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20.08.2014

12:33 Uhr

Hannover 96 kassiert am meisten

Bundeswehr wirbt bei Bundesliga-Klubs

Die Bundeswehr kämpft um Nachwuchs – und wirbt vermehrt bei Profi-Klubs. Die Ausgaben für Bandenwerbung und Inserate in Stadionheften sind stark gestiegen. Am meisten profitieren einige Erst-und Zweitligavereine.

Fans von Hannover 96: Ob sich aus dieser Kurve neue Soldaten rekrutieren lassen? In Hannover hat die Bundeswehr intensiv um Nachwuchs geworben. dpa

Fans von Hannover 96: Ob sich aus dieser Kurve neue Soldaten rekrutieren lassen? In Hannover hat die Bundeswehr intensiv um Nachwuchs geworben.

BerlinDie Bundeswehr arbeitet beim Werben um Nachwuchs verstärkt mit Sportvereinen zusammen. Im vergangenen Jahr gab sie rund 453.000 Euro für Personalwerbung im Sportbereich aus, wie aus einer am Mittwoch in Berlin vorgelegten Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. Die Summe lag knapp 80 Prozent höher als im Jahr 2012, als rund 253.000 Euro in solche Werbemaßnahmen gesteckt worden waren.

Die Bundeswehr gab dieses Geld unter anderem für Bandenwerbung in Stadien, für Inserate in Vereinszeitschriften und für Videoclips in Halbzeitpausen aus. Der größte Teil floss dabei an Fußballvereine. Am meisten profitierte der Erstligist Hannover 96, der 65.500 Euro kassierte. Der Zweitligist 1. FC Union Berlin erhielt 47.600 Euro. Bedacht wurden aber auch kleinere Vereine - etwa der in der dritten Liga spielende KSV Holstein-Kiel mit 34.500 Euro und der Regionalligist FC Carl Zeiss Jena mit 30.000 Euro.

Bei diesen Klubs wirbt die Bundeswehr auch 2014 gerne

Platz 1

Hannover 96: Für Bandenwerbung, Anzeige in Printmedien und Videospots am Spieltag kassiert der Bundesligist 2013 und 2014 jeweils 65.500 Euro.

Platz 2

FC Carl Zeiss Jena: Die Thüringer für Inserate im Stadionheft, Werbe- und TV-Banden, einen TV-Spot in der Halbzeitpause und ein Logi im VIP-Bereich 40.000 Euro.

Platz 3

KSV Holstein Kiel und die SG Flensburg-Handewitt (Handball-Bundesligist): Beide Klub klassieren von der Bundeswehr für eine Werbe-Kooperation jeweils 34.500 Euro.

Platz 4

Reinickendorfer Füchse Berlin (Handball-Bundesligist): Für eine Mitgliedschaft im Business-Club, Anzeigen im Hallenheft, ein Logo im VIP-Raum und auf der Homepage gibt es 27.000 Euro.

Platz 5

Karlsruher SC: Die Badener bekommen in diesem Jahr von der Bundeswehr 23.300 Euro überwiesen.

Platz 6

VfR Aalen: Für eine Logodarstellung, eine Pressemitteilung, eine Info-Veranstaltung und ein Inserat im Vereinsmagazin gibt es 19.500 Euro.

Platz 7

Bad Schwartau (Handball-Klub): Bodenwerbung, Printwerbung, einen Videospot und einen Infostand bei den Spielen von Bad Schwartau ist der Bundeswehr 17.000 Euro wert.

Platz 8

1. FC Union Berlin: Die Werbemaßnahmen bei den Eisernen lässt sich die Bundeswehr 15.000 Euro kosten.

Die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke kritisierte die Werbepraxis. „Die Bundeswehr drängt massiv in die Sportwelt, um Nachwuchs unter den Fans zu ködern“, erklärte sie. „Jeder Verein sollte sich gut überlegen, ob er seinen Fans wirklich Werbung für die Bundeswehr zumuten will.“ Seit dem vorläufigen Auslaufen der Wehrpflicht im Juli 2011 muss die Bundeswehr gezielt um Nachwuchs werben.

Fußball-Vereine sollen zahlen: Zu Recht!

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Von

afp

Kommentare (3)

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Herr J.-Fr. Pella

20.08.2014, 12:50 Uhr

"Granaten-Uschi" kommt doch aus Niedersachsen.
Also "Heimatverbundenheit" zeigen.

Frau Monika Eichner

20.08.2014, 13:34 Uhr

(...)
Na ja - erst heute stand in unserer Zeitung wieder ein Bericht über gewaltbereite Fussballfans und dass die Vereine für die Kosten der Polizei aufkommen sollen.
Warum nicht aus den Not eine Tugend machen. Vielleicht ist die Bundeswehr genau das was diese gewaltbereiten Fans brauchen. Ein Platz zum Austoben. Und vielleicht lernen sie so nebenbei etwas Disziplin. Ein Schaden wäre es sicher nicht.

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Micky Aus

20.08.2014, 13:55 Uhr

Was mir dazu einfällt: Fotheringay - The Banks of the Nile (mit Sandy Denny) auf YT

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