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26.06.2013

02:25 Uhr

Hans-Georg Wieck

Ex-BND-Chef findet Schnüffelprogramme in Ordnung

Britische Überwachungsprogramme sollen auch deutsche Internetdaten ausgespäht haben. Der ehemalige BND-Präsident Wieck kann daran nichts finden – und verrät nebenbei etwas über die Praxis beim deutschen Geheimdienst.

Terrorismusbekämpfung oder Verletzung der Privatsphäre? Satellitenschüsseln des britischen Geheimdienstes GCHQ. Reuters

Terrorismusbekämpfung oder Verletzung der Privatsphäre? Satellitenschüsseln des britischen Geheimdienstes GCHQ.

BerlinDer ehemalige Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Hans-Georg Wieck, sieht in Ausspähprogrammen des amerikanischen und des britischen Geheimdienstes nichts Verwerfliches. „Das sind keine Überwachungsmaßnahmen, sondern das ist ein Beitrag zur Bekämpfung des Terrorismus auch in Deutschland“, sagte er der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Online-Ausgabe).

„Wir machen das in Gestalt des Bundesnachrichtendienstes im Ausland selbst. Da ist nicht mehr Illegales drin als in anderen geheimdienstlichen Tätigkeiten“, sagte der Ex-BND-Chef. Es müsse nur vermieden werden, dass der Eindruck entstehe, die gewonnenen Informationen würden gegen andere Länder verwendet. „Es gibt hier einen Bedarf an Vertrauensbildung“, fügte Wieck hinzu.

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Dagegen sprach FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle von „ganz ungeheuerlichen Vorgängen“. Von Amerikanern und Briten verlangte er umfassende Aufklärung über die Ausspähaktionen in deutschen Datennetzen. „Hier erwarte ich von unseren Freunden in Washington und London, dass sie mehr tun als bisher. Das ist auf keinen Fall befriedigend“, sagte er der in Oldenburg erscheinenden „Nordwest-Zeitung“.

Von

dpa

Kommentare (10)

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zio

26.06.2013, 04:44 Uhr

"Dagegen sprach FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle von „ganz ungeheuerlichen Vorgängen“. - Der freizügig denkende und oft auch flapsig redende Brüderle. Er fühlt sich wohl ertappt???

Account gelöscht!

26.06.2013, 04:51 Uhr

"„Das sind keine Überwachungsmaßnahmen, sondern das ist ein Beitrag zur Bekämpfung des Terrorismus auch in Deutschland“"

Wie viele Daten von wie vielen Personen wurden gesichtet und wie viele Terroristen wurden dadurch entdeckt? Was ist mit etwas cleveren Terroristen, die den Postweg benutzen oder sich einfach nur von Angesicht zu Angesicht unterhalten?

Gezielte Spionage gab es sicherlich immer. Aber hier geht es um eine voellig andere Dimension.

Frank3

26.06.2013, 05:02 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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