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21.11.2012

02:30 Uhr

Hartz-IV-Sanktionen

„Immer mehr Druck auf Arbeitslose schafft keine neuen Arbeitsplätze“

Die Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher hat einen Rekordstand erreicht. Nun wirft die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles der Bundesregierung vor, die zweite Säule der Arbeitsmarktpolitik zu vernachlässigen.

Die Jobcenter haben so viele Strafen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängt wie nie zuvor. dpa

Die Jobcenter haben so viele Strafen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängt wie nie zuvor.

KoblenzSPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat eine Schieflage bei den Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher bemängelt. "Fördern und Fordern" sei zwar "das Prinzip der aktiven Arbeitsmarktpolitik", sagte sie der "Rhein-Zeitung" aus Koblenz vom Mittwoch.

"Wenn die Bundesregierung auf der einen Seite die Mittel für die aktive Förderung deutlich zusammenstreicht und auf der anderen Seite die Sanktionen zunehmen, gerät aber etwas in Schieflage", ergänzte sie.

Offenbar stehe "nur noch das Fordern im Mittelpunkt". "Immer mehr Druck auf Arbeitslose schafft aber keine neuen Arbeitsplätze", sagte Nahles.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Dienstag hatte die Zahl der gegen Hartz-IV-Bezieher verhängten Sanktionen zuletzt einen Rekordstand erreicht. Von August 2011 bis Juli 2012 verhängten die Jobcenter demnach erstmals in mehr als einer Million Fällen Strafen gegen die Bezieher des Arbeitslosengelds II. Als Gründe wurden die gute Arbeitsmarktlage und eine Professionalisierung der Jobcenter genannt.

Bundesagentur für Arbeit: Neuer Rekord bei Hartz-IV-Sanktionen

Bundesagentur für Arbeit

Neuer Rekord bei Hartz-IV-Sanktionen

Über eine Million Mal hat die Arbeitsagentur innerhalb eines Jahres die staatlichen Leistungen von Hartz-IV-Empfängern gekürzt, die gegen ihre Pflichten verstoßen haben. Das sind 38 Prozent mehr als drei Jahre zuvor.

Von

afp

Kommentare (22)

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merkelmurks

21.11.2012, 06:40 Uhr

bei gleichbleibender anzahl der gesamtarbeitsstunden in deutschland die letzten jahre und am beginn eines mächtigen konjunkturabschwungs idt die politik der bundesregierung ein durchwursteln.

sie kann beim prekariat nicht die summen sparen,die dümliche ,feige politiker mit klientelpolitik für das oberste prozent übrig haben

trotzdem dank an dieser stelle

Account gelöscht!

21.11.2012, 07:31 Uhr

Der Druck kann nicht groß genug werden, damit diese Leute sich endlich mal bewegen.

bananarepublican

21.11.2012, 07:56 Uhr

"Danach ist die Zahl der Strafen verglichen mit 2009 um 38 Prozent auf 1,017 Millionen gestiegen." das hat dann zu einer Minderzahlung an Leistungen von 107.802.000 Euro geführt Hallo Alfred55 - dies ist eine wirklich wichtige journalistische Veröffentlichkeitleistung ... wow! Alle Jahre wieder! Es wäre mal geboten wenn das HB eine entsprechende tiefgreifende Recherche zum Thema "Entwicklung der Anzahl Steuerprüfer pro Bundesland und Anzahl durchgeführte Steuerprüfungen bei Freiberuflern" durchführt. Dabei dann anführen wieviele aller Freiberufler von allen geprüft wurden, wieviel % der Prüfungen haben zu Beanstandungen geführt, wieviel Euro im Durchschnitt war an Steuern nachzuzahlen/verkürzt worden? Dazu noch die Hitliste der 10 beliebtesten Gründe, der besten Tricks, die zu Beanstandungen geführt haben. Ich bin der Meinung dass dies für eine numerische Mehrheit in diesem Lande durchaus von Interesse wäre. Ich bin auf der anderen Seite sicher, dass die numerische Mehrheit der Meinungsführer in unserem Lande und wahrscheinlich auch Sie Alfred55 gar kein Interesse an einem solchen Bericht haben. Also liebes HB wie wäre es mit investigativem Journalismus auch in dieser Sache! Danke im Voraus für einen Bericht.

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