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30.03.2017

07:27 Uhr

Hasskommentare

Facebook-Hetze fordert Schulen heraus

VonDietmar Neuerer

Der Kampf gegen Hasskommentare in den sozialen Medien ist auch in Schulen ein Thema. Viele Pädagogen stehen dem Phänomen aber hilflos gegenüber, klagt der Lehrerverband. Die Politik teilt die Klage, aber nur begrenzt.

Laut Lehrerverband werden die Risiken, die mit digitalen Kommunikationsplattformen wie Facebook oder Twitter verbunden sind, zum Teil im Informatikunterricht angesprochen. dpa

Internet an Schulen.

Laut Lehrerverband werden die Risiken, die mit digitalen Kommunikationsplattformen wie Facebook oder Twitter verbunden sind, zum Teil im Informatikunterricht angesprochen.

Was die Politik erst seit geraumer Zeit als Problem erkannt hat, ist an deutschen Schulen längst Alltag: Auf Twitter, Snapchat oder Facebook demütigen und beleidigen sich die Schüler gegenseitig. Justizminister Heiko Maas (SPD) versucht nun Hasskommentare in den sozialen Netzwerken per Gesetz einzudämmen. Dabei hat er vor allem die Betreiber der digitalen Kommunikationsplattformen wie Facebook und Twitter im Blick. Sein Gesetzesentwurf zwingt die Unternehmen offensichtlich strafbare Inhalte, wie Verleumdung oder Volksverhetzung innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der Beschwerde zu löschen, oder zu sperren. Doch die Erfahrung zeigt, dass dies schon heute kaum geschieht.

De facto ist das Netz voll mit teilweise problematischen Inhalten – und es ist nicht absehbar, dass sich das durch eine gesetzliche Regelung künftig in nennenswertem Ausmaß ändern wird. Damit liegt es weiterhin vor allem an den Nutzern, sich der Online-Hetze und anderen problematischen Inhalten wie Falschnachrichten (Fake News) entgegenzustellen – auch und vor allem wenn die Jüngeren betroffen sind. Hier kommen die Schulen ins Spiel.

Der Digitalverband Bitkom mahnte kürzlich die Politik, dafür zu sorgen, dass die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit solchen Inhalten besser vermittelt wird. „Dazu werden die Plattform-Betreiber ihren Beitrag leisten, aber gefragt sind hier vor allem Schulen, Volkshochschulen oder Institutionen wie die Bundeszentrale für politische Bildung. Nur so bringen wir diese Kompetenzen in die Fläche“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Bernhard Rohleder, dem Handelsblatt. Auch die Linken-Vorsitzende Katja Kipping forderte eine bessere Aufklärung an Schulen über Chancen und Gefahren sozialer Medien.

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Justizminister Maas hatte den sozialen Netzwerken ein Ultimatum gestellt: Bis März sollten sie ihre Löschpraxis bei Hasskommentaren deutlich verbessern. Das ist nicht geschehen. Nun drohen drastische Geldbußen.

Doch das ist kaum möglich, wie der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, sagt. „Natürlich ist es flankierend Aufgabe von Bildungseinrichtungen, jungen und auch älteren Menschen, Medienmündigkeit zu vermitteln. Dazu gehört es, junge Menschen etwa in der Schule auf die Gefahren, die im Netz lauern, aufmerksam zu machen“, sagte Kraus dem Handelsblatt. Denn mit bestimmten Kommentaren verstoße man nicht nur gegen gute Sitten, sondern auch gegen das Strafgesetzbuch. Allerdings seien nicht alle Lehrer „fit genug, um dieses Thema fachkundig und für die Schüler glaubwürdig zu behandeln“.

Neben Informatiklehrern, brauche „jede Schule mindestens einen Spezialisten oder Beauftragten für diese Fragen“, fordert Kraus. Hierfür bedürfe es einer Fortbildungsoffensive. Das Thema Hasskommentare und Cybermobbing müsse in Fächern wie Politik, Religion, Ethik stärker berücksichtigt werden. Allerdings gebe es noch kaum amtliche Lehrmaterialien.

Kommentare (2)

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Herr Kuno van Oyten

30.03.2017, 10:22 Uhr

Schauen sie doch mal vom Weltraum auf die Erde und sagen sie mir wie viele Grenzen und Kulturen sie erkennen können. Ich empfehle jedem das Buch HOMO DEUS und dann lassen sie uns mal auf einem wirklich intellektuellen Niveau diskutieren. Alles andere ist billige Polemik um eine andere Gruppe an die Macht zu bringen ohne den Blick auf das ganze zu werfen geschweige das in Betracht ziehen zu wollen.

Herr Günther Schemutat

30.03.2017, 11:25 Uhr

Der Kampf der Kulturen findet nicht nur auf den Strassen statt sondern erst recht in Schulen. Je nachdem wer ein Bundesland regiert , je nachdem wird Schulpolitik gemacht. Eine Schule muss einer grundsätzlichen Ordnung unterliegen und die muss in allen Bundesländern gleich sein. Das wird gerade in ROT/GRÜN regierten Ländern untergraben . Hier bekommt jeder zweite das Abitur, auf den Fluren wird gebetet und rituelle Waschungen finden in den Waschräumen statt.

Eine Schule muss ein neutraler Ort sein , wo nur gelernt wird.

Auch Religionsunterricht gehört nicht dazu , zu gefährlich wenn Kinder von zu Haus
aus radikalisiert werden und den glauben über alles stellen.

Hasskommentare gegen Lehrer und Schüler müssen gesichtet werden und die Schuldigen müssen betraft werden .

meine alte Meinung, dass man Muslimische und Europäische Schüler trennt und in getrennten Schulen unterrichtet, behalte ich bei . Dann können Muslime 5 mal beten sich rituell waschen und können von Imane unterrichtet werden.

Das würde Ruhe bringen auch was Hasskommentare betrifft.

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