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18.07.2011

10:06 Uhr

„Hau ab“, „Rassist“

Sarrazin von Berliner Türken davongejagt

Knapp ein Jahr nach Erscheinen seiner Thesen zum Ausländer-Integrationsverhalten, wagte sich Thilo Sarrazin in die Höhle des Löwen – in einen Türken-dominierten Berliner Bezirk. Ein Besuch, der fast im Fiasko endete.

Thilo Sarrazin. Quelle: dpa

Thilo Sarrazin.

BerlinIn seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ hat Ex-Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin einst mit der seiner Ansicht nach misslungenen Integrationspolitik in Deutschland abgerechnet – mit spitzen Thesen über das Integrationsverhalten von Ausländern. Eine Welle der Empörung schwappte infolge der Buchveröffentlichung durch die Republik. Monatelang. Jetzt, knapp ein Jahr nach Erscheinen des Buches wagte sich Sarrazin begleitet von einem ZDF-Team nach Berlin-Kreuzberg  (rund 30 Prozent Ausländeranteil). Doch der Versuch einer sachlichen Annäherung an eine nicht einfache Zielgruppe ging schief.

Geplant war, Sarrazin zu zeigen, wie er mit Anwohnern diskutiert. Dann entglitt die Situation. Wie, beschrieb Sarrazin in der „Welt am Sonntag“: „Ich hatte in den zehn Monaten seit Erscheinen meines Buches niemals das Gefühl gehabt, auf der Straße besonderen Anfeindungen ausgesetzt zu sein“, sagte er. Diesmal sei es anders gewesen: Gleich zu Beginn, auf dem sogenannten Türkenmarkt habe ihn ein „zorniger Mann von etwa 50 Jahren“ angebrüllt. Daraufhin habe sich schnell eine Menschentraube gebildet. Die Unruhe wuchs an. Marktbesucher hätten „Rassist“ und „Nazis raus“ geschrien.

Ein weiter Versuch im türkischen Restaurant „Hasir“ ging ebenfalls gründlich daneben. Im „Hasir“ habe Sarrazin kurz mit dem Restaurant-Manager gesprochen, berichtet „Bild“. „Wir begannen ein höfliches Gespräch“, sagte der SPD-Politiker. Draußen habe sich derweil ein Menschenauflauf gebildet. Ein Mann, der Sarrazin zuvor bereits als Rassist beschimpft hatte, habe weiter gebrüllt, sodass der Restaurantmanager Sarrazin hinauskomplimentierte. „Eigentlich sind Türken sehr gastfreundlich, aber ich glaube, ich kann Sie nicht bedienen“, zitiert ihn „Bild“.

Sarrazin kommentierte die Aktion folgendermaßen: „Als wir das Lokal verließen, kam Beifall auf, und unter Beschimpfungen aus der Menge schlichen wir wie die geprügelten Hunde davon.“

Auch in einem alevitischen Gemeindezentrum war Sarrazin nicht willkommen. Vor dem Eingang schallten  ihm „Hau ab“- und „Nazis raus“-Rufe entgegen. Einige Vertreter der Aleviten hätten sich später in einem offenen Brief von dem Vorfall distanziert.

Sarrazin gab sich nach der Aktion mit dem ZDF-Team verbittert: „Ein verdienter ehemaliger Senator, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, außer ein Buch mit unwillkommenen Zahlen und deren Analysen zu schreiben, wird aus einem zentralen Berliner Stadtteil, der nach eigenem Selbstverständnis die Speerspitze der Integration in Deutschland darstellt, förmlich herausgemobbt.“

Von

dne

Kommentare (61)

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davongejagt

18.07.2011, 10:21 Uhr

da sieht nun auch der blindeste, wer mittlererweile in dieser Deutschtürkei hier das sagen hat.
Und was meint der Obertürke Wulff dazu ?

Nachdenker

18.07.2011, 10:21 Uhr

Der Artikel ist einen "goldenen Guttenberg" wert.
Wenn man schon abschreibt, so sollte man die Quelle "Welt-Online" wenigstens angeben! Da beschreibt Sarrazin ausführlich das Geschehen.
Das ganze sah auch nach einer vorbereiteten Aktion aus, denn Internet-Blogger haben auf den Videos im "spontanen" Menschenauflauf bekannte Gesichter aus einer bestimmten politischen Ecke entdeckt.

Außerdem haben sich nicht "einige" Aleviten, sondern die Gemeinde als Ganzes für "einige" entschuldigt. Ich denke zwar eher, daß es um Flurschadensbegrenzung geht, aber naja.

Das nächste Mal bitte nicht ganz so unverschämt lügen!

Auslaenderfreund

18.07.2011, 10:38 Uhr

Wenn es den Türken hier nicht mehr gefällt können sie gehen !!!!
Wenn ich in einem anderen Land leben will, muss ich mich anpassen und mich nicht als Herrscher aufspielen !

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