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26.01.2012

02:41 Uhr

Hartz IV

Die Zahl armer Kinder in Deutschland sinkt bundesweit

Seit 2006 ist die Zahl der Kinder, die in Armut leben, bundesweit zurückgegangen. Einem Zeitungsbericht zufolge müssen über 250.000 Kinder weniger von Hartz IV leben. Doch die regionalen Unterschiede sind riesig.

Kinderarmut geht zurück

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MünchenDie Zahl der Kinder, die von Hartz IV leben müssen, ist einem Zeitungsbericht zufolge in den vergangenen fünf Jahren gesunken. Von September 2006 bis September 2011 sei die Zahl der betroffenen unter 15-Jährigen bundesweit von 1,9 Millionen um etwa 257.000 auf knapp 1,64 Millionen zurückgegangen, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf eine Analyse der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Dies entspreche einem Rückgang um 13,5 Prozent. Besonders deutlich war demnach der Rückgang im vergangenen Jahr: Von September 2010 bis 2011 sei die Zahl der unter 15-Jährigen in Hartz-IV-Haushalten um fast 84.000 gesunken.

„Weniger Kinder in Hartz IV bedeutet, dass es den Jobcentern gelungen ist, ihre Eltern in Beschäftigung zu integrieren“, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt dem Blatt. Die Chance, eine Arbeit zu finden, sei heute deutlich besser als vor drei oder vier Jahren.

„Auch Langzeitarbeitslose oder Geringqualifizierte profitieren verstärkt von der Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes“, sagte er. Die Auswertung der Bundesagentur zeigt nach Angaben der Zeitung, dass es große regionale Unterschiede gibt: Im Fünf-Jahres-Vergleich schneide Bayern am besten mit einem Minus von gut 22 Prozent ab.

In Stadtstaaten wie Bremen oder Hamburg oder im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen habe der Rückgang dagegen deutlich niedriger gelegen. Schlusslicht sei Berlin: In der Bundeshauptstadt habe sich die Zahl der hilfebedürftigen Kinder im gleichen Zeitraum nur um 1,2 Prozent verringert. Mehr als jedes dritte Kind unter 15 Jahren lebe in Berlin von Hartz IV.

Bundesweit treffe dies auf fast jedes siebte (15,1 Prozent) zu. Markus Grabka, Sozialexperte im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), warnte in der „SZ“ davor, die Zahlen überzubewerten.

„Kinderarmut bleibt das zentrale sozialpolitische Problem in Deutschland“, sagte er. Wenn Eltern mit ihren Kinder aus Hartz IV rauskämen, sei das längst keine Garantie, nicht von Armut betroffen zu sein. Das Risiko bestehe gerade auch für Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten.

Von

afp

Kommentare (8)

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Spartakus

26.01.2012, 06:19 Uhr

Dafür ist die Selbstmordrate in Griechenland um das dreifache gestiegen!

Realist

26.01.2012, 07:34 Uhr

Wenn ich in Bezug auf Deutschland Kinderarmut höre, wird mir ganz schlecht. In Deutschland gibt es Armut so gut wie überhaupt nicht. Armut dar einfach nicht am Einkommen definiert werden. In vielen Ländern verhungern Kinder, müssen viele Stunden pro Tag arbeiten und haben keine Perspektive. Da gibt es Armut.

Abgesehen von diesem Standpunkt ist es gut, dass die Unterstützungszahlungen durch HartzIV sinken.

Account gelöscht!

26.01.2012, 07:58 Uhr

Weniger Kinder ein Mitgrund?

Es ist doch bekannt, dass in der BRD immer weniger Kinder geboren werden, dass die zahl der Neugeborenen stetig sinkt.
Gezählt werden hier Kinder bis 15 Jahren, auch dann oft geburtenstärkeren Jahrgängen am oberen Ende-

Es wäre interessant, zu erfahren, wie sich DAS auf die sinkende Zahl von Hartz4-Kindern ausgewirkt hat.

Dass allein bechäftigungsaufnahmen dafür der Grund seien, das glaube ich schlichtweg nicht.

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