Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2012

14:16 Uhr

Hans-Werner Sinn

„Wir sitzen so oder so in der Falle“

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sieht Deutschland in der Zwickmühle: Falls die EZB die notwendigen Staatsanleihen-Käufe nicht tätige, werde das über den Rettungsschirm geschehen. Die Rechnung gehe sowieso an Deutschland.

Hans-Werner Sinn sieht Deutschland in einer schlechten Situation. ap

Hans-Werner Sinn sieht Deutschland in einer schlechten Situation.

BerlinDer Präsident des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, Hans-Werner Sinn, sieht Deutschland in der Europäischen Zentralbank (EZB) zunehmend an den Rand gedrängt. „All die schönen Sprüche, dass die EZB nach dem Modell der Bundesbank funktionieren würde und Deutschland als größtes Land eine Sonderrolle behalte, erweisen sich als Schall und Rauch,“ sagte Sinn dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

Dass mittlerweile weder der Präsidentenposten noch die Aufgabe des Chefvolkswirts von Deutschen besetzt seien, verdeutliche diese Entwicklung.

Vergangene Woche wurden die Spitzenposten in der Notenbank neu verteilt. Chefvolkswirt wurde der Belgier Peter Praet. Der deutsche Favorit für den Posten, Jörg Asmussen, bekam stattdessen den Bereich „Internationale und europäische Beziehungen“ zugewiesen. „Personell ist das durchaus vertretbar“, gesteht Sinn ein.

Trotzdem sieht er die Zukunft kritisch. Der neue EZB-Präsident Mario Draghi werde zwar nicht unbedingt einknicken im Streit um höhere Staatsanleihen-Käufe durch die EZB. Stattdessen werde er „vermutlich den Druck auf die Staatengemeinschaft erhöhen, die Staatspapiere über den Luxemburger Rettungsfonds ESM zu kaufen“. „Das ist zwar weniger schlimm, als wenn die EZB kauft, aber schlimm genug, weil Deutschland auch damit zu einem Gläubiger der Südländer wird. Wir sitzen so oder so in der Falle“, sagte Sinn.

Von

rtr

Kommentare (20)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

mike23168

08.01.2012, 14:52 Uhr

Die Frag ist: Was ist darn NEU?
Der Zauber fliegt uns früher oder, eben noch mit Schuldenmiliarden verzögert, später um die Ohren. Nur will es die große Masse an Deutschen noch nicht wahr haben.
Ich bin mir allerdings sicher, dass die Erleuchtung kommen wird. Aber wie oft in der Geschichte der Menschheit zu SPÄT. Die Paralelen sind klar erkennbar.

AlexanderBerg

08.01.2012, 15:11 Uhr

Ausufernde Verschuldung wird durch zwei Faktoren beschleunigt. Zum einem durch die Zinseszins-Problematik im Geldsystem – ein exponentieller Verlauf. Zum anderen durch ein falsch gelerntes Problem-Lösungs-Prinzip, was ebenfalls exponentiell verläuft und zu vermehrter Komplexität führt. Ersteres wird durch Zweiteres zudem befördert.

Mehrheitlich gelernte “Gegenmaßnahmen” zur Aufrechterhaltung der Systemstrukturen allgemein: Mehr Arbeitsaufwand für immer weniger Lebensqualität, mehr Energieeinsatz und damit verbundene Umweltthematiken, mehr Druck in den Hierarchien, Gegendruck und Burnout, gesteigerter Ressourceneinsatz in einem begrenzten System und – wie breits angerissen- mehr Geldmittel und somit mehr Schulden, Zinsen und Zinseszinsen (bei Schaffung von Geld aus dem Nichts).

Account gelöscht!

08.01.2012, 15:17 Uhr

Der Euro ist doch keine Naturkatastrophe sondern ein von Menschen gemachtes Übel.
Also kann man diesen Irrsinn auch wieder korrigieren.
Dass die deutschen Steuerzahler am Ende die Rechnung für alle anderen mitbezahlen werden - und zwar in alle Ewigkeit - haben unsere Euro-Träumer zwar so geplant, aber das muss doch nicht so kommen.
Wenn das Volk endlich aufwachen würde, könnte man diese Typen zum Teufel jagen, und wieder zu Recht, Gesetz und Vernunft zurückkehren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×