch an. „Ich will für frischen Wind sorgen“, betonte sie. Mit Blick auf die kommenden drei Jahre bis zur Landtagswahl rief sie die Partei zur Geschlossenheit auf und machte ihr zugleich Mut: Die Partei setze auf Sieg und werde in NRW wieder gestalten. Dazu müsse sie nach außen geschlossen auftreten und inhaltlich „klare Kante“ zeigen. „Die SPD kommt, sie hat Kraft, sie will nach vorne und hat die richtige Ziele“, rief sie den Delegierten zu.

Rückendeckung erhielt die neue Vorsitzende des mitgliederstärksten SPD-Landesverbandes vom Bundesvorsitzenden Kurt Beck. Kraft habe die Fähigkeit, den Funken in der Partei lebendig zu halten. Sie habe den Blick nach vorne und sei fest verankert in den Grundwerten der Partei. Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) rief den Landesverband auf, geschlossen um die Rückkehr in Regierungsverantwortung zu kämpfen. Er betonte, mit der Wahl von Kraft sei die Wahlniederlage vor zwei Jahren „endlich vorbei“.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×