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25.04.2013

13:32 Uhr

Hans-Jochen Vogel

Promi-Zeuge bei Verlosung der NSU-Prozess-Presseplätze

Ein prominenter Zeuge soll dafür Sorge tragen, dass bei der Verlosung der 50 festen Presseplätze für den NSU-Prozess alles mit rechten Dingen zugeht – der ehemalige SPD-Spitzenpolitiker Hans-Jochen Vogel.

Wird bei der Auslosung der Presseplätze anwesend sein: Münchens Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel. dpa

Wird bei der Auslosung der Presseplätze anwesend sein: Münchens Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel.

MünchenBei der Verlosung der festen Presseplätze für den NSU-Prozess wird der frühere SPD-Spitzenpolitiker Hans-Jochen Vogel als Zeuge anwesend sein. Das teilte das Münchner Oberlandesgericht (OLG) am Donnerstag mit. Die Lose zieht am kommenden Montag (29. April) der Münchner Notar Dieter Mayer – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Anwesend ist neben dem Notar und Vogel nur ein Protokollant.

Vogel war in seiner politischen Karriere unter anderem Münchner Oberbürgermeister, Bundesminister und SPD-Vorsitzender. Er hat sich auf Wunsch des Notars als Zeuge zur Verfügung gestellt.

Nach dem Streit um das erste Akkreditierungsverfahren und einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts hatte das OLG den Prozessauftakt auf den 6. Mai verschoben und entschieden, dass die lediglich 50 festen Presseplätze im Gerichtssaal nun verlost werden. Beim ersten Mal waren diese nach der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben worden; türkische Medien waren leer ausgegangen. Karlsruhe hatte dann entschieden, dass es in dem Prozess um die Morde und Anschläge der Neonazi-Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) einige fest reservierte Plätze für türkische Medien geben muss. Acht der zehn Mordopfer hatten türkische Wurzeln.

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Diesmal gibt es drei verschiedene Kontingente: für Nachrichtenagenturen (5 Plätze), ausländische Medien (10 Plätze) und inländische Medien (35 Plätze) - wobei es jeweils noch Untergruppen etwa für Fernsehen oder Tageszeitungen gibt. Wie viele Medien sich beworben haben, war auch am Donnerstag noch unklar. Die Auswertung der Akkreditierungsgesuche dauert noch an. Spekuliert wird aber, dass es um ein Vielfaches mehr sind als im ersten Verfahren - damals waren es laut OLG 129 Medien.

Die Ergebnisse der Auslosung sollen am Montagnachmittag um 14.30 Uhr auf einer Pressekonferenz im OLG bekanntgegeben werden.

Von

dpa

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